Kosten
Die Reise ist pauschal nicht billig.
Zudem sind viele Ausflüge optional und kosten daher zusätzliches Geld, ebenso die Eintritte in die Nationalparks.
Aber dafür bekommt man wirklich viel geboten. Diverse Inlandsflüge, Busfahrten, ordentliche Hotels.
Unterbringung, Transporte, Reiseleiter und Organisation waren diesmal wirklich gut.
Entgegen den Vorabinformationen war das Frühstück (außer in Chile) überall inkludiert.
Das Preisniveau ist niedriger als bei uns. Wir hatten aber sehr viel Glück: Der argentinische Pesos wird regelmäßig abgewertet und im Gegenzug steigen die Preise in Argentinien. Kurz vor unserem Reisebeginn hatte eine solche Abwertung wieder stattgefunden, die Preisspirale aber noch nicht begonnen. So hatten wir einen günstigen Umtauschkurs und eine relativ hohe Kaufkraft.
Geld wechselt man am besten in einer Wechselstube. Unterwegs gibt es kaum Umtauschmöglichkeiten.
Es gibt zwar nicht wenige Geldautomaten, aber entweder funktionieren sie nicht mit unseren Karten oder es wird nur ein sehr kleiner Betrag (im Gegenwert von maximal etwa 40 Euro) ausgespuckt. Dazu fallen Gebühren an.
Kreditkarten werden angenommen, aber für Eintritte in Nationalparks, optionale Ausflüge, Guides usw. braucht man Bargeld.
Wir haben 1.000 Euro in bar (für zwei) in die Landeswährung Peso getauscht (damaliger Kurs: 1 Euro = 43 Pesos).
Trinkgeld ist dabei nicht berücksichtigt.
Trinkgeld
Die Reiseleitung hat eine zentrale Trinkgeldkasse geführt, in die wir alle eingezahlt haben.
Das Trinkgeld für den (sehr guten) Reiseleiter haben wir in US$ gegeben.
Reisezeit
Januar war eine sehr gute Reisezeit, denn auf der Südhalbkugel herrscht Sommer.
In Buenos Aires ist es dann subtropisch heiß, im nördlichen Patagonien mit Puerto Madryn und Bariloche angenehm warm und weiter im Süden nicht zu kalt. Den patagonischen Winter muss man vermeiden, da hier enorme Schneemassen fallen.
Ein Wort zum Wetter: Es war alles dabei. Wir hatten sehr viel Sonnenschein, aber auch immer mal etwas Regen, Schnee, Hagel. Es ist oft stürmisch und wird dann gefühlt sehr kalt. Richtige Kleidung vorausgesetzt ist das alles auszuhalten, aber man muss für große Hitze ebenso wie für raue Bergwanderungen gerüstet sein.
Essen und Trinken
Das Essen ist nicht sonderlich exotisch, da es keine ursprüngliche einheimische Küche gibt. Es finden sich vor allem Einflüsse der Einwanderergruppen, d. h. italienisch inspirierte Küche und deutsch inspiriertes Bier.
Es wird viel Fleisch gegessen, vor allen Lomo (Rinderfilet). Wir waren vom Fleisch erst etwas enttäuscht, denn Argentinier mögen das Fleisch gern sehr durch und wie bei einem Rumpsteak mit dickem Fettrand. Wer das mag ... unser Rat wäre, immer die höchstmögliche Qualität zu bestellen, da sind die Chancen auf ein gutes Steak am besten. Die Spannbreite ging von eher zäh bis hervorragend.
In Patagonien wird zudem Lamm auf großen Spießen um eine Grillstelle aufgespannt und dann Teile davon als "Cordero patagónico" serviert. Das ist deftig, aber wirklich lecker.
Die Beilagen sind eher langweilig ... Kartoffeln in allen Variationen ... aber viel mehr wird nicht angeboten.
Pasta, Lasagne, Risotto sind weit verbreitet.
Es gibt hervorragende Eisdielen mit großer Auswahl.
Neben der großen Marke Quilmes wird oft hervorragendes Bier lokaler Brauereien angeboten.
Der argentinische Rotwein ist Weltklasse, auch Weißweintrinker kommen auf ihre Kosten. Probier mal die Rebsorte Torrentés, die bekommt man in Europa nur selten.
Gelegentlich gibt es Cocktails, vor allem der Pisco Sour war sehr gut.
Unterkünfte
Die Hotels waren ordentlich und in guter zentraler Lage.
Die Lodges in El Calafate, El Chaltén und in Chile waren sehr rustikal.
In Chile mussten sich je zwei Paare eine Blockhütte teilen. Das war für zwei Übernachtungen völlig in Ordnung und man hatte bis dahin genug Zeit, in der Reisegruppe Sympathien auszuloten und "passende" Mitbewohner zu identifizieren.
Transfer
Die Tour beinhaltet mehrere Inlandsflüge. Das war wie in Europa unkompliziert und pünktlich.
Für die Strecke von Buenos Aires nach Puerto Madryn nutzen wir einen Linienbus. Das ist nicht mit unseren Bussen vergleichbar, sondern viel komfortabler. Es gibt Verpflegung und viel Sitzfreiheit mit annähernd Liegesitzen. Für Übernachtfahrten eine super Alternative zum Flug.
An den jeweiligen Orten hatten wir unterschiedliche Busse und Fahrer. Das war alles gut.
Merkwürdig und fast vertraut waren bürokratische Auflagen: Auf Überlandreisen muss jeder Koffer etikettiert sein, um jederzeit einem Passagier zugeordnet werden zu können.
Rund um San Carlos de Bariloche waren wir mit öffentlichen Nahverkehrsbussen unterwegs. Das funktioniert nach dem Prepaid-Prinzip: Man braucht eine Buskarte, die man vorher mit einem Geldbetrag aufladen muss. Beim Einsteigen registriert man die Karte und beim Aussteigen checkt man aus. Der ausmachende Betrag wird dann von der Karte abgezogen. Das ist super einfach und wir konnten so zu viert eine Karte gemeinsam nutzen. Zu beachten ist:
- Man muss erst mal so eine Karte haben (hatte unser Reiseleiter im Bestand und hat sie uns ausgeliehen).
- Man muss abschätzen, wie viel man verbraucht. Auf der Karte verbleibendes Guthaben bekommt man nicht zurück.
- Man muss eine Aufladestelle suchen. Das sind oft Kioske, die an einem Emblem erkennbar sind. Diese Läden haben aber ein Kontingent an Kartenaufladungen. Am ersten Abend gingen wir in einen Kiosk und erhielten den Hinweis, dass das Kontingent ausgeschöpft sei. Also: Keine Kartenaufladung. Am nächsten Tag funktionierte es dann im gleichen Geschäft problemlos. Man gibt die Karte und das entsprechende Bargeld ab und das wird als Guthaben auf die Karte gebucht.
Sauberkeit/Hygiene
War auf dem Niveau wie bei uns in Europa, alles sehr ordentlich.
Wasser aus der Leitung ist o.k. zum Zähneputzen, aber nicht zum Trinken geeignet.
Gesundheit
Der oft sehr starke Wind hat uns eine Erkältung eingebracht. Kann passieren.
Sonst gibt es keine besonderen Risiken.
Die Wanderungen waren gut zu bewältigen (und immer optional). Aber man muss immer auf das Wetter achten, insbesondere auf die Windverhältnisse. Wenn man einen steilen Bergpfad marschiert und vom Sturm erwischt wird, hat man ein echtes Problem.
Sonstiges
Brauche ich einen Adapter? Ja, für Steckdose vom Typ I. Vielerorts gibt es auch Steckdosen, in die unsere Euro-Stecker direkt passen. Aber das ist nicht überall so.
Internet vor Ort? WLAN gibt es in Hotels manchmal, aber eher in der Lobby. Vielleicht ist das seit unserer Reise besser geworden.
Wie sieht es mit der Sprache aus? Landessprache ist Spanisch und ein paar Brocken schaden nicht.
Sendero = Wanderweg
Mirador = Aussichtspunkt
Puerto = Hafen
Río = Fluss
Lomo = Rindfleisch
Vacío = Flank Steak
Cordero = Lamm
Cerveza = Bier
Man kommt aber auch mit Englisch gut durch. Lokale Guides sprechen meist Englisch (und wo nicht, hat der Reiseleiter simultan übersetzt). Auf Deutschkenntnisse darfst Du nicht hoffen.
Zusammenfassung
Die Reise war sehr gut organisiert. Wir können sie klar weiterempfehlen.
Wir waren begeistert, denn Gletscher und Bergwelt waren ganz neue Eindrücke für uns. Im extremen Patagonien gibt es zwar nicht viele verschiedene Tierarten, aber dafür war die bestehende Tierwelt sehr gut zu beobachten.
Die Kombination aus der tollen Großstadt Buenos Aires und der landschaftlichen rauen und kargen, aber auch eindrucksvollen patagonischen Landschaft ist sehr reizvoll.
Die Städte in Patagonien haben uns positiv überrascht. Ganz schmuck, modern, überall mit Outdoor-Läden, Bars und Restaurants.
Außerhalb der Städte verteilt sich der Tourismus auf einer riesigen Fläche. Man ist nie allein, vor allem an Höhepunkten wie Wasserfällen oder Aussichtspunkten trifft man viele Menschen, ohne dass es überlaufen wirkt.
Das Konzept von Djoser sieht einen Reisebegleiter vor, der sich um Transport und Organisatorisches kümmert, aber kein klassischer Reiseleiter ist. Das ist immer Glückssache, wen man da erwischt. Wenn man Pech hat, war derjenige noch nie selbst vor Ort und muss sich auf Informationen früherer Reisen verlassen. Wir hatten diesmal Glück: Unser Reiseleiter (so verstand er sich) lebt selbst in Südamerika. Er konnte Spanisch, kannte die Orte und hat an jedem Ort Ausflugsmöglichkeiten angeboten und auch Tipps gegeben, was man sich anschauen kann. Top, sehr kompetent!
Man hat auf dieser Rundreise genug Freizeit, in der man außerhalb der Reisegruppe spazieren, besichtigen, essen gehen kann. Wie beim Reiseveranstalter Djoser üblich wird man nicht rund um die Uhr betreut und begleitet. Uns gefällt das, um dem Gruppenkoller zu entgehen und eigenen Interessen nachzugehen. Studiosus-Verwöhnte sind davon gelegentlich irritiert.
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