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Patagonien - Rundreise - TnT Travel - Unsere Reiseerlebnisse

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Wir waren im Januar 2019 für drei Wochen auf Rundreise in Patagonien mit folgenden Stationen:

Buenos Aires (Argentinien)
Puerto Madryn (Argentinien)
Esquel (Argentinien)
Los Alerces Nationalpark (Argentinien)
San Carlos de Bariloche (Argentinien)
El Chaltén / Los Glaciares Nationalpark (Argentinien)
El Calafate / Lago Argentino / Perito Moreno-Gletscher (Argentinien)
Torres del Paine Nationalpark (Chile)
Ushuaia / Feuerland (Argentinien)

Wir haben diese Reise pauschal über Djoser gebucht.
Hotels, Transporte, Reiseleiter und Organisation waren wirklich gut.

Entgegen den Vorabinformationen war das Frühstück überall (außer in Chile) inkludiert. So musste man nur Essen & Trinken, Eintritte in die Nationalparks und fakultative Ausflüge selbst bezahlen. Das läppert sich zwar zusammen, aber dafür war die Pauschalreise vergleichsweise günstig.

Das ist grundsätzlich kein Billigurlaub, aber dafür wird wirklich etwas geboten.


Die Hin- und Rückflüge waren mit Air Europa. Diese Airline ist völlig in Ordnung. Das bedeutete dann einen Zwischenstopp in Madrid (Barajas).


Diese Reise bot für uns neue Erfahrungen und war schon deshalb toll.
Man muss kargen Landschaften und Bergpanoramen etwas abgewinnen können und wetterfest sein.
Gerade in den südlichen Nationalparks bläst stetig ein sturmartiger Wind ("Roaring Forties").
Die Kombination in der Rundreise hat uns sehr gefallen:
  • mit Buenos Aires eine hochinteressante Metropole
  • auf der Halbinsel Valdés gute Tierbeobachtungen (Pinguine, Robben)
  • in den Anden tolle Gebirgslandschaften und Gletscher
  • dabei hübsche Städtchen mit ordentlicher Infrastruktur
  • Möglichkeit zu ausgiebigen Wanderungen in den Nationalparks El Chaltén und Torres des Paine (diese muss man natürlich nicht mitmachen, aber man verpasst dann schon etwas)
  • Beagle-Kanal und mit Ushuaia die südlichste Stadt der Welt

Zu Fotos und ergänzenden Informationen klickt auf eine der folgenden Kacheln oder blättert auf dieser Seite weiter nach unten.
Wir fliegen mit Air Europa 19:10 Uhr pünktlich (trotz Enteisung) in Frankfurt ab (Boeing 737-800) und landen 2:30 h später in Madrid. Dort haben wir recht weite Wege zum Anschlussgate, aber auch hinreichend Zeit. Im Boeing 787 Dreamliner haben wir Glück und eine Dreierreihe für uns. Die Verpflegung ist sehr einfach, aber das Bordprogramm ordentlich und deutschsprachig. Letztlich kommen wir recht entspannt um 8:30 Uhr in Buenos Aires an.

Dort stehen wir 90 Minuten in der Schlage zur Erledigung der Einreiseformalitäten. Die sind unkompliziert, aber die lange Wartezeit nervt etwas.

Wir treffen auf unsere Reisegruppe (20 Personen). Die Fahrt zum Hotel dauert nur 40 Minuten

Das Hotel Castelar residiert in einem klassischem Gebäude und wirkt dadurch etwas altmodisch, aber mit Stil. Es gibt Aufzüge, die an die 30er Jahre erinnern. Der Frühstücksbereich erinnert an eine französische Brasserie. Das Zimmer ist klein und einfach, aber in Ordnung und klimatisiert. Das Hotel liegt sehr zentral an der Avenida de Mayo: Nur um die Ecke liegt die Avenida 9 de Julio, zur Casa Rosada, mit Amtssitz des Präsidenten, sind es zehn Gehminuten. Das Hotel können wir empfehlen.

Die Zimmer sind jetzt - kurz vor 12 Uhr - noch nicht bezugsfertig. Daher tauschen wir erst mal Geld (1.000 Euro) und machen einen kleinen Spaziergang. In den nächsten knapp zwei Stunden sehen wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen um 30° C:
  • die riesige Avenida 9 de Julio, die auch bei schneller Reaktionszeit und eiligen Schrittes nicht in einer Ampelphase zu überqueren ist
  • den 67 Meter hohen Obelisken an der Plaza de la República
  • die Plaza de Mayor mit der Kathedrale, deren Baustil uns eher an ein Gerichtsgebäude erinnert
  • die Casa Rosada, den rosafarbenen Präsidentenpalast

Was wir hier von der Innenstadt sehen, gefällt uns. Nette Straßencafés und eine interessante Architektur machen das Stadtbild attraktiv. Der Tipp unseres Reiseleiters war sehr gut: Achtet nicht auf die Erdgeschosse der Gebäude, denn hier gibt es Läden wie in anderen Metropolen auch. Schaut nach oben, schaut Euch die Gebäude und Fassaden an. Das war ein guter Tipp!

Ab 14 Uhr haben wir Freizeit. In geringer fußläufiger Entfernung locken der Nationalkongress und Richtung Hafen weitere Prachtbauten wie das Verteidigungsministerium. Eine (touristische) Institution ist das Café Tortoni, eröffnet im Jahr 1858. Hier bilden sich oft lange Touristenschlangen, die den Inbegriff der Grand Cafés besuchen möchten.

Hinter dem Präsidentenpalast gelangt man schnell in das wiederbelebte Hafenviertel Puerto Madero. Die Hafenbecken haben mittlerweile keine Verbindung mehr zum Rio de la Plata bzw. zum Meer. An der belebten Promenade reihen sich Bars und Restaurants. Auf der anderen Seite der Hafenbecken ist eine der teuersten Wohngegenden mit modernen Hochhäusern entstanden.

19 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen in einem einfachen Lokal direkt neben dem Hotel (wenn man raus geht links). Das Lomo (Filet) ist gut, das Bife de Chorizo ist lecker, bedarf aber eines kräftigen Einsatzes der Kauleiste. Mit einer Literflasche guten Bieres der Marke Quilmes Stout zahlen wir 1.000 Pesos (zur Zeit unserer Reise umgerechnet ca. 25 Euro). 22 Uhr gehen wir zu Bett.



Für den Folgetag haben wir eine optionale Stadtrundfahrt für 1.100 Pesos pro Person gebucht. Dazu müssen wir um 7 Uhr aufstehen. Ein Regenschauer verwandelt die Straße in eine Bach- (und andernorts Seen-) Landschaft. Wir sehen (teilweise aufgrund des Regens nur aus dem Bus, teilweise bei kurzen Stopps und Spaziergängen):
  • die Skulptur Florelis Genérica
  • die nördlichen Stadtteile
  • den Friedhof Recoleta mit dem Grab von Evita Perón
  • den Stadtteil La Boca
    • bunte Fassaden in gelb und blau, den Farben des hiesigen Fußballvereins Boca Juniors
    • riesige Wandgemälde mit Fußball- oder Tangomotiven
    • als touristisches Highlight der farbenfrohe Caminito, eine kunterbunte Fußgängerzone mit vielen Fotomotiven
  • den Stadtteil San Telmo

Hier endet die Tour, denn in San Telmo beginnt der lange Flohmarkt ("Feria de San Telmo") auf der Straße La Defensa, der man nur Richtung Hotel weiter folgen muss. Das ist kurzweilig. Es lohnt rechts und links ein Abstecher in die Innenhöfe mit kleinen Läden und Cafés.

In Argentinien isst man spät zu Abend. Dem wollen wir uns nicht verweigern und gehen daher erst um 22:30 Uhr in das dem Hotel gegenüber liegende Restaurant Las Asturias. Dort scheinen wir spät dran zu sein, aber dennoch gut aufgenommen. Eine Flasche Rotwein und zwei übergroße Rinderfiletstücke später fallen wir pappsatt ins Bett



Am nächsten Morgen müssen die Koffer gepackt und die Zimmer bis 10 Uhr verlassen werden. Wir haben noch bis 14:45 Uhr Freizeit. Die Koffer kann man im Hotel deponieren, hat aber seine Wertgegenstände nun dabei.

Wir gehen zur Florida, der Haupteinkaufsstraße von Buenos Aires und shoppen im Einkaufszentrum Gallerias Pacifico. Dann ein leckeres Eis, ein weiter Weg zur in einem ehemaligen Theater gelegenen Buchhandlung El Ateneo Grand Splendid und zurück zum Hotel.

Wir stauen uns zum Busbahnhof. Das ist stressfrei, da wir erst um 16:30 Uhr abfahren. Der Linienbus nach Puerto Madryn hat Liegesitze und ein üppiges Platzangebot. Das braucht es auch für die bevorstehenden gut 1.300 km. Es gibt Kaffee, Gebäck und um 21:30 Uhr ein überraschend gutes warmes Abendessen mit einem Fläschchen Wein. Die Fahrt ist in der Pauschalreise inkludiert, aber uns interessiert trotzdem, was das kosten würde. Umgerechnet 70 Euro, das ist besser als im Flugzeug. Wir schlafen viel und gut.
Nach einem einfachen Frühstück im Bus kommen wir um 9:30 Uhr in Puerto Madryn an. Ein Bus holt uns ab und bringt und zum ordentlichen Hotel Costanera, recht zentral und sehr nah am Meer gelegen. Keine Klagen! Die Zimmer sollen ab 12 Uhr bezugsfertig sein. Dies überbrücken wir mit einem Spaziergang entlang des langen und breiten Strandes. An der Strandpromenaden gibt es nette Restaurants und Bars. Wir probieren zwei Biersorten der Marke Antares (Kölsch und Scotch). Dann beziehen wir unser Zimmer, ziehen uns um und gehen an den Strand. Mehr als 30° C und keinerlei Schatten lassen uns das trotz der frischen Brise nur begrenzt aushalten. Das Baden im Meer bietet mit 18° C Wassertemperatur eine herausfordernde Abkühlung.

Das Städtchen ist ganz lebhaft und auf touristische Bedarfe eingerichtet. Am Nachmittag füllt sich der Strand und erinnert nun eher an Mallorca. In der Cervercería Kaiser trinken wir ein lokal gebrautes Bier. 20:30 Uhr gehen wir in das hübsche Lokal Malón essen, drei Häuserblocks entfernt an der Strandpromenade. Flank Steak ("Vacío") und das typische Cordero Patagónico (Lamm) sind riesige Fleischportionen und lecker. Mit einer Flasche guten Rotweins und Wasser zahlen wir 1.600 Pesos (gut 37 Euro). Empfehlenswert! Nach einem gemütlichen Spaziergang sind wir kurz nach 22 Uhr zurück im Hotel.

Für den nächsten Tag haben wir eine Tagestour auf die Halbinsel Valdés, Weltnaturerbe der UNESCO, gebucht. Die Tour ist optional, man sollte sie sich aber nicht entgehen lassen, denn die Halbinsel ist eines der Highlights dieser Tour. Billig ist das nicht: Pro Person fallen 2.200 Pesos für die Bustour (gut 51 Euro) und 650 Pesos (15 Euro) für den Eintritt in den Nationalpark an.

7:30 Uhr fahren wir los. Es sind 400 km Fahrstrecke zu absolvieren, davon der größte Teil Schotterpisten. Schon auf der Anfahrt sehen wir einige Gruppen Nandus (Laufvögel). Es handelt sich um Jungtiere, die ausschließlich von den Männchen behütet werden. Wir besuchen das Museum des Parks und fahren dann weiter an die Küste. Das Wetter ist anstrengend: Sonnenschein, dennoch nur 20° C und sehr stürmisch. An der Steilküste nistet eine Kolonie Magellanpinguine. Die Tiere haben keine Scheu vor den Menschen und sind gut zu beobachten.

Wir halten an mehreren Stellen entlang der Küste und unternehmen kurze Spaziergänge. Das tiefblaue Wasser und die schroffe Küsten bieten eindrucksvolle Panoramen. Wir sehen viele Seelöwen und auch einige See-Elefanten. Wir sehen auch die Stelle, an der in der passenden Saison Orcas am Strand Seelöwen jagen. Das hat man sicher schon mal in einer Tierdokumentation gesehen.

Zur Mittagspause halten wir an einem Restaurant im Park. In dessen Garten läuft gerade ein Gürteltier herum. Letzte Station unserer Tour ist Punta Norte, dann fahren wir gut zwei Stunden zurück nach Puerto Madryn.

Fazit: Das ist ein schöner Tagesausflug, den man machen muss. Die Tiere sind toll zu beobachten, die Landschaft ist rau und wild. Vom Sonnenschein darf man sich nicht täuschen lassen, hier bläst der Wind stetig. Die eingestreuten Spaziergänge sind ohne Zeitnot, zudem durch ordentliche Fußwege und Stege gut erschlossen.

Heute ist der Strand in Puerto Madryn menschenleer, denn es ist schlicht zu kühl. Wir spazieren zum Pier, der nicht betreten werden kann, wenn große Kreuzfahrtschiffe dort angelegt haben. Hier sehen wir sogar noch ein paar Seelöwen. Auf dem Rückweg komplettieren wir in der Cevercería Kaiser unsere Kenntnis über die Bier-Angebotspalette.

Heute essen wir im Restaurant El Nautico zu Abend. Das liegt nur um die Ecke vom Hotel. Seehecht ("Merluza") und Huhn mit Estragon sind gut und überraschend preisgünstig. Zusammen mit einer Flasche Rotwein und zwei Espresso zahlen wir 860 Pesos (20 Euro). Ebenfalls zu empfehlen! 23 Uhr gehen wir schlafen.
Nach dem Packen der Koffer gehen wir zeitig um 6:45 Uhr frühstücken. Die Koffer werden in der Zeit verstaut. 8 Uhr fahren wir los und schauen uns Straßenrandschreine für Gauchito Gil, einem populären Volksheiligen, an. Heute liegen knapp 700 km Fahrstrecke vor uns. Da bleibt nicht viel Zeit für Stopps.

Wir schauen uns kurz dass in Originalgröße gebaute Modell des größten Sauriers Patagotitan mayorum an, dessen Knochen hier gefunden wurden. Die Landschaft ändert sich nach 100 km, als wir in das Tal des Río Chubut einfahren. Die Vegetation bleibt zwar eine öde Steppe, aber nun kommt ein Relief mit interessanten Gesteinsformationen dazu. Unterwegs sehen wir einige Nandus. Am Río Chubut machen wir zur Mittagszeit ein Picknick.

19 Uhr erreichen wir Esquel, einen überraschend mondänen Ort am Rande der Anden. Das Hotel Tehuelche ist in Ordnung. Im direkt gegenüber liegenden Supermarkt La Anónima kaufen wir etwas ein und schlendern durch das Städtchen. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant La Barra ein. Hähnchenbrust, grob gehacktes patagonisches Lamm, zwei Literflaschen Quilmes-Bier kosten 1.100 Pesos (knapp 26 Euro). Durch die laue Sommernacht gehen wir zurück in Hotel und sind um 23 Uhr in der Falle.

7:30 Uhr frühstücken, 7:30 Uhr Koffer abgeben, 8:15 Uhr fahren wir mit neuem Bus und Busfahrer sowie einem lokalen Guide los. Nach gut einer Stunde Fahrt weiter Richtung Anden erreichen wir den Nationalpark Los Alerces, bekannt für seine bis zu 3.000 Jahre alten patagonischen Lärchen. Hier wandelt sich die Landschaft enorm. Die patagonische Steppe wird von andinen Bergwäldern abgelöst. Auf den Bergen liegt noch ein Rest Schnee (in der vorigen Woche hatte es hier noch geschneit). In den Tälern glitzern glasklare Gebirgsseen. Das ist eine tolle Landschaft, in der nicht viele Touristen sind. Aus den anfänglichen 13° C sind schnell 20° C geworden. Im Laufe des Tages wird sich das auf 30° C steigern. Wir lernen: 8 Uhr morgens ist es in dieser Region am kältesten, 18 Uhr am wärmsten. Wir unternehmen eine zweistündige Wanderung entlang einiger Seen und eines Flusses. Das ist schön und weder hektisch noch anstrengend. Wir picknicken am Mittag am Ufer eines Sees.

Dann haben wir noch 300 km vor uns. Das ist eine landschaftlich schöne Fahrt. In El Bolsón halten wir und essen ein leckeres Eis.
18:30 Uhr kommen wir in San Carlos de Bariloche an. Die Zimmer im empfehlenswerten Hotel Alt Interlaken sind groß und hübsch und das Hotel liegt sehr zentral neben der Kathedrale. Wir laden im Ort noch die vom Reiseleiter ausgeliehene Busfahrkarte auf, da wir am nächsten Tag auf eigene Faust unterwegs sind.

Das Abendessen in der proppenvollen Großstadt (es sind argentinische Sommerferien) nehmen wir im italienischen Restaurant Nebbiolo in der Nähe unseres Hotels zu uns. Teigrolle gefüllt mit Spinat und Lamm in Sahnesauce, fünf Stunden geschmortes und mit Käse überbackenes Flank Steak, zwei sehr gute Pisco Sour, eine Flasche Rotwein, eine Flasche Wasser und zwei Ristretto sind lecker und kosten faire 2.100 Pesos (49 Euro). 23 Uhr gehen wir zu Bett.

Wir haben diesen Tag zur freien Verfügung in der "argentinischen Schweiz" und somit die Qual der Wahl, was wir machen wollen. Wir frühstücken um 8 Uhr und ziehen 9:10 Uhr gemütlich los. Der öffentliche Bus bringt uns für 40 Pesos pro Person zur Talstation des Cerro Campanario. Dort ist schon eine beachtliche Warteschlange zum Sessellift. Dieser bringt uns auf einer schönen Fahrt in sieben Minuten 280 Meter höher. Von hier oben (1.050 Höhe über NN) sind die Ausblicke auf die Seenlandschaft und die Berge toll, auch wenn es recht voll ist. Absolut lohnenswert. Den Rückweg nehmen wir zu Fuß in Angriff. Das dauert nur 20 Minuten, ist aber eine staubige Angelegenheit.

Wir nehmen den nächsten Bus und fahren weiter nach Llao Llao, einer Halbinsel mit Golfhotel und Hafen mit einem Restaurant. Wir finden die Wanderwege nicht direkt, können aber über Wanderkarten anderer Touristen den Einstieg ausmachen. Wir nehmen den südlichen Wanderweg "Sendero de los Arrayanes" durch einen Wald der skurrilen Arrayanes-Bäume (Myrten) zum Lago Perito Moreno. Bei Prachtwetter wandern wir 3,5 Stunden entlang einiger Aussichtspunkte und bewältigen dabei 17 km Wegstrecke. Wir sind um 17:30 Uhr zurück am Ausgangspunkt, trinken dort noch ein Bier und nehmen den Bus zurück. Dieser ist proppenvoll. Die Rückfahrt dauert 40 Minuten (für 18 km).

Wir essen in der Parilla Las Brasas zu Abend. Da wir relativ früh ankommen, sind wir die einzigen Gäste. Das Lokal füllt sich aber schnell und ist wohl für seine Grillplatten beliebt. Hausgemachte Pasta gefüllt mit Spinat und Pesto, Lomo a la pimiento (super!) mit Kugelkroketten sind gut und kosten mit zwei Literflaschen Quilmes 1.100 Pesos (26 Euro).

Für den Folgetag haben wir einen Ausflug nach Puerto Blest gebucht. Bustransfer, Bootsfahrt, Hafengebühren und der Guide kosten 2.800 Pesos pro Person (65 Euro). Also früh um 6 Uhr aufstehen, dann bringt uns ein Bus zum Puerto Pañuelo auf der Halbinsel Llao Llao. Unser Führer reiht sich in die Warteschlange ein, um Tickets zu kaufen. Auf dem Katamaran sollen oben rechts die besten Plätze sein.

Pünktlich 10 Uhr legen wir ab. Auf der Fahrt wird das Boot von Möwen gesäumt, die hier mit Keksen und Weißbrot gefüttert werden. Wir fahren über den Lago Nahuel Huapí, vorbei an einer schönen Landschaft und der Isla Sentinel bis Puerto Blest am westlichen Ende des Sees. Hier, unweit der Grenze zu Chile, ist faktisch nur ein kleiner Hafen und ein kleines Hotel. Ein ebenerdiger Wanderweg führt 30 Minuten um die Bucht zu einem schönen Wald mit altem Baumbestand.

Der Sendero (=Wanderweg) Los Cántaros führt über gut ausgebaute Stege und Treppen zu drei Aussichtsplattformen auf die Cascada (=Wasserfall) de Los Cántaros. Nach 45 Minuten erreichen wir einen Aussichtspunkt auf den Lago Los Cántaros. Für Interessierte bietet unser Guide eine zusätzliche 45-minütige Wanderung (La Heladera) zu einer Granitwand an. Das ist auch für Ungeübte gut machbar, auch wenn es gelegentlich über Bohlen, Stege und abenteuerliche Brücken geht.

15:30 Uhr sind wir zurück am See und warten auf unser Boot. Das ist eine schöne Tour und wir waren für den Führer dankbar.

17:40 Uhr sind wir zurück im Hotel. Wir probieren die lokale Schokolade in einem der riesigen Schoko-Geschäfte, trinken ein Bier und kehren ist das Jauja Restaurante ein. Hirschgulasch mit Spätzle, Hirschsteak und eine Flasche Wein sind lecker und kosten 1.300 Pesos. Wir packen noch etwas um, da für den morgigen Inlandsflug nur 15 kg Gepäck erlaubt sind. Gegen Mitternacht gehen wir zu Bett.

Fazit: Das ist eine tolle und touristisch sehr erschlossene Region. Es gibt ein Skigebiet, Aussichtspunkte auf tolle Panoramen. Der Name "argentinische Schweiz" kommt nicht von ungefähr, denn neben alpenähnlichen Panoramen und Gebäuden ist das ein Zentrum für Inlandstourismus, Schokolade, es gibt Raclette und Wildfleisch. Uns ist die Stadt ein bisschen zu voll un partyhaft, aber das ist der argentinischen Ferienzeit geschuldet. Aber man kann hier sehr schöne 2-3 Tage verbringen.
Wir fahren um 8:30 Uhr zum Flughafen und checken bei Aerolíneas Argentinas ein. Eine moderne Boeing 737 bringt uns in zwei Stunden pünktlich in das 1.700 km südlich liegende Städtchen El Calafate, wo bereits ein Bus auf uns wartet. Zwei weitere Stunden Fahrt durch die recht öde patagonische Steppe liegen vor uns. Unterbrochen wird die Fahrt nur von einer kurzen Pause an der Raststation "La Leona", wo einst die bekannten Banditen "Butch Cassidy" und "Sundance Kid" ihr Unwesen trieben.

Wir erreichen unser Ziel El Chaltén am Nachmittag. Unsere Unterkunft, die Hosteria Kalenshen, ist - rustikal und mit kompletter Küche ausgestattet - völlig in Ordnung. Der Ort selbst hat etwas von einer touristischen Wildweststadt. Hier dreht sich alles um Wandern, Trekking, Climbing. Neben Outdoorläden und Hotels gibt es auch ein großes Angebot an Bars und Restaurants.

Wind und Regen lassen uns die geplante kurze Wanderung abbrechen und das kleine Resto El Muro aufsuchen. Lachs in Orangensauce und Pizza sind in Ordnung, die Biere von Fass auch. Die Preise sind hier erhöht, was der exponierten Lage des Ortes zuzuschreiben ist. 22:30 Uhr gehen wir zu Bett.

Heute haben wir Freizeit und können diese selbst gestalten. Die Wanderwege sollen gut beschildert sein, außer Dunkelheit und Wetter gibt es nichts zu befürchten. Wir haben uns die Königstour "Laguna de los Tres" vorgenommen, eine fast schon legendäre Ganztageswanderung. Es geht stetig, aber kommod bergan über anständige Wanderwege. Die erste Etappe führt durch einen Wald, wo die großen Magellanspechte Bäume am Wegesrand durchlöchern. Der Mirador Río de Las Vueltas bietet einen beeindruckenden Blick in das Tal mit seinem Fluss aus Gletscherwasser. Das Ziel heute liegt im Los Glaciares Nationalpark am Fuß des Cerro Fitz Roy, des mit 3.406 Metern höchsten Berges der Region. Es ist windig und kalt und es fällt auch etwas Schnee. Dafür ist die Berglandschaft grandios. Vier Stunden benötigt man für den 10 km langen Hinweg. Wälder, Hochmoor und - mit zunehmender Höhe - immer karger werdende Vegetation begleiten uns. Allein eine Stunde des Weges entfällt auf den Schlussanstieg (kurz hinter dem Campingplatz Poincenot, wo auf zwei Kilometern Länge 400 Höhenmeter über eine Endmoräne zu bewältigen sind. Das ist echt anstrengend.

Oben angekommen die große Enttäuschung: Der Fitz Roy hüllt sich in Wolken und der Sturm macht es hier ungemütlich. Das ist nicht ungewöhnlich und kann 45 Minuten später ganz anders aussehen. Schau in die Fotogalerie und Du siehst, was wir meinen. Wenn sich das Panorama aber in der ganzen Pracht entfaltet, sieht man eines der bekanntesten und schönsten Fotomotive Patagoniens: Den schroffen Granitriesen Cerro Fitzroy, davor die tiefblaue Laguna de los Tres. Nur ein kurzes Stück weiter bietet sich seitlich ein Blick auf einen weiteren Bergsee, die Laguna Sucia. Die Höhe des Fitzroy darf man nicht zu gering einschätzen: Am Ende der Wanderung ist man auf gut 1.000 Höhenmetern angekommen, darüber erhebt sich weitere 2.400 Meter der eindrucksvolle Berg.

Das Wetter bessert sich, es klart auf und wird nun frühlingshaft warm. Statt den gleichen Weg zurück zu nehmen empfiehlt sich auf dem Rückweg die Abzweigung zur Laguna Capri. Auch hier gibt es eine tolle Aussicht. Die Wanderung dauert 8-9 Stunden ohne große Pausen und ist nicht zu unterschätzen. Da wir doch noch nicht genug haben, gehen wir nach Beendigung dieses Wanderwegs noch zum Wasserfall Chorillo del Salto, 3 km außerhalb von El Chaltén. Auch das ist lohnenswert. Nach 10 Stunden auf den Beinen, 51.000 Schritten und 800 Höhenmeter sind wir um 18 Uhr wieder im Hotel.

Fazit: Eine fantastische Tour, wärmstens zu empfehlen. Aber auch anstrengend! Man ist hier nicht allein und trifft immer wieder auf Wanderer und (näher zum Berg) Bergsteiger, die auf das richtige Wetter warten, um den anspruchsvollen Berg zu erklettern.

Wir essen in der Trattoria Maffia zu Abend. Wir müssen letztlich 90 Minuten (!) auf einen Tisch warten. Ein Bier zur Überbrückung geht noch die ersten zehn Minuten draußen, aber mit Sonnenuntergang wird es schlagartig empfindlich kalt. Nudeln mit grünem Spargel und Lasagne sind in Ordnung. Mit zwei Bier kostet das 1.260 Pesos, also 29 Euro. War o.k., mehr aber auch nicht.

23:15 Uhr sind wir durch die stürmische und bitterkalte Nacht zurück im Hotel.

Am Folgetag fahren wir erst um 16 Uhr weiter, müssen aber bereits um 10 Uhr auschecken. So nehmen wir eine weitere Wanderung in Angriff, diesmal zur Laguna Torre. Das ist für geübte Wanderer gut machbar, die Steigungen sind nicht zu steil, entlang des Flusses wird der Weg über Flusskiesel etwas ruppiger. Wenn man Glück hat, kann man die drei Granitnadeln des unter Bergsteigern berüchtigten Cerro Torre (3.128 Meter hoch) und seiner Nachbarn Cerro Egger und Cerro Standhardt sehen. Das ist aber unwahrscheinlich, denn diese Berge ziehen Wolken magisch an. Es ist extrem windig und teilweise regnet es. Trotzdem schön: Man sieht den Gletscher Torre, der den gleichnamigen See speist, in dem Eisschollen treiben. Auf dem Rückweg klart es auf und nach 90-minütiger Wartezeit (wir haben ja genug Zeit) am Mirador del Cerro Torre zeigen sich tatsächlich mal kurz die Bergspitzen.

15:15 Uhr sind wir zurück. Mit 18 km und 500 Höhenmetern war auch dies eine ausgiebige Wanderung.

Fazit: Schön! Das Wetter hat heute nicht so gepasst. Falls man nur für eine Wanderung Zeit (oder Energie) hat, ist die vom Vortag zu bevorzugen.
16 Uhr verlassen wir El Chaltén und fahren zurück nach El Calafate, wo wir um 18:30 Uhr ankommen. Unser Hotel heißt auch hier Kalenshen, ist rustikal und nett. Es liegt etwas außerhalb des Stadtzentrum, das aber mit einem kleinen Spaziergang gut erreichbar ist.

Wir essen im relativ nahe gelegenen (15 Gehminuten) Grillrestaurant La Tablita zu Abend. Der Grillteller für zwei Personen ist üppig, dazu Pisco Sour, ein Bier, Pommes und Gemüse, ein toller Nachtisch (Eis und Früchte), zwei Cortado, eine Flasche Wasser und eine Flasche Rotwein lassen die Rechnung auf 3.100 Pesos (72 Euro) anschwellen. Das war es aber auch wert, sehr zu empfehlen. Rund und satt rollen wir den Berg hoch zum Hotel. Gut, dass wir so müde sind, denn das Hotelrestaurant grenzt an unser Zimmer und dort ist heute Remmidemmi mit Musik und Gesang. 22:20 Uhr liegen wir in der Kiste.



Am Folgetag steht der Ausflug zum Perito Moreno-Gletscher auf dem Programm. Wir fahren, begleitet von einem lokalen Guide, um 8 Uhr ab und brauchen für die 80 Kilometer Fahrstrecke zwei Stunden. Unterwegs sehen wir einen Adler und einen Aguja (Andenbussard).

Der Perito Moreno-Gletscher mündet in den Lago Argentino und ist eines DER Touristenziele. Das darf man nicht verpassen. Wir beginnen 10:30 Uhr eine Tour mit einem ziemlich vollen Boot (Hauptsaison). Das ist nicht billig (1.200 Pesos pro Person, also 28 Euro), aber man kommt relativ nah an den Gletscher und kann aus der Ameisenperspektive dessen Ausmaße begreifen. Wir schippern eine Stunde an der 40 bis 70 Meter hohen Eiswand vorbei. Die Spannungen im Eis entladen sich gelegentlich mit lautem Knall. Ein tolles Erlebnis und sehr eindrucksvoll!

Anschließend haben wir 2,5 Stunden Freizeit, um die Wege und Stege gegenüber der Gletscherzunge abzuschreiten. Von oben hat man einen tollen Überblick über die fünf Gletscher, die sich im Perito-Moreno-Gletscher vereinen. Näher an der Abrisskante kann man mit etwas Glück kleine Brocken ins Wasser fallen sehen. Der Gletscher bewegt sich zwei Meter pro Tag, also relativ schnell. Die Zeit ist zwar ausreichend, aber hier hätten wir auch noch länger verweilen können.

Auf dem Rückweg lassen wir uns frühzeitig an der Uferpromenade von El Calafate absetzen, da im Lago Argentino viele Wasservögel beobachtet werden können. Wir sehen Gänse, Schwäne, Enten und Flamingos.

Auf dem Fußweg zurück durchqueren wir die moderne und aufgeräumte Stadt, trinken Pisco Sour und Margarita und sehen ganz nebenbei auch noch Schwarzzügelibisse am Straßenrand. Im Supermarkt La Anónima kaufen wir das Abendessen für Chile, wo wir am Folgetag hinfahren werden.

19:20 Uhr finden wir im Lokal El Cucharón noch einen Tisch für Zwei. Lomo mit überbackenen Kartoffeln und Guanako (eine Lama-Art) mit Kartoffeln sind großartig. Das Lavendeleis zum Nachtisch teilen wir uns, ebenfalls sehr gut. Mit zwei Pisco Sour, einer Flasche Rotwein und einer Flasche Wasser summiert sich die Rechnung auf 1.870 Pesos ( 44 Euro), für die die gebotene Qualität angemessen ist.

21:30 Uhr sind wir zurück im Hotel und packen noch etwas um, denn die Reiseleitung empfiehlt, nur eine Reisetasche mit nach Chile zu nehmen.
4 Uhr stehen wir auf, 5 Uhr gibt es Frühstück, 5:40 Uhr müssen die Gepäckstücke einzeln etikettiert werden, 6 Uhr fahren wir ab. Nach wenigen Pausen passieren wir die Grenze nach Chile, was seine Zeit dauert. 11:30 Uhr treffen wir unseren lokalen Guide, der für den Nationalpark Torres del Paine benötigt wird.

Auf der Weiterfahrt sehen wir das beeindruckende Bergmassiv des südlichen patagonischen Eisfelds sowie einen Fuchs, Guanakos und mehrere Andenkondore. Dann stoppen wir an mehreren Seen, Lagunen und Wasserfällen, um die tolle Landschaft zu genießen:
  • Laguna Amarga
  • Cascada (=Wasserfall) del Río Paine
  • Lago Sarmiento
  • Lago Nordenskjöld
  • Salto Grande
  • Lago Pehoe

Das Wetter spielt auch mit, es regnet nicht. Aber es ist kalt und die Sturmböen erreichen 90 Stundenkilometer.

17:30 Uhr erreichen wir Río Serrano, eine lockere Ansammlung von Gebäuden. Hier liegt unsere nette Unterkunft Cabanas Tyndall. Je zwei Paare teilen sich eine Hütte (d. h. gemeinsamer Sanitärraum, Küche, Wohnzimmer, getrennte Schlafzimmer). Wir sind hier auf uns allein gestellt, denn das zugehörige Hotel ist vor zwei Jahren abgebrannt. Daher müssen wir uns selbst mit Frühstück versorgen. Sehr rustikal, aber der Ausblick auf die Berge ist phänomenal.

Die Reiseleitung hatte empfohlen, für einen Abend Essen in Argentinien einzukaufen und hier selbst zuzubereiten, da es in Río Serrano nur ein extrem teueres Restaurant und keinen Supermarkt oder ähnliches gibt. Die Preise sind deshalb so hoch, weil wirklich alles aus großer Distanz angekarrt werden muss. Allerdings darf man über die Grenze keine Frischware mitnehmen, also keinerlei Fleisch, Gemüse oder ähnliches. Abgepackte Fertigwaren sind erlaubt. Wir haben das gelöst, indem wir Nudeln, Tomatensauce, ein paar Gewürze mitgenommen haben, für das Frühstück Marmelade, Honig und Toastbrot, dazu ein paar Dosen Bier und eine Flasche Rotwein. So kann man einen Tag überbrücken. Und einen Tag beißt man in den sauren Apfel und zahlt die hohe Restaurantrechnung.

Das Essen in der Quincho Pampa Lodge ist gut, aber - wie erwartet und angekündigt - teuer. Zwei Lomo mit Kartoffelspalten und drei Bier kosten rund 100 US$.



Heute fahren wir um 9 Uhr los zum Lago Grey. An der Wachstation starten wir den 6 km langen Rundweg, nehmen die Brücke über den Río Avutardas und erreichen (fast verweht vom Eiswind mit 100 km/h, der so manche Menschen einfach umwirft) die Halbinsel Isla de los Hielos. Beim Aussichtspunkt auf den Lago Grey sehen wir im See treibende Eisberge, Bruchstücke des am anderen Ende des Sees in 14 km Entfernung zu sehenden Grey-Gletschers. Das sind schon tolle Anblicke, aber im Sturm erarbeitet. Zum Aufwärmen gehen wir in das nahe gelegene Hotel Lago Grey auf einen Snack und einen Drink.

15 Uhr fahren wir zurück und lassen uns beim Aussichtspunkt auf das Tal des Río Serrano absetzen, damit wir noch einen kleinen Spaziergang haben. Heute kochen wir in unserer Hütte die mitgebrachten Nudeln. Die Ausstattung der Küche ist klaglos und der Abend geht gemütlich mit einem Blick auf die Cordillera del Paine zu Ende.

Am nächsten Morgen frühstücken wir gemütlich und genießen einen letzten Ausblick. 8 Uhr treten wir die lange Rückfahrt nach El Calafate an. Wir kommen gut durch und auch die Ausreiseformalitäten aus Chile und die Wiedereinreise nach Argentinien am Grenzpunkt Río Guillermo sind schnell erledigt.

17:30 Uhr sind wir wieder im Hotel Kalenshen in El Calafate und nehmen die deponierten Koffer in Empfang. Heute ist Sonntag und viele Restaurants haben geschlossen. So landen wir schließlich bei Pietro's. Das Lomo ist gut, das Hühnchen in Ordnung. Kein Brüller, aber völlig o.k. Im Hotel packen wir aufgrund des morgen anstehenden Fluges wieder etwas um und gehen 23 Uhr schlafen.

Fazit: Eine weite Anreise, Kompromisse in der Unterkunft ... aber die Bergwelt hier gehört zu den Highlights einer Patagonienreise. Das ist den Aufwand wert. Sehr schön!
5:45 Uhr Frühstück, 6:30 Uhr Gepäck abgeben. Der Flughafen ist schnell erreicht und der Flug pünktlich. 70 Minuten später landen wir in Ushuaia. Ein überraschend geräumiger Bus holt uns ab und wenige Minuten später sind wir im Hotel Tierra del Fuego, das recht ordentlich ist. Die Zimmer können erst 13:15 Uhr bezogen werden.  Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung.

Am Folgetag beginnt um 8 Uhr der Ausflug in den Tierra del Fuego-Nationalpark. Schöne alte Schmalspur-Dampflokomotiven sehen wir an der Bahnstation der Bahn am "Fin del mundo" ("Am Ende der Welt"). Wir machen aber keine Bahnfahrt, sondern fahren zur Lagune Bahía Ensenada Zaratiegui und unternehmen dort einen 45-minütigen Spaziergang. Die Landschaft ist interessant und das Wetter angenehm, fast windstill und nicht allzu kalt. Hier liegt auch das "Postamt am Ende der Welt", ein schönes Fotomotiv. Ein Stück weiter führt ein zweiter Spaziergang zur Bahía Lapatai, dem Ende der Nationalroute 3, die 17.848 km entfernt in Alaska ihren Anfang hat. Pünktlich zur Abfahrt beginnt es zu regnen, gutes Timing. Wir sind um 13 Uhr zurück im Hotel und haben zwei Stunden Freizeit.

Optional stehen zwei Bootstouren auf dem Beagle-Kanal zur Auswahl. Wir haben die längere gebucht. 15 Uhr besteigen wir, begleitet von einem kurzen Hagelschauer, den modernen Katamaran, der uns für 2.450 Pesos pro Person (57 Euro) 4,5 Stunden durch den Kanal und entlang der Inselwelt schippert. Wir besuchen zuerst eine große Kolonie Königskormorane. Ein Stück weiter steht der 1920 in Betrieb genommene Leuchtturm Les Éclaireurs auf einer Felsinsel. Auch hier gibt es viele Kormorane und Seelöwen. Gut ist: Der Katamaran wird bei jeder Sehenswürdigkeit gemächlich gedreht , so dass alle Passagiere gute Sicht haben. Fast eine Stunde fahren wir weiter bis zur Isla Martillo, bekannt für die dortige Pinguinkolonie. Hier kommen drei Pinguinarten zusammen: Magellan-, Esels- und Königspinguine. An zwei Stellen strandet der Katamaran am Kiesstrand. Aussteigen kann man nicht, aber die Tiere zeigen keine Scheu und wir haben gute Sicht auf die Pinguine an Land und im Wasser. Das ist eine gemütliche und schöne Tour, die sich lohnt. An Deck ist es oft sonnig, es windet nicht zu sehr und man kann jederzeit in die Großkabine zum Aufwärmen gehen.

Ushuaia erreichen wir nach anderthalb Stunden Rückfahrt. Hier scheint gerade die Welt unterzugehen, wenn man den dramatisch schwarzen Wolken glauben darf. Die umliegenden Berge haben Neuschnee abbekommen und in der Stadt hat es kräftig geregnet. Wir gehen zügig in das Restaurant Moustacchio. Die lokale Spezialität wären die riesigen Königskrabben, aber dafür reicht unser Appetit nicht. Stattdessen nehmen wir Schnitzel mit Pommes, Nudeln mit Sahnesoße und zwei lokale Cape Hoorn-Biere. Das ist gut und günstig (1.010 Pesos = 24 Euro). 22:30 Uhr sind wir zurück im Hotel.

Am nächsten Tag haben wir kein Programm. Bis 11 Uhr müssen die Zimmer geräumt werden, erst um 18 Uhr werden wir für den Flug nach Buenos Aires abgeholt. So kann man durch Ushuaia schlendern und am Hafen die Kreuzfahrtschiffe für Antarktis-Touren bestaunen. Die Fahrt zum Flughafen ist kurz und der Check-In unproblematisch. Der Flug hat etwas Verspätung und startet 20:30 Uhr.
23:30 Uhr landen wir bei 29° C in Buenos Aires. 0:30 Uhr erreichen wir wieder das Hotel Castelar. Hier ist es brechend schwülwarm. Weite Stadtgebiete sind derzeit ohne Strom. Der Notstromgenerator sorgt für Licht und den Betrieb eines Fahrstuhl, aber die Klimaanlage ruht. 1 Uhr liegen wir im Bett und säfteln vor uns hin. Aber zumindest lässt sich ein Fenster zum Innenhof öffnen, so dass wir halbwegs gut schlafen können.

Auch den Morgen müssen wir erst stromlos gestalten, erst 8:32 Uhr ist alles wieder hergestellt. Wir gehen spät um 9:45 Uhr frühstücken, da ist nicht mehr alles verfügbar. Wunderschönes Wetter, ca. 30° C, dazu ein frischer Wind ... das lädt zu einem weiteren Spaziergang durch Buenes Aires ein. Hinter dem alten Hafengelände liegt der Naturpark Ecológica Costanera Sur. Sehr schön, sehr grün, überall fliegen Schmetterlinge und Libellen. Hier erreicht man den Río de la Plata, den Mündungstrichter der großen Ströme Río Paraná und Río Uruguay in den Atlantischen Ozean. Auf der anderen Seite liegt Montevideo, die Hauptstadt Uruguays. Die Flussmündung ist aber hier so breit, dass man das andere Ufer nicht sehen kann.

Am Nachmittag suchen wir auf der Einkaufsstraße Florida und ihren Nebenstraßen nach letzten Reisemitbringseln (wenig erfolgreich). Um 19 Uhr nehmen wir ein letztes gemeinsames Abendessen mit der Reisegruppe im neben dem Hotel gelegenen Restaurant ein. Lomo mit gratinierten Kartoffeln (350 Pesos = gut 8 Euro) und Pilzrisotto (200 Pesos = 4,65 Euro) sind gut.

20:45 Uhr gehen wir los zum letzten Event des Urlaubs, der für 1.700 Pesos pro Person (40 Euro) gebuchten Tangoshow im Restaurant El Querandí im Stadtteil San Telmo. Das sind nur 15 Minuten Fußweg. Das Lokal ist bis auf unsere zwei vorreservierten Tische proppenvoll. Wein, Wasser und eine Vor- oder Nachspeise sind im Preis inbegriffen. Die Show startet um 22:30 Uhr. Es wird mit Livemusik, Gesang und Tanz die Geschichte des Tango erzählt. Verschiedene Tanzpaare, Stilrichtungen und Kostüme machen das zu einer kurzweiligen, wenn auch touristischen, Unterhaltung. Was die Tänzer so auf der Bühne darbieten, ist schon akrobatisch. Die Vorführung dauert eine Stunde. Das hat uns sehr gut gefallen und können wir empfehlen. Mitternacht sind wir zurück im Hotel.

Am Folgetag frühstücken wir um 8 Uhr. 9:45 Uhr werden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wir sind schnell eingecheckt. 13:15 Uhr hebt der Dreamliner ab. Es sind einige Plätze unbelegt, so dass wir wie schon beim Hinflug eine Dreierreihe für uns haben. Am Folgetag landen wir pünktlich in Madrid, erreichen stressfrei unseren Anschlussflug und sind planmäßig in Frankfurt.
Kosten
Die Reise ist pauschal nicht billig.
Zudem sind viele Ausflüge optional und kosten daher zusätzliches Geld, ebenso die Eintritte in die Nationalparks.
Aber dafür bekommt man wirklich viel geboten. Diverse Inlandsflüge, Busfahrten, ordentliche Hotels.
Unterbringung, Transporte, Reiseleiter und Organisation waren diesmal wirklich gut.
Entgegen den Vorabinformationen war das Frühstück (außer in Chile) überall inkludiert.
Das Preisniveau ist niedriger als bei uns. Wir hatten aber sehr viel Glück: Der argentinische Pesos wird regelmäßig abgewertet und im Gegenzug steigen die Preise in Argentinien. Kurz vor unserem Reisebeginn hatte eine solche Abwertung wieder stattgefunden, die Preisspirale aber noch nicht begonnen. So hatten wir einen günstigen Umtauschkurs und eine relativ hohe Kaufkraft.

Geld wechselt man am besten in einer Wechselstube. Unterwegs gibt es kaum Umtauschmöglichkeiten.
Es gibt zwar nicht wenige Geldautomaten, aber entweder funktionieren sie nicht mit unseren Karten oder es wird nur ein sehr kleiner Betrag (im Gegenwert von maximal etwa 40 Euro) ausgespuckt. Dazu fallen Gebühren an.
Kreditkarten werden angenommen, aber für Eintritte in Nationalparks, optionale Ausflüge, Guides usw. braucht man Bargeld.
Wir haben 1.000 Euro in bar (für zwei) in die Landeswährung Peso getauscht (damaliger Kurs: 1 Euro = 43 Pesos).
Trinkgeld ist dabei nicht berücksichtigt.

Trinkgeld
Die Reiseleitung hat eine zentrale Trinkgeldkasse geführt, in die wir alle eingezahlt haben.
Das Trinkgeld für den (sehr guten) Reiseleiter haben wir in US$ gegeben.

Reisezeit
Januar war eine sehr gute Reisezeit, denn auf der Südhalbkugel herrscht Sommer.
In Buenos Aires ist es dann subtropisch heiß, im nördlichen Patagonien mit Puerto Madryn und Bariloche angenehm warm und weiter im Süden nicht zu kalt. Den patagonischen Winter muss man vermeiden, da hier enorme Schneemassen fallen.
Ein Wort zum Wetter: Es war alles dabei. Wir hatten sehr viel Sonnenschein, aber auch immer mal etwas Regen, Schnee, Hagel. Es ist oft stürmisch und wird dann gefühlt sehr kalt. Richtige Kleidung vorausgesetzt ist das alles auszuhalten, aber man muss für große Hitze ebenso wie für raue Bergwanderungen gerüstet sein.

Essen und Trinken
Das Essen ist nicht sonderlich exotisch, da es keine ursprüngliche einheimische Küche gibt. Es finden sich vor allem Einflüsse der Einwanderergruppen, d. h. italienisch inspirierte Küche und deutsch inspiriertes Bier.
Es wird viel Fleisch gegessen, vor allen Lomo (Rinderfilet). Wir waren vom Fleisch erst etwas enttäuscht, denn Argentinier mögen das Fleisch gern sehr durch und wie bei einem Rumpsteak mit dickem Fettrand. Wer das mag ... unser Rat wäre, immer die höchstmögliche Qualität zu bestellen, da sind die Chancen auf ein gutes Steak am besten. Die Spannbreite ging von eher zäh bis hervorragend.
In Patagonien wird zudem Lamm auf großen Spießen um eine Grillstelle aufgespannt und dann Teile davon als "Cordero patagónico" serviert. Das ist deftig, aber wirklich lecker.
Die Beilagen sind eher langweilig ... Kartoffeln in allen Variationen ... aber viel mehr wird nicht angeboten.
Pasta, Lasagne, Risotto sind weit verbreitet.
Es gibt hervorragende Eisdielen mit großer Auswahl.
Neben der großen Marke Quilmes wird oft hervorragendes Bier lokaler Brauereien angeboten.
Der argentinische Rotwein ist Weltklasse, auch Weißweintrinker kommen auf ihre Kosten. Probier mal die Rebsorte Torrentés, die bekommt man in Europa nur selten.
Gelegentlich gibt es Cocktails, vor allem der Pisco Sour war sehr gut.

Unterkünfte
Die Hotels waren ordentlich und in guter zentraler Lage.
Die Lodges in El Calafate, El Chaltén und in Chile waren sehr rustikal.
In Chile mussten sich je zwei Paare eine Blockhütte teilen. Das war für zwei Übernachtungen völlig in Ordnung und man hatte bis dahin genug Zeit, in der Reisegruppe Sympathien auszuloten und "passende" Mitbewohner zu identifizieren.

Transfer
Die Tour beinhaltet mehrere Inlandsflüge. Das war wie in Europa unkompliziert und pünktlich.
Für die Strecke von Buenos Aires nach Puerto Madryn nutzen wir einen Linienbus. Das ist nicht mit unseren Bussen vergleichbar, sondern viel komfortabler. Es gibt Verpflegung und viel Sitzfreiheit mit annähernd Liegesitzen. Für Übernachtfahrten eine super Alternative zum Flug.
An den jeweiligen Orten hatten wir unterschiedliche Busse und Fahrer. Das war alles gut.
Merkwürdig und fast vertraut waren bürokratische Auflagen: Auf Überlandreisen muss jeder Koffer etikettiert sein, um jederzeit einem Passagier zugeordnet werden zu können.
Rund um San Carlos de Bariloche waren wir mit öffentlichen Nahverkehrsbussen unterwegs. Das funktioniert nach dem Prepaid-Prinzip: Man braucht eine Buskarte, die man vorher mit einem Geldbetrag aufladen muss. Beim Einsteigen registriert man die Karte und beim Aussteigen checkt man aus. Der ausmachende Betrag wird dann von der Karte abgezogen. Das ist super einfach und wir konnten so zu viert eine Karte gemeinsam nutzen. Zu beachten ist:
  • Man muss erst mal so eine Karte haben (hatte unser Reiseleiter im Bestand und hat sie uns ausgeliehen).
  • Man muss abschätzen, wie viel man verbraucht. Auf der Karte verbleibendes Guthaben bekommt man nicht zurück.
  • Man muss eine Aufladestelle suchen. Das sind oft Kioske, die an einem Emblem erkennbar sind. Diese Läden haben aber ein Kontingent an Kartenaufladungen. Am ersten Abend gingen wir in einen Kiosk und erhielten den Hinweis, dass das Kontingent ausgeschöpft sei. Also: Keine Kartenaufladung. Am nächsten Tag funktionierte es dann im gleichen Geschäft problemlos. Man gibt die Karte und das entsprechende Bargeld ab und das wird als Guthaben auf die Karte gebucht.

Sauberkeit/Hygiene
War auf dem Niveau wie bei uns in Europa, alles sehr ordentlich.
Wasser aus der Leitung ist o.k. zum Zähneputzen, aber nicht zum Trinken geeignet.

Gesundheit
Der oft sehr starke Wind hat uns eine Erkältung eingebracht. Kann passieren.
Sonst gibt es keine besonderen Risiken.
Die Wanderungen waren gut zu bewältigen (und immer optional). Aber man muss immer auf das Wetter achten, insbesondere auf die Windverhältnisse. Wenn man einen steilen Bergpfad marschiert und vom Sturm erwischt wird, hat man ein echtes Problem.

Sonstiges

Brauche ich einen Adapter? Ja, für Steckdose vom Typ I. Vielerorts gibt es auch Steckdosen, in die unsere Euro-Stecker direkt passen. Aber das ist nicht überall so.

Internet vor Ort? WLAN gibt es in Hotels manchmal, aber eher in der Lobby. Vielleicht ist das seit unserer Reise besser geworden.

Wie sieht es mit der Sprache aus? Landessprache ist Spanisch und ein paar Brocken schaden nicht.
Sendero = Wanderweg
Mirador = Aussichtspunkt
Puerto = Hafen
Río = Fluss
Lomo = Rindfleisch
Vacío = Flank Steak
Cordero = Lamm
Cerveza = Bier
Man kommt aber auch mit Englisch gut durch. Lokale Guides sprechen meist Englisch (und wo nicht, hat der Reiseleiter simultan übersetzt). Auf Deutschkenntnisse darfst Du nicht hoffen.

Zusammenfassung
Die Reise war sehr gut organisiert. Wir können sie klar weiterempfehlen.
Wir waren begeistert, denn Gletscher und Bergwelt waren ganz neue Eindrücke für uns. Im extremen Patagonien gibt es zwar nicht viele verschiedene Tierarten, aber dafür war die bestehende Tierwelt sehr gut zu beobachten.
Die Kombination aus der tollen Großstadt Buenos Aires und der landschaftlichen rauen und kargen, aber auch eindrucksvollen patagonischen Landschaft ist sehr reizvoll.
Die Städte in Patagonien haben uns positiv überrascht. Ganz schmuck, modern, überall mit Outdoor-Läden, Bars und Restaurants.
Außerhalb der Städte verteilt sich der Tourismus auf einer riesigen Fläche. Man ist nie allein, vor allem an Höhepunkten wie Wasserfällen oder Aussichtspunkten trifft man viele Menschen, ohne dass es überlaufen wirkt.
Das Konzept von Djoser sieht einen Reisebegleiter vor, der sich um Transport und Organisatorisches kümmert, aber kein klassischer Reiseleiter ist. Das ist immer Glückssache, wen man da erwischt. Wenn man Pech hat, war derjenige noch nie selbst vor Ort und muss sich auf Informationen früherer Reisen verlassen. Wir hatten diesmal Glück: Unser Reiseleiter (so verstand er sich) lebt selbst in Südamerika. Er konnte Spanisch, kannte die Orte und hat an jedem Ort Ausflugsmöglichkeiten angeboten und auch Tipps gegeben, was man sich anschauen kann. Top, sehr kompetent!
Man hat auf dieser Rundreise genug Freizeit, in der man außerhalb der Reisegruppe spazieren, besichtigen, essen gehen kann. Wie beim Reiseveranstalter Djoser üblich wird man nicht rund um die Uhr betreut und begleitet. Uns gefällt das, um dem Gruppenkoller zu entgehen und eigenen Interessen nachzugehen. Studiosus-Verwöhnte sind davon gelegentlich irritiert.

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