Wir waren im Juni 2017 für fast vier Wochen im Mietwagen an Australiens Westküste unterwegs.
Ausgangs- und Endpunkt der Tour war Perth.Wir fuhren danach von Perth nach Exmouth im Norden und entlang des Ningaloo Reefs südwärts nach Coral Bay.Weiter in den Süden ging es zur Shark Bay und über einige weitere Stationen ganz in den Süden der Westküste bis Augusta.
Wie kommt man gerade auf Australiens Westküste? Die Keimzelle zu diesem Urlaub war eine Dokumentation, die wir im Fernsehen sahen. Dort ging es um das Ningaloo Reef, ein Saumriff im Westen des Kontinents, das viel weniger bekannt ist als das Great Barrier Reef. Das machte uns neugierig, denn wir hatten vorher davon noch nichts gehört. So haben wir uns informiert, was es in dieser Region sonst noch so zu sehen gibt und waren schnell angefixt.
Wir bevorzugen ja Pauschalreisen und geführte Rundreisen. Diese sind aber für Westaustralien kaum zu bekommen und extrem teuer. Also sind wir die Reise als Mietwagentour angegangen.
Wir haben diese Reise pauschal über Explorer Fernreisen gebucht.
Das beinhaltete den Mietwagen, die Hotels und einige Ausflüge vor Ort.
Vor Ort mussten wir uns um alles selbst kümmern, aber die vorherige Beratung bei der Ausarbeitung der Reiseroute war hervorragend und es hat alles wie erwartet geklappt.
Die Hin- und Rückflüge waren mit Singapore Airlines. Das ist eine sehr gute Airline. Das bedeutete natürlich einen Zwischenstopp in Singapore.
Die Reise bietet ganz viel Naturerlebnisse: Gutes Schnorcheln (unter anderem mit Walhaien und Mantarochen), fantastische Landschaften (Wüste, schroffe Küstenlandschaften, endlose und menschenleere Strände, riesige Bäume) und exotische Tiere.
Zusammengefasst war das eine begeisternde Reise mit viel Abwechslung. Lest aber unsere Hinweise bezüglich der Vorbereitung.
Zu Fotos und ergänzenden Informationen klickt auf eine der folgenden Kacheln oder blättert auf dieser Seite weiter nach unten.
Mittags startet unser Airbus A380 nach Singapur. Die Verpflegung mit Getränken, Speisen und Snacks ist sehr gut. Pünktlich landen wir nach 12 Stunden 20 Minuten um 6:30 Uhr Ortszeit in Singapur-Changi. Wir müssen nicht das Terminal wechseln, das ist gut. Wir besuchen die Schmetterlingsausstellung. In einem überraschend großen Bereich innerhalb des Flughafens tummeln sich 1.000 Exemplare vieler verschiedener Schmetterlingssorten auf zwei Ebenen. Daneben plätschert ein 6 Meter hoher Wasserfall. Sehr schöne Unterhaltung zwischen den Flügen!
9:30 Uhr startet unser nächster Flug. Wir landen in Perth um 14:30 Uhr Ortszeit (+6 Stunden gegenüber deutscher Sommerzeit). Die Einreiseformalitäten sind unkompliziert und bereits 24 Minuten nach der Landung stehen wir vor dem Flughafen. Der Himmel ist strahlend blau bei 27° Celsius. Wir nehmen ein Taxi zum Comfort Hotel Perth. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostet 40 Australische Dollar (27 Euro). Das Zimmer ist klein, aber völlig in Ordnung. Wir hatten dieses Hotel aufgrund der fußläufigen Nähe zur AVIS-Station gewählt, bei der wir morgen unseren Mietwagen abholen werden. Dafür ist es ideal.
16:15 Uhr ziehen wir los zur kleinen Stadterkundung. Dank der Zeitverschiebung sind wir ganz fit. Heute ist Pfingstmontag und entsprechend wenig los. Beim schönen Gebäude der Perth Mint (Münzprägeanstalt) sehen wir Regenbogenloris, sehr farbenprächtige Papageien. Wir gehen zum Pier und sind überrascht: Hier tobt das Leben, denn es findet gerade das Western Australia Festival statt. Wir gehen weiter in den Stadtteil Northbridge. Entlang der Beaufort Street und den Seitenstraßen gibt es viele Restaurants, Bars und Pubs. Das Steakhouse "Outback Jacks" hat Sitzplätze im Freien und bietet Steaks von vielen australischen Wildtieren an. Büffelsteak und Emusteak mit Pommes sind lecker, bieten aber der Kauleiste ordentlichen Widerstand. Das Ale schmeckt hervorragend. 141 A$ (95 Euro) sind als Rechnung kein Pappenstiel. Die Nacht ist lau, der Rückweg entspannt, aber jetzt sind wir auch geschafft und schlafen schnell ein.
Am nächsten Morgen haben wir keinen Stress und gehen um 8:30 Uhr zum recht üppigen Frühstücksbüfett. Das ist lecker, aber Punkt 9 Uhr wird rigoros abgeräumt. Wir schnappen unsere Koffer und laufen zur AVIS-Station, die nur 450 Meter entfernt liegt. Blöd ist nur, dass unser Fahrzeug erst ab 11 Uhr fertig sein wird. So müssen wir noch eine Stunde mit vollem Gepäck totschlagen. Dann ist es soweit, unser silberner Mitsubishi ASX (Outlander) steht bereit. Wir haben ein Navi (gegen Extragebühr) mit geordert. Hätte es wahrscheinlich nicht unbedingt gebraucht, aber so fühlen wir uns sicherer.
Perth ist schnell verlassen, der Verkehr wird immer dünner und schließlich gibt es auch keine Ortschaften mehr. Wir müssen heute 400 Kilometer zurückliegen. Das ist zwar aufgrund des Tempolimits (maximal 110 km/h) und der guten Straße entspannt, zieht sich aber auch hin. Wir sehen unterwegs Emus, eine Art Koyote und viele tote Kängurus (road kill). Bizarr sind zwei vom Wind geformte Bäume ("leaning trees"), die durch den steten Wind quer über den Boden wachsen.
16:30 Uhr kommen wir im Ibis Styles Hotel Geraldton an und werden freundlich empfangen. Jedes Zimmer hat moteltypisch einen eigenen Parkplatz, somit entfallen weite Wege. Bis wir uns eingerichtet haben, ist die Sonne bereits untergegangen, denn die Tage sind im Winter auch hier kurz. Für einen Besuch des Leuchtturms und des Aussichtspunkts ist es heute zu spät. Das Hotel liegt etwas außerhalb, daher fahren wir mit dem Auto zur Marine Terrace. Hier ist aber völlig tote Hose, so dass wir zum Essen ins Hotel zurück fahren. Dick belegte, leckere Pizza mit Garnelen, Fish & Chips und vier Gläser leckeren Weins schlagen mit 85 A$ (58 Euro) zu Buche. Das war es wert. 21:15 Uhr verlassen wir als letzte Gäste das Lokal, 22 Uhr sind wir im Bett.
Wir wollen nicht nur Strecke machen, daher schauen wir uns das HMAS Sydney Memorial (im Gedenken an eine Seeschlacht zwischen einem australischen und einem deutschen Kriegsschiff im 2. Weltkrieg) und den örtlichen Leuchtturm an. 8 Uhr frühstücken wir (das Frühstück ist in der Übernachtung inbegriffen). 9:15 Uhr fahren wir los, denn bis Carnarvon müssen wir 480 Kilometer fahren.
Die Landschaft ändert sich unterwegs überraschend stark von kleinen und dichten Wäldern hin zu Buschland und weiter zu trockenem Grasland. Der Highway 1 ist gesäumt von toten Tieren, vor allem Kängurus, aber auch Schafen und Rindern. Greifvögel haben hier ein gutes Auskommen und müssen anscheinend nur abwarten. Unterwegs gibt es nicht viel Ablenkung: Am White Bluff Lookout kann man von einem Hügel eine schöne Aussicht auf das karge Land genießen. Ein von einem entgegen kommenden Road Train aufgewirbelter Kieselstein schlägt einen kleinen Chip in unsere Frontscheibe. Solange es so bleibt, ist das kein Problem.
15 Uhr erreichen wir Carnarvon. Wir tanken und kaufen im Supermarkt etwas ein, dann fahren wir gleich zum One Mile Jetty. Gegen 10 A$ (6,70 Euro) Eintrittsgebühr kann man bis fast zum Ende des Piers laufen und dabei Wasservögel sehen. Das ist eine nette Abwechslung. Wären wir früher gekommen, hätte man auf den Pier mit einer kleinen Bahn fahren können. Wir essen hier noch ein sehr leckeres hausgemachtes Eis aus lokalen Bananen und fahren dann weiter zu unserem Hotel Best Western Hospitality Inn. Auch hier können wir motelartig direkt vor unserem Zimmer parken. Hübsches Zimmer, Pool, das gefällt uns. Nach einem Spaziergang und einem schönen Sonnenuntergang entscheiden wir uns dann für das Hotelrestaurant. Prawn Curry und Garlic Bread als Vorspeise, Barramundi und Lamb Curry als Hauptgericht, eine geteilte Crème Brûlée und dazu eine Flasche Wein treiben die Rechnung auf 131 A$ (88 Euro). Lecker! 21:30 Uhr gehen wir auf unser Zimmer.
Noch vor dem Frühstück lockt der Chinaman's Pool. Dieser am Stadtrand gelegene Abschnitt des Gascoyne River ist ein Naturreservat mit vielen Vögeln wie Bienenfresser, Kakadu und Pelikan. Im Hotel nehmen wir das kontinentale Frühstück ein. Witzig ist eine Pfannkuchenmaschine, die wir gleich ausprobieren müssen.
Dann geht es wieder auf den Highway. Der kleine Steinschlag vom Vortag in der Frontscheibe hat einen guten Lauf und verlängert sich spontan auf einen Meter Länge. Hm, da müssen wir wohl aktiv werden. Nach der Abzweigung vom Highway Richtung Exmouth wird die Straße schmaler, ist aber immer noch gut. Das Navi hat sich spontan entschieden, erst mal eine PIN zu verlangen. Gut, dass in den AVIS-Unterlagen eine PIN steht. Schlecht, dass diese nicht funktioniert.
Na, das Mantarays Ningaloo Beach Resort am Rand von Exmouth finden wir auch so leicht. Da wir nicht viele Pausen gemacht haben, sind wir bereits um 14 Uhr da. An der Rezeption werden wir auf Deutsch begrüßt und sehr freundlich empfangen. Das Zimmer und die gesamte Hotelanlage machen einen tollen Eindruck. Parken können wir praktisch vor dem Eingang zu unserem Zimmer. Bier und Cocktails an der Bar und das Abendessen im Restaurant werden wir in den nächsten Tagen genießen. Hervorragendes Hotel, sehr zu empfehlen!
Ein Anruf bei AVIS in Perth verweist uns an die AVIS-Geschäftsstelle in Exmouth. Gut, also geht es gleich weiter dorthin, um die Problemfelder Frontscheibe und Navi anzugehen. Leider ist keiner da, aber zumindest ist eine Rufnummer hinterlegt. Am Telefon fragt man, warum wir uns nicht an Perth wenden. Den Zirkelbezug lösen wir auf und Iris verspricht, dass sie schnell da sei. Nach 15 Minuten schaut sie sich den Schaden an, telefoniert selbst mit Perth und bringt das Navi auch wieder zum Laufen. Die Frontscheibe versetzt sie jedoch in Skepsis, denn die muss ausgetauscht werden. Aber wie das arrangieren? Ein anderes Fahrzeug in gleicher Kategorie hat sie nicht verfügbar. Eine neue Frontscheibe müsste in Perth bestellt werden und käme erst an, wenn wir bereits wieder abgefahren sind. Sie hat aber noch eine Idee: Wir fahren zum Smash Repair ihres Vertrauens und - oh Glück - er hat tatsächlich noch genau eine Frontscheibe für einen Mitsubishi Outlander dieses Typs vorrätig. Wir arrangieren den Tausch für den nächsten Tag, denn da steht ein Bootsausflug an und wir brauchen das Auto nicht. Die 540 A$ (362 Euro) für die Ersatzscheibe zahlen wir aus eigener Tasche, werden wir uns aber von der Zusatzversicherung in Deutschland zurück holen.
Wir machen einen Spaziergang am Sunrise Beach, auch wenn der Strand hier nicht der Hit ist. Im Hotel trinken wir ein paar Biere (8,50 - 9,50 A$ pro Glas) und Cocktails (16 A$) an der Freiluftbar. Es gibt in Exmouth genug Alternativen für das Abendessen, aber wir müssten dann mit dem Auto in das Ortszentrum fahren. Dazu haben wir keine Lust, daher wechseln wir in das Hotelrestaurant zum vorreservierten Tisch. Garlic Bread, Thai Red Curry Prawns, Catch of the day (ein Snapper), eine Flasche Margaret River Rotwein und eine Flasche Wasser kosten 132 A$ (89 Euro). Das war sehr gut. 22 Uhr gehen wir zu Bett.
5:30 Uhr müssen wir aufstehen, denn bereits um 7 Uhr sollen wir zur bereits von Deutschland aus gebuchten Walhai-Tour abgeholt werden. Wir verzichten auf das Frühstück. Etwas verspätet um 7:20 Uhr holt uns der Bus von Ningaloo Whalesharks ab. Wir sammeln an unterschiedlichen Orten weitere Gäste (am Ende über 20) ein. Wir müssen pro Person noch 18 A$ (12 Euro) Gebühr zahlen. Komisch, aber darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an. Mitten in Exmouth trippelt eine Emu-Herde frei herum. Das ist ganz witzig und erklärt auch die Straßenwarnschilder.
8:15 Uhr erreichen wir endlich die Tantabiddi Bootsrampe. Es dauert noch etwas, bis wir losschippern. Das Boot ist vollgepackt und so gibt es kaum noch freie Sitzplätze. Wir fahren zu einer Stelle mit ein paar Korallenbomben zum Einüben des Schnorchelns. Die Strömung ist stark und der Wellengang erschwert das Ein- und Aussteigen über die Heckplattform. Wir werden in zwei Gruppen aufgeteilt, erhalten weitere Einweisungen und fahren dann auf die Außenseite des Riffs. Wir haben zwar jeder einen eigenen Shorty dabei (kurze Neoprenanzüge), aber auf Empfehlung der Crew ziehen wir noch einen dünnen Ganzkörperanzug darüber. Das dient vor allem dem Schutz vor den extrem giftigen Quallen, auch wenn es dafür keine Saison ist.
Der Spotter, ein Kleinflugzeug, sucht derweil nach Walhaien. Der Wellengang hier draußen ist beträchtlich, was nicht jedem bekommt. Zum Glück sind wir halbwegs seefest. Nach einiger Zeit heißt es "Fertigmachen!" und mit lautem "Go go go!" geht es ins Wasser. Da die Walhaie stets zügig schwimmen und die Strömung enorm ist, muss man nun auf Teufel komm raus paddeln. Man sieht im aufgewühlten Wasser kaum etwas. Daher muss man den Anweisungen des Guides blind folgen. Erschwerend spülen Wellen auch immer mal Wasser in den Schnorchel. So ist das ganz schön anstrengend. Plötzlich ist der riesige Fisch direkt vor uns. Wahnsinn! Wenn man nicht Gas gibt, ist er aber auch ganz schnell wieder verschwunden. Wer erst losstrampelt, wenn der Walhai neben einem ist, hat schon verloren. Aber was für ein Erlebnis, obwohl das recht kleine Exemplar "nur" 6,50 Meter lang war. Das Einsteigen ins Boot ist bei dem enormen Wellengang echte Arbeit, aber die Crew unterstützt hier sehr gut.
Wir fahren zum nächsten Walhai und die Prozedur wiederholt sich. Diesmal hat es sich der Walhai anders überlegt und wir sehen ihn nicht. Die Wellen werden immer höher. Ein dritter Versuch ermöglicht noch einmal einen schönen Blick auf den Walhai. Dann wird aufgrund der Wellen abgebrochen, weil es nicht länger sicher ist.
Wir fahren wir auf die geschützte Seite des Riffs zum Lunch. Danach können Interessierte hier etwas schnorcheln. Besonders toll ist das aber nicht. Auf der Rückfahrt zum Steg sehen wir noch ein paar Spinnerdelfine.
Fazit: Die Tour war in Summe in Ordnung und für Wetter und Wellen kann keiner was. Walhaie haben wir auch gesehen, also können wir nicht meckern. Aber das war anstrengend. Der Spaß ist nicht billig, aber gut durchorganisiert und der Material- und Personaleinsatz (Bus, Boot, Flugzeug) hoch.
15:10 Uhr sind wir zurück am Pier und um 16 Uhr im Hotel. Unser repariertes Auto ist wie vereinbart da und der Schlüssel an der Rezeption hinterlegt. Unser Wasservorrat auf der Rücksitzbank ist allerdings verschwunden. Da wir schon ein Mittagessen hatten, trinken wir nur Cocktails an der Bar und teilen uns eine Schale Pommes. So geht der Tag gemütlich zu Ende.
Wir stehen erneut früh (5:30 Uhr) auf, nehmen aber diesmal das Frühstück im Hotel ein. Dann fahren wir Richtung Cape Range National Park. Am Vlamingh Head Lighthouse hat man eine tolle Aussicht auf die Küste. Den Einfahrt zum Nationalpark können wir dank des vorab gekauften Holiday Pass zügig passieren. Wir halten an der Mangrove Bay mit seinem Bird Hide, aber es ist kein Vogel zu sehen. Immerhin sehen wir heute aber gleich mehrere lebende Kängurus.
Im Milyering Discovery Center informieren wir uns unter anderem über die Tide und wo man wann schnorcheln gehen kann. Wir spazieren ein paar Schritte Richtung Lakeside Beach und sehen im Wasser schnell mehrere Schildkröten. Turquoise Bay bietet dann einen wunderschönen Strand. Oyster Stacks und Sandy Bay sind unsere nächsten Stationen. Am Yardie Creek endet die Straße, ab hier käme man nur noch allradgetrieben offroad weiter.
Ein kurzer Spaziergang führt zur Yardie Creek Gorge, der Schlucht des Flusses an der Mündung ins Meer. Im Gebüsch sehen wir einen Ameisenigel. Da der Walk so schnell und leicht war, nehmen wir auch noch den sich anschließenden Trail in Angriff. Dieser führt oben auf die Kliffkante und bietet einen schönen Panoramablick. Das ist nicht sonderlich anstrengend und empfehlenswert. Hier werden auch einstündige Bootstouren durch den Canyon angeboten, darauf haben wir aber keine Lust.
Wir fahren gemächlich zurück. Ab 15:30 Uhr erwachen die Kängurus aus dem Tageskoma und hüpfen lustig über die Straße. Ganz possierlich, wie auch die vielen Tierkadaver zeigen, die die Straße säumen. Eine große Trappe läuft auch noch über den Asphalt. Gut, dass wir rechtzeitig aufgebrochen sind. Zurück in Exmouth gehen wir noch kurz in den gut sortierten Supermarkt und sind 17:15 Uhr zurück im Hotel. Da es uns hier gut geschmeckt hatte, ordern wir für 19:15 Uhr einen Tisch und trinken vorher noch ein Bier an der Bar. Catch of the day ist gut, das Dreierlei vom Schwein etwas trocken. Dazu gibt es Fladenbrot mit Oliven und als Nachtisch eine geteilte Schokoladenorgie. Die Flasche Rotwein versüßt die Rechnung von 130 A$ (87 Euro).
Wir stehen wieder früh auf und frühstücken im Hotel. Der Hotelmanager empfiehlt uns zum Schnorcheln Mandu South. Also fahren wir zuerst dorthin. Der Wind ist noch stärker als an den Vortagen. Den Strand haben wir ganz für uns. Wir schnorcheln hier gemütlich rum, aber sowohl die Korallen als auch die Sichtverhältnisse sind nicht überragend. Danach besuchen wir Turquoise Bay. Hier ist das Schnorchelerlebnis etwas besser, dafür ist man auch nicht mehr ganz so allein. Wir können sogar einen Oktopus beobachten. Nach kurzem Sonnenbad packen wir um 15:15 Uhr unsere Sachen und machen uns auf den Heimweg.
Wir legen noch einen kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt ein, von dem aus man das Wrack der 1907 havarierten SS Mildura bei Ebbe sehen kann. Im Hotel nehmen wir einen Cocktail und wechseln dann zum Abendessen. Diesmal ist drinnen eingedeckt, draußen ist es wohl zu frisch. Fish & Chips und Catch of the day sind gewohnt gut. 21 Uhr gehen wir auf unser Zimmer und schlafen auch bald.
Fazit zu Exmouth: Nettes Örtchen. Das Hotel liegt etwas außerhalb, ist aber super. Zimmer, Essen, Trinken, Pool, Service ... passt alles. Die Nähe zum Cape Range National Park ist perfekt, den kann man auch wirklich sehr gut auf eigene Faust erkunden. Etwas mulmig wurde uns beim Schnorcheln am menschenleeren Strand, wo überall vor Würfelquallen gewarnt wird. Das mag nur ein Gefühl sein. Und ja, Walhai gesehen und das war wirklich beeindruckend. Sehr schön und auch die verfügbare Zeit war angemessen:
- ein Tag Bootsausflug
- ein Tag Cape Range National Park erkunden
- ein Tag unverplant / spontan
Wir schlafen heute aus, denn wir haben nur eine relativ kurze Fahrt nach Coral Bay vor uns. Das Wetter hat gewechselt und dichte Wolken stehen am Himmel, verbunden mit dem allgegenwärtigen Wind. Wir schauen uns den Charles Knife Canyon an. Die asphaltierte Straße führt an den Rand der Schlucht zu einigen schönen Aussichtspunkten. Als die Asphaltierung aufhört, wird der weitere Straßenverlauf für uns jedoch schnell zu abenteuerlich.
Auf der Weiterfahrt Richtung Coral Bay beginnt es zu tröpfeln. Bis wir ankommen, ist daraus ein stetes Nieseln geworden. Es ist erst 13:15 Uhr, also gehen wir in das kleine Einkaufszentrum. Der 200 Einwohner-Ort besteht im Wesentlichen aus Campingplatz, Hotel, ein paar Shops und Restaurants, das ist also alles überschaubar. Als wir den Supermarkt verlassen, schüttet es wie aus Eimern und regnet sich für den Rest des Tages ein. 14 Uhr checken wir im Ningaloo Reef Resort ein. Die Zimmer sind einfach, aber mit voller Apartmentküche ausgestattet. Das Hotel hat eine hübsche Bar mit guter Bier- und Weinauswahl, einen Garten und einen kleinen Pool. Strand und Meer sind schnell erreichbar.
Da ein Frühstück im Hotel 22 A$ pro Person kostet, gehen wir zurück ins Ortszentrum und kaufen Frühstückszutaten ein. Das entlastet die Urlaubskasse und wir können dabei schon mal die vier Restaurants anschauen, die zur Auswahl stehen. Dann lockt die Hotelbar und wir verkosten vier für uns neue Biersorten. Es ist durchaus kühl (15° C). Zum Abendessen gehen wir in das Ningaloo Reef Cafe zum Alfresco Dining. Scharfe Pizza mit Prawns (sehr gut), Spaghetti al Pesto, eine Flasche Rotwein und eine überraschend gute Margarita kosten 58 A$ (39 Euro). Das ist unser bislang günstigstes Abendessen. Im Hotel trinken wir noch einen letzten Rotwein an der Bar, bevor wir um 21:30 Uhr in die Heia gehen.
Wir stehen um 6:30 Uhr auf, denn für heute haben wir einen Mantarochen-Ausflug gebucht. Da wir im Apartment essen, brauchen wir zumindest keine Wege- oder Wartezeiten einzukalkulieren. Die Wettervorhersage war ungünstig und wir sind unsicher, was wir in Anbetracht der gestrigen Temperaturen anziehen müssen. Zu unserer Überraschung zeigt der Sonnenaufgang einen fast wolkenlosen Himmel. Kurz vor 8 Uhr machen wir uns auf den Weg zu Ningaloo Reef Dive, unserem heutigen Veranstalter. Der Laden liegt im Einkaufszentrum und es haben sich bereits eine Menge Leute hier versammelt. Wir melden uns an, erhalten ein Wetsuit in Langausfertigung und einen Jutesack für unser Tagesgepäck. Es dauert noch einige Zeit, bis es wirklich losgeht. Die meisten Leute gehen auf Walhai-Tour und so bleiben nur noch zehn Teilnehmer für unseren Mantarochen-Ausflug. Das ist eine angenehme Gruppengröße, die sich faktisch noch weiter reduziert, da fünf der Teilnehmer hauptsächlich zum Tauchen mitkommen.
Der erste Schnorchelgang ist wirklich schön. Auch hier gibt es Strömungen und Wellengang und die Sichtweite ist nicht toll, aber die Korallen sind sehr schön. Asho's Gap nennt sich eine große Kohlkoralle. An dieser Putzerstation lassen sich etliche Graue Riffhaie von Putzerfischen säubern und reißen dabei die Klappe ganz weit auf. Toll! Auch sonst sind viele hübsche Fische und sogar eine kleine Schildkröte zu sehen. Dazu herrscht strahlender Sonnenschein, der bis 14 Uhr anhält. Das ist viel besser als erwartet. Dann fährt eine Boot eine ganze Weile zum Treffen mit den Mantarochen. Das Spotter-Flugzeug hat zwei Mantas erspäht, relativ "kleine" zwei bis vier Meter große Exemplare. Drei Mal gehen wir ins Wasser, um die Mantas zu sehen. Das sind tolle Tiere, jedoch schwimmen sie für die beschränkte Sichtweite etwas tief. Dennoch ist das schön und weit weniger anstrengend als die Walhai-Tour in Exmouth. In einer geschützten Buch essen wir zu Mittag, bevor ein letzter Schnorchelgang am Blue Maze folgt. Das ist super, denn die Korallen sind beeindruckend und es gibt hier viele Fische. Die Grauen Riffhaie und ein riesiger Zackenbarsch sind besonders beeindruckend. Zwischen den Schnorchelgängen gibt es immer wieder warme Getränke und kleine Snacks. Auf dieser Tour wird man wirklich toll betreut, das ist sehr empfehlenswert! Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf und über dem Meer sieht man dunkle Regenzellen. Da ist es ganz passend, dass die Tour um 15 Uhr endet.
Ein großes Abendessen brauchen wir heute nicht mehr, also testen wir weiter die reichliche Bierauswahl im Hotel durch.
Am Folgetag haben wir kein Programm. Wir frühstücken im Zimmer, dann geht es zum Schnorcheln, was hier vom Strand aus problemlos möglich ist. Das ist nett, aber die Sicht unter Wasser ist unverändert beschränkt. Die Korallen hier sind recht groß.
Dann spazieren wir etwas durch den Ort und seine Umgebung und sehen dabei überraschend viele Vögel wie Regenbogenspint, Eisvogel, Ibis, Falke, Schwalbe und Zebrafink. Nach einem weiteren Schnorchelgang gehen wir an den Strand, denn hier werden um 15:30 Uhr im knietiefen Wasser Schnapper gefüttert. Die großen Fische schlängeln sich zwischen den Touristenbeinen herum und zeigen wenig Scheu. Zwar ziehen dicke Wolken auf und ein paar Regentropfen fallen, aber nass sind ja im Wasser sowieso. So ist das ein witziges Event und völlig kostenlos dazu!
Zum Abendessen wollen wir in Bill's Tavern einkehren, aber Karte und Self-Service-Konzept sprechen uns nicht an. So landen wir wieder beim Italiener vom Vortag, da war es ja gut und preiswert. Hühnerbrust, Chili Prawns, Rotwein, eine Margarita und beim Rausgehen noch ein Eis im Becher zum Mitnehmen treiben die Rechnung auf 90 A$ (60 Euro). Das war aber auch gut. Kurz nach 21 Uhr sind wir im Hotel, nehmen noch einen Pitcher Bier und schlafen danach schnell ein.
Fazit zu Coral Bay: Sehr verschlafenes Touristenörtchen mit gutem Zugang zum Riff (direkt vom Strand aus). Das Hotel war wirklich nett, die Bar sogar hervorragend. Der Bootsausflug war toll und hat uns besser gefallen als in Exmouth (obwohl da auch nicht schlecht). Für zwei Tage ist das eine gute Wahl und zeitlich angemessen:
- ein Tag Bootstour
- ein Tag zur freien Verfügung
Vielleicht würden wir im Nachhinein eher hier die Whaleshark-Tour machen statt in Exmouth, also einen Aufenthaltstag von Exmouth nach Coral Bay verschieben.
Wir stehen um 6 Uhr auf, denn heute liegen 600 Kilometer Wegstrecke vor uns. Um 7:40 Uhr sind wir auf der Piste. Bis zum Overlander Roadhouse ist das relativ langweilig, weil wir alles schon von der Hinfahrt kennen. Bei Hamelin Pool besichtigen wir die Stromatolithen, 3.000 Jahre Strukturen, die von Cyanobakterien gebildet werden. Diese Stätte ist UNESCO-Weltnaturerbe. Von außen wie Felsen aussehend, handelt es sich um lebende Fossilien, die sich vor ca. 3,5 Milliarden Jahren entwickelten.
Unser nächster Halt ist Shell Beach. In einer kilometerlangen Bucht sammeln sich seit ein paar tausend Jahren Milliarden Herzmuscheln an und bilden mittlerweile eine meterdicke Schicht. Wow, das ist beeindruckend!
Auf unbefestigten Straßen erreichen wir die Aussichtspunkte Goulet Bluff und Eagle Bluff. Entlang und gelegentlich auch auf der Straße begegnen wir Emus.
Schließlich erreichen wir um 17 Uhr Monkey Mia, unsere Station an der Shark Bay, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Ort besteht praktisch nur aus dem Hotel Monkey Mia Dolphin Resort mit Campingplatz und angeschlossener Rangerstation. Die Eintrittsgebühr für den Nationalpark zahlt man im Self Service (18 A$ = 12 Euro pro Person für maximal 30 Tage).
Beim Check-In im Hotel reservieren wir gleich im Boughshed Restaurant einen Tisch für das Abendessen. In Monkey Mia hat man nur die Auswahl zwischen dem Essen im einzigen richtigen Restaurant oder eher Basics (Burger, Fish & Chips, Pizza) in der Monkey Bar, also Biergartenambiente. Unser Zimmer ist schnell zugewiesen und wir finden direkt davor einen Parkplatz. Es ist klein und einfach, aber mit Ausblick direkt auf das Meer. Ein Emu läuft über den Steg, zwei Delfine streifen durch das flache Wasser und die Pelikane patrouillieren am Strand. Das ist eine tolle Begrüßung!
Wir gehen etwas verfrüht zum Abendessen. Wir erhalten einen guten Tisch an einer Gaslaterne, denn im recht großen Restaurant sind gerade mal vier Tische belegt. Da war die Reservierung überflüssig, aber man weiß es ja vorher nicht.
Das Essen ist nicht gerade billig, aber wirklich gut. Als Vorspeise nehmen wir super zarte Kängurufilets, dann folgen Green Chicken Curry und Thunfisch in Sesamkruste. Da geht leider kein Nachtisch mehr. Auch der dazu georderte Rotwein ist sehr lecker. Hmm!
21:30 Uhr sind wir zurück im Zimmer und gehen schnell zu Bett.
Aufstehen, Terrassentür auf, dann an den Strand. Hast Du gedacht, denn direkt vor der Terrasse mümmelt ein Känguru und ist ebenso verdutzt wie wir, bevor es davon hoppelt. Jeden Morgen gibt es eine Delfinfütterung, Dolphin Experience genannt. Das klingt schlimmer als es ist, denn die Tiere entscheiden selbst, ob sie Lust auf einen Besuch haben oder nicht. Und die paar Fische sind eher etwas für den hohlen Zahl. Die Nähe und Interaktion mit den Delfinen ist ein Spektakel, das öfter schon Gegenstand von Dokumentationen im Fernsehen war. 200 Menschen schauen sich das heute an. Dennoch ist es toll, die Tiere so nah sehen zu können.
Wir haben für heute eine Allradtour in den François Peron National Park gebucht. Für dessen Sandpisten ist unser Auto nicht geeignet. Harvey von Monkey Mia Wildsights holt uns Punkt 9 Uhr ab. Wir sind die einzigen Passagiere, was uns freut. Wir sehen einige endemische Pflanzen, blühende Akazien, Eukalyptus und Buschtomaten am Rande des Golfplatzes (Achtung: Kakadu-Flugverkehr). Dann fahren wir über sandige Pisten in den Park. Selbst im Landrover wird Druck aus den Reifen abgelassen, damit sich die Traktion verbessert und die Wege nicht in Wellen ausgeschlagen werden.
Bottle Bay zeigt beeindruckende Kontraste von Strand, Steilküste, rotem Sand und Meer. Der ganze Tag ist angefüllt mit kleinen Spaziergängen und schönen Aussichtspunkten auf tolle Landschaften. Zum Mittagessen rasten wir an einem Lookout, von dem aus auch Haie im flachen Wasser zu sichten sind.
Den Abschluss der Tour bildet Cape Peron. Das war ein toller Tag mit vielen Eindrücken, ohne große Reisegruppe und vom Tempo her gemächlich und stressfrei. Super schön und absolut empfehlenswert!
Kurz nach 17 Uhr sind wir zurück im Hotel. Wir nutzen die Happy Hour der Monkey Bar und trinken noch ein leckeres Pint One Fifty Lashes Pale Ale. Wir ordern hier auch unser Abendessen, das in transportfähigen Boxen daher kommt. Das ist optisch nicht so toll, aber geschmacklich können Cheeseburger mit Pommes und Chicken Korma mit Papadum und Reis durchaus überzeugen. So geht ein schöner Tag gemütlich zu Ende.
Der nächste Tag beginnt mit einer Dolphin Experience. Wir dürfen sogar einen Delfin füttern. Das kontinentale Frühstück für 18 A$ (12 Euro) ist gut. Aufgrund der Möwen und Krähen darf man das Essen aber keine Sekunde aus den Augen lassen.
Wir haben für heute die Katamaran-Tour "Sail with a bunch of animals" gebucht und sind ganz überrascht, dass man dann automatisch auch eine Suset-Cruise mitmachen darf. 9:45 Uhr startet der Ausflug am Jetty. Voll ist das Boot zum Glück nicht. An zwei Seegrasbänken versuchen wir, Dugongs zu finden, obwohl diese in der kälteren Jahreszeit in andere Gebiete der Shark Bay migrieren, da sie wärmeres Wasser bevorzugen. Wir haben Glück und sichten noch ein Dugong. Dann fahren wir weiter nach Cape Rose. Dort begleitet uns ein Delfin längere Zeit in der Heckwelle unseres Katamarans. Wir sehen zudem eine Grüne Meeresschildkröte und zwei Unechte Karettschildkröten, die ziemlich groß sind und unter Wasser sehr schnell schwimmen können. Um 14 Uhr endet unsere Tour (eine Stunde später als veranschlagt). Das ist ein hübscher Ausflug!
Wir buchen die inkludierte Sunset-Tour auf den Folgetag um und gehen an den Strand. Lange muss man auf Delfine hier wirklich nicht warten. Das Wetter ist überraschend schön und die Sonne brennt ganz ordentlich. Wir schnorcheln im recht kalten Wasser, sehen aber wirklich gar nichts. Daher wechseln wir zur Happy Hour an die Bar, glühen mit Bier vor und kaufen dann im kleinen Supermarkt einen Wein für die morgige Sunset-Tour (eine Empfehlung der Rangerin). Das Abendessen im Restaurant schließt den Tag überzeugend ab: Kängurufilets und Linguine mit blauer Schwimmkrabbe und Shrimps können überzeugen. Wir bestaunen noch den tollen Sternenhimmel und gehen erneut zeitig zu Bett.
Am nächsten Tag haben wir nichts spezifisches vor. Bei der Dolphin Experience sind heute 14 Delfine zu Besuch. Das ist recht viel. Wir begeben uns auf den Wulyibidi Yaninyina Walking Trail, einen kurzen Wanderweg, der durch eine kontrastreiche Landschaft führt. Drei verschiedene Längen stehen zur Verfügung, der längste knapp 2,5 Kilometer, also anderthalb Stunden. Das ist nicht spektakulär, aber kurzweilig und nicht sonderlich anstrengend.
Zurück am Strand nehmen wir ein Sonnenbad, bei 27° C und kaum Wind ist es fast schon zu warm. 16:15 Uhr beginnt unsere Sundowner Cruise. Anderthalb Stunden segeln wir ohne festes Ziel und sehen sogar noch ein paar Delfine. Dazu schlürfen wir den mitgebrachten Rotwein. Das ist entschleunigend und auch etwas romantisch. Zum Sonnenuntergang springen noch ein paar Define verspielt aus dem Wasser und eine Schildkröte streckt den Kopf raus. Schön war das!
Heute Abend gehen wir wieder an der Monkey Bar essen: Beef bzw. vegetarische Lasagne mit Salat und Chips, dazu ein Bier vom Fass. Einfach, aber lecker!
Bei beiden Dolphin Experiences am nächsten Morgen ist das Wasser schön ruhig und die Delfine scheinen besonders in Posierlaune zu sein. Unser nachfolgendes Frühstück können wir mit vereinten Kräften gegen Möwen und Krähen verteidigen. Dann heißt es Abschied nehmen von Monkey Mia.
Fazit zu Monkey Mia: Super! Plan nicht zu wenig Zeit ein, denn im François Peron National Park und bei einer Bootstour sind schon zwei Tage komplett verbraucht. Jeden Morgen gibt es ein oder zwei Dolphin Experiences (abhängig davon, ob die Delfine nochmal kommen). Diese Veranstaltungen kosten nichts. Ja, das ist Massenauftrieb, aber so nah kommt man den Tieren in freier Wildbahn wahrscheinlich nie wieder. Und jeder kann selbst entscheiden, wie oft man diese Veranstaltung besuchen möchte. Tolle Landschaft, tolle Erlebnisse, trotzdem kein Stress. Die Ranger helfen hier auch bei der Buchung von Bootstouren ... alles ganz relaxt. Das Auto kann während des gesamten Besuchs stehen bleiben.
Wir packen unsere Sachen und checken aus. 600 A$ (400 Euro) sind als Rechnung zusammen gekommen. Wir fahren über den World Heritage Scenic Drive Richtung Denham, um zu tanken. Auf dem Weg dorthin schauen wir uns noch die Little Lagoon an. Dann folgt die lange Strecke zurück zum Overlander Roadhouse und weiter über den North West Coastal Highway, den wir erst 180 Kilometer später wieder verlassen. Wir erreichen über die Kalbarri Road den spektakulären Kalbarri National Park. Dieser besteht eigentlich aus zwei verschiedenen Landschaftsformen: Hier sehen wir die Schlucht, die der Murchison River gestaltet hat, morgen schauen wir uns die Steilküste südlich des Städtchens Kalbarri an. Leider sind einige Aussichtspunkte entlang der Schlucht gesperrt, da hier eine neue Aussichtsplattform entsteht. Aber die Aussichtspunkte Hawks Head Lookout und Ross Graham Lookout sind weiterhin begehbar und bieten schöne Blicke in die Schlucht. Das ist alles gut erschlossen. Wenn man die Mühe auf sich nimmt, kann man auch zum Fuß der Schlucht spazieren.
Von hier liegt der Ort Kalbarri nur noch eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt. Wir finden schnell das Kalbarri Palm Resort. Die Zimmer sind im Motelstil. Im Hotel wird vorgewarnt: Man muss hier mit Mäusen, Kakerlaken und Schlangen im Zimmer rechnen, aber wir sehen (zum Glück) nur Buschkakerlaken. Wir spazieren zur ersten Orientierung an den Strand. An der Mündung der Murchison River ins Meer baut sich eine eindrucksvolle Brandung auf. Wir kaufen für das Frühstück ein, so dass unsere Urlaubskasse etwas entlastet wird. Durch den Ort marodieren große Scharen Rosakakadus.
Zum Abendessen zieht es uns nicht an das All-you-can-eat-Büfett unseres Hotels, denn dort kann man nicht draußen sitzen und wir scheinen die einzigen Gäste zu sein. Stattdessen kehren wir im benachbarten Kalbarri Edge Resort ein, wo auf der Terrasse hübsch eingedeckt ist. Turkish Bread mit drei Dips als Vorspeise, Chicken Panang, Snapper mit Süßkartoffeln, dazu ein Bier und drei Gläser guten Weins kosten 106 A& (71 Euro). Das war schön hier und wir sind mit nur wenigen Schritten zurück in unserem Hotel.
Am nächsten Morgen frühstücken wir um 7:30 Uhr und fahren dann zur täglich 8:45 Uhr stattfindenden Pelikanfütterung. Das ist ganz unterhaltsam und ein netter Tagesbeginn.
Wir beginnen unsere Besichtigung der Küstenlinie am Chinaman's Rock und dem dortigen Aussichtspunkt. Dann fahren wir die tollen Aussichtspunkte an der Steilküste bei perfektem Wetter ab (beginnend mit dem entferntesten im Süden) und sehen dabei:
- Natural Bridge
- Island Rock Lookout: Weit draußen auf dem Meer sehen wir sogar springende Buckelwale.
- Eagle Gorge
- Pot Alley
- Rainbow Valley: Der Wanderweg Mushroom Rock Nature Trail führt von hier nach Mushroom Rock. Nicht anstrengend und eine schöne Abwechslung.
- Mushroom Rock
- Red Bluff
Auf der Rückfahrt stoppen wir an den Blue Holes, wo man sehr gut schnorcheln können soll. Das ist wirklich begeisternd: Im flachen Wasser tummeln sich bei überraschend guter Sicht jede Menge Fische.
Die ganzen Highlights sind super erschlossen: Es gibt immer genug Parkmöglichkeiten und regelmäßig öffentliche Toiletten. Die Aussichtspunkte und Wanderwege sind in Top-Zustand. So macht das alles Spaß!
Die Dame von der Pelikanfütterung hatte uns geraten, gegen 16 Uhr auf dem hiesigen Golfplatz nach Kängurus Ausschau zu halten. Das machen wir und sehen wirklich überraschend viele Beutelhüpfer. Guter Tipp! Anschließend schauen wir uns den schönen Sonnenuntergang am Meer an und gehen zum Abendessen in die Taverne des Kalbarri Motor Hotel. Unter Wärmestrahlern kann man noch schön draußen sitzen. Wir probieren ein paar für uns neue Biere und auch das Essen ist gut. So geht ein schöner Tag in Kalbarri zu Ende.
Fazit zu Kalbarri: Super, sehr zu empfehlen. Kleiner Ort mit guter Infrastruktur, sehr abwechslungsreicher Nationalpark, toll erschlossen und ohne allzu große Entfernungen.
Das Wetter ist umgeschlagen, es ist heute dicht bewölkt und regnerisch. 9 Uhr fahren wir ab Richtung Cervantes. Unterwegs sehen wir den Pink Lake, der wirklich überraschend Pink ist. In Dongara gehen wir ein paar Schritte am Ufer spazieren und sehen auch gleich einen Kookaburra ("Lachender Hans"). In Port Denison schauen wir uns nur kurz den schönen Strand an. Dann verlassen wir den Highway 1 und fahren auf den Indian Ocean Drive. Hier ändert sich die Landschaft wieder deutlich.
Am frühen Nachmittag checken wir im Pinnacles Motel in Cervantes ein, brechen aber aufgrund des aufgeklarten Himmels gleich auf zum Besuch der Pinnacles im Nambung National Park. Die spitzen Kalksteinnadeln, die unverhofft aus dem Sand ragen, sind schon sehr eindrucksvoll. Der 4,2 Kilometer lange Rundweg verläuft nur über Sand, ist aber auch mit unserem zweiradgetriebenen Auto gut zu befahren. Wir haben Glück und erwischen mehr Sonnen- als Regenmomente. Das ist sehr schön, auch wenn viele Touristen da sind.
Auf dem Rückweg besichtigen wir die Hangover Bay und Kangaroo Point. Beide Abstecher führen zu schönen einsamen Stränden, die aber bei kühlem Wind und gelegentlich Regenschauern nicht begeistern können. Nach einem kleinen Rundgang durch das ziemlich tote Cervantes entscheiden wir uns für ein Abendessen im Motel. Das ist auch völlig in Ordnung und so beschließen wir den Abend. In der Nacht stürmt es vom Feinsten und es regnet auch immer wieder.
Wir frühstücken für 17 A$ (11,40 Euro) pro Person im Motel und brechen um 9 Uhr auf. Erneut besichtigen wir die Pinnacles. Morgens ist hier deutlich weniger Betrieb und wir sehen sogar einen Falken und ein paar Kängurus. Heute besuchen wir auch das Info-Center und den Gift Shop, bevor wir weiterfahren.
Wir fahren weiter gen Süden. Auf den nächsten 114 Kilometern passiert nicht viel. Dann erreichen wir den Yanchep National Park kurz vor dem Stadtgebiet von Perth. Hier gibt es eine Koala-Kolonie, wo man die kleinen Pummelchen beim Tagesschlaf beobachten kann. Aber es gibt hier noch weitere Tiere: Im See sehen wir einen Löffelreiher, dazu viele Ringsittiche und Graue Riesenkängurus. Das ist schön und wir bleiben vom Regen verschont.
Wir passieren Perth und erreichen kurz vor 15 Uhr Fremantle am Indischen Ozean, von Perth nur durch den Swan River getrennt. Wir kehren im großen und edlen Esplanade Hotel ein und nehmen den Parkservice in Anspruch. Dann spazieren wir durch die Stadt, die noch historisches Flair hat. Hier gibt es sehr viele Lokale in direkter Umgebung, da werden wir die Qual der Wahl haben. Im Balls & Chains Pub des Hotels probieren wir drei neue Biere (dank Happy Hour für 7 A$ = 4,70 Euro pro Pint).
Zum Abendessen wechseln wir in das Lone Star Rib House im texanischen Stil. Rindersteak und Cajun Chicken sind große Portionen in guter Fleischqualität und mit sehr gutem Geschmack. Das ist eine echte Essensempfehlung! Dazu bekommt jeder Tisch einen kleinen Eimer Erdnüsse. Die Schalen soll man einfach auf den Boden werfen. Gewöhnungsbedürftig, aber wir sind ja anpassungsfähig. Dazu zwei Bier und eine Margarita und trotzdem kommen wir mit 89 A$ (60 Euro) preislich ganz gut davon.
Wir gönnen uns das große Frühstück im Hotel und die Auswahl im riesigen Büfett ist wirklich reichlich. Dann fahren wir los Richtung Süden bei durchwachsenem Wetter. Die erste Hälfte der Strecke führt über den Freeway mit viel Verkehr, vergleichbar unseren Autobahnen. Die Bäume in dieser Gegend werden immer größer. Dann wechseln wir auf gewohnte Highways und erreichen den Gloucester National Park mit dem großen Gloucester Tree. Dieser riesige Karribaum (eine Eukalyptusart) kann bis zu einer Plattform auf über 50 Meter Höhe erklettert werden (Schwindelfreiheit und Kondition vorausgesetzt). Wir verzichten darauf und wandern lieber etwas durch den alten Waldbestand der riesigen Karribäume. Das ist eindrucksvoll. In der Nähe liegen noch kleine Stromschnellen, die Cascades, die wir uns anschauen. Im Warren National Park folgen wir auf unbefestigten Straßen dem Karri Explorer Drive. Unterwegs sehen wir Ibisse, Kookaburras, Emus und Kängurus. Wir erreichen den Dave Evans Bicentennial Tree, den höchsten besteigbaren Baum dieser Region, dessen oberste Aussichtsplattform auf 65 Metern Höhe liegt. Von hier ist es nicht mehr weit zum abgelegenen Karri Valley Resort, unserer rustikalen Unterkunft. Unser Zimmer bietet direkten Ausblick und eine Veranda zum See. Sehr idyllisch schön und man kommt hier schnell runter (dafür gibt es auch keinen Internetanschluss). Wir spazieren bei nur 15° C, aber immerhin trockenem Wetter, durch die Anlage und am Seeufer entlang. Zum Abendessen im Hotel gönnen wir uns einen regionalen Wein aus Pemberton (gut) und essen gut: Knoblauchbrot mit Oliven, Barramundi mit Pestokruste, Lammrücken, als Nachtisch Cannoli und drei verschiedene Eissorten. Das ist so lecker und reichlich, dass wir noch einen Port und einen Tawny aus heimischer Produktion nehmen müssen. Sehr gut! 21:30 Uhr ziehen wir uns ins Zimmer zurück.
Wenn morgens der Wald zum Leben erwacht und die Laughing Kookaburras ihr lautes Lied singen, könnte man sich aufgrund der Geräuschkulisse auch im afrikanischen Urwald wähnen. 7:30 Uhr gehen wir zum (überraschenderweise im Übernachtungspreis inkludierten) Frühstück. Dort sind wir die einzigen Gäste, so dass wir einen Tisch mit Aussicht auf den See wählen. Wir nehmen etwas Toast mit aufs Zimmer und werden beim Betreten der Veranda schnell von Ringsittichen entdeckt, die sehr zutraulich sind, aus der Hand fressen und von sich aus auf die Schulter fliegen. Nett und überhaupt nicht aggressiv.
Hinweis: Das Karri Valley Resort ist mittlerweile an eine andere Lokation umgezogen. Zum Zeitpunkt unserer Reise lag es noch am Beedelup Recreational Lake.
9 Uhr fahren wir los und schauen uns die nahe gelegenen Beedelup Falls an. Der Beedelup Loop Walk ist ein netter Rundgang, auch wenn es nieselt. Insbesondere die Hängebrücke, die man auf diesem Rundgang passiert, ist witzig.
Die weitere Fahrt nach Walpole dauert 2,5 Stunden. Unterwegs sehen wir massenhaft Emus und Kängurus. Im Walpole-Nornalup National Park lockt der Valley of the Giants Tree Top Walk. 21 A$ (14 Euro) Eintritt sind zwar kein Pappenstiel, aber der Baumwipfelpfad bietet aus 40 Metern Höhe einen besonders eindrucksvollen Blick auf den tollen Wald mit seinen bis zu 75 Meter hohen Redwood Tingle-Baumriesen (auch eine Eukalyptusart). Der kurze Ancient Empire Trail vermittelt noch gut die Schäden des letzten großen Waldbrandes im Jahr 1937. Ein sehr schöner Ausflug, aber eine relativ lange Anfahrt und wir haben noch über 250 km vor uns. Unterwegs nehmen wir noch einen kleinen Rundweg und einen Aussichtspunkt mit. Die Sonne scheint immer nur minutenweise, ansonsten schauert es häufig aus der dichten Wolkendecke.
Pünktlich zum Sonnenuntergang 17 Uhr kommen wir in Margaret River oder genauer in Gnarabup an, einem kleinen Strandort. Wir schauen uns vom Gnarabup Lookout den schönen Sonnenuntergang an und checken dann im Margarets Beach Resort ein. Wir erhalten ein Upgrade auf eine üppige Suite und werfen aufgrund der kühlen 13 °C auch gleich die Heizung (in diesem Fall die Klimaanlage) an. Hier haben wir auch mal wieder gute WiFi-Qualität. Um 19 Uhr gehen wir im Hotelrestaurant "The Common" essen. Hier herrscht ziemlich laute Pub-Atmosphäre, aber das Essen ist ordentlich: Lammkeule mit Kartoffelpüree und Ratatouille, Fish & Chips, lokaler Weißwein und einen Dessertwein ("Cane Cut Riesling").
Wir frühstücken im nahe gelegenen White Elephant Cafe mit Blick auf das Meer. Hotelgäste zahlen hier ermäßigte 15 A$ (10 Euro). Baden sollte man hier nicht, da vor Strömungen, Wellen, Felsen und Haien gewarnt wird. Wir schauen uns den Surfers Point an. Unweit der Mündung des Margaret River entsteht durch Wind, Riff und eine Sandbank eine konstante Welle, die bei Surfern sehr beliebt ist.
Entlang der Küstenlandschaft Richtung Süden gibt es viele Höhlen. Wir entscheiden uns für die Calgardup Cave, da hier man hier keine geführte Tour mitmachen muss. Man erhält einen Helm mit Stirnlampe und eine gute Taschenlampe und darf dann auf eigene Faust die 300 Meter lange Höhle erkunden. So hat man seine Ruhe und kann sich das selbst einteilen. Die Stalaktiten sind wirklich schön.
Wir machen noch einen kurzen Abstecher in den Boranup Forest mit schöner Waldlandschaft. Dann fahren wir nach Augusta und prüfen am Boat Harbour die Optionen für Walbeobachtungen. In weniger als 30 Minuten startet eine Tour des Veranstalters "All Sea" für relativ günstige 80 A$ (54 Euro). Buchen und bezahlen kann man gleich am Kaffeekiosk. Das ist einfach. Auf dem Meer sehen wir die erste halbe Stunde gar nichts, danach aber jede Menge Buckelwale. Das ist schön und die zwei Stunden vergehen viel zu schnell. Zwar gibt es auch heute viele Wolken und mit nur 15° C ist es recht kühl, aber das ist allemal besser als vorhergesagt und es bleibt den ganzen Tag trocken.
Anschließend besuchen wir den Leuchtturm am Cape Leeuwin, 1895 eröffnet. Über die landschaftliche attraktive Caves Road fahren wir zurück zum Hotel, wo wir passend zur Happy Hour ankommen und einige lokale Biere vom Fass unserem Erfahrungsschatz hinzufügen können. Wir wechseln an den Kamin und ordern eine Flasche Rotwein und das Abendesssen (Nudeln mit blauer Schwimmkrabbe und Fish & Chips).
Wir frühstücken erneut im White Elephant Cafe und fahren dann über die schöne Caves Road zum Cape Naturaliste, finden dort aber die Zufahrt zum Leuchtturm nicht. Also fahren wir weiter nach Busselton, um den Busselton Jetty zu sehen, mit 1,8 Kilometern den längsten Anlegesteg der südlichen Hemisphäre. Das ist schön hier, aber uns fehlt schlicht die Zeit, die eine richtige Besichtigung bräuchte. Immerhin scheint wieder mal die Sonne.
Zwei Stunden später erreichen wir um 14:30 Uhr Perth. Wir beziehen unser Zimmer im Sullivans Hotel, direkt unterhalb des Kings Park gelegen. Wir bringen das Auto zum Verleiher zurück. Das ist unkompliziert, nur den Schadensbericht der getauschten Frontscheibe benötigen wir für die Versicherung. Von hier spaziert man in 30 Minuten zum Hotel zurück. Wir nehmen einen Snack und wollen dann mit dem 950er Bus in die Stadt fahren. Wir sind zuerst zu blöd, die nahe liegende Haltestelle zu erkennen. Aber dann sind wir doch erfolgreich. Für Touristen ist das Fahren im Innenstadtbereich kostenlos. In Northbridge kehren wir erneut bei "Outback Jacks" ein, um nochmal landestypisches Fleisch zu essen. Diesmal entscheiden wir uns für Kamel- und Kängurusteaks. Das Fleisch ist bissfest und nicht wirklich heiß, aber geschmacklich lecker. Auch können wir noch ein paar neue Biere probieren. Die Busfahrt zurück zum Hotel klappt gut.
Für den nächsten Tag hatten wir eine Tagestour nach Rottnest Island schon vorab gebucht. Nach einem guten Frühstück im Hotel werden wir pünktlich 8:35 Uhr abgeholt und zu Hillary's Harbour gebracht. Wir sind nur zu viert im Bus, kommen schnell durch und müssen nun noch fast eine Stunde totschlagen, denn das Boot fährt erst um 10 Uhr los. Vorher erhalten wir noch unsere Leihfahrräder mit den zugehörigen Helmen. Die Überfahrt dauert 45 Minuten. Es ist zwar noch recht frisch, aber die Wolkenbänke verziehen sich und die Sonne scheint.
Es gibt drei Fahrradtouren zum Erkunden der Insel: Die kleinste dauert nur 30 Minuten und die längste umrundet in 22 Kilometern die komplette Insel und benötigt drei bis fünf Stunden. Das ist einfach, wir entscheiden uns für die mittlere Tour mit anderthalb bis drei Stunden Fahrtdauer für 10 Kilometer Strecke. Autos fahren hier kaum, malerische Ausblicke auf das Meer laden zum Verweilen und Fotografieren ein. In der Little Salmon Bay schnorcheln wir etwas. Das Wasser ist hier recht klar, aber auch arg kühl. Auf der Weiterfahrt zum Leuchtturm sehen wir noch Fischadler und Quokkas, die hiesigen Kurzschwanzkängurus. 15:15 Uhr beenden wir die Rundfahrt im einzig richtigen Ort der Insel. Wir gönnen uns ein Eis und werden von Quokkas, Möwen, Krähen und einem Pfau umlagert.
16:15 Uhr legt die Fähre ab, pünktlich 17 Uhr sind wir wieder auf dem Festland und der Bus wartet bereits. Da wir heute viel unterwegs waren, entscheiden wir uns für ein Abendessen im Hotelrestaurant. Steak und Lasagne sind in Ordnung, die Flasche Rotwein sagt uns sehr zu. So klingt der Tag gemütlich aus.
Fazit zu Rottnest Island: Das ist ein sehr schöner Ausflug, empfehlenswert. Auf der Insel verkehrt ein regelmäßiger Touristenbus und man kann sich weder verfahren noch verlaufen. Wir fanden die Erkundung mit Fahrrad ideal. So kann man überall so lang man möchte pausieren und ein bisschen Bewegung kann auch nicht schaden.
Am Folgetag haben wir kein Programm und können es daher ruhig angehen lassen. Ein Spaziergang durch den morgendlichen Kings Park bietet einen schönen Blick auf Perth. Dann fahren wir mit dem Bus in die Stadt, um die schnuckelige Einkaufszone zu durchstreifen. Den Sonnenuntergang genießen wir gemütlich auf der kleinen Insel "Voyage Island" am Elizabeth Quay. Das ist angenehm und wir fügen unserem Erfahrungsschatz einige unbekannte Biere hinzu.
Wir gehen zu Fuß zurück zum Hotel und hüpfen kurz darauf in den Bus nach Northbridge. Das Abendessen im Thailokal "Thailicious" ist gut: Laab Gai, Fischfrikadellen, Panaeng Gai und Green Chicken Curry sind lecker und durchaus scharf. Zusammen mit einem Eistee, einem Bier und zwei Cocktails sind 97 A$ (65 Euro) angemessen. Auch die Rückfahrt im Bus klappt gut und 22 Uhr sind wir zurück im Hotel.
Unseren letzten Tag in Australien gehen wir wieder ohne festes Programm und somit auch ohne Stress an. Ein erneuter Spaziergang durch den Kings Park und seinen botanischen Garten ist nett. Der kleine John Oldham Park direkt gegenüber unseres Hotels lohnt einen Rundgang, denn er beherbergt einige Vögel wie Ibis, Reiher und sogar die fast schwarzen Rabenkakadus. Wir fahren zum Elizabeth Quay und buchen für den Nachmittag eine Swan River Cruise. Dann bummeln wir noch etwas durch die Grünanlagen am Fluss und durch die Stadt. 14:15 Uhr startet die Bootstour, die bis zur Mündung des Swan River in den Indischen Ozean bei Fremantle führt. Auf dem Bootstrip bewundert man zuerst die Skyline von Perth, dann sind Delfine der Art Große Tümmler sehr schön zu beobachten und man sieht im Hafen von Fremantle einige Ozeanriesen. Das ist abwechslungsreich und der Bootsführer nimmt sich genügend Zeit, so dass jeder zufrieden sein kann. Sehr schön!
Zum Abendessen gehen wir in das nahe gelegene Restaurant "Voyage". Fladenbrot mit Hummus, Fish & Chips und Linguine mit blauer Schwimmkrabbe sind lecker und der Rotwein harmoniert gut. Dank der vorhandenen Heizstrahler können wir lang draußen sitzen und so auch die Skyline bei Nacht genießen. Wir nehmen den Bus und sind um 19 Uhr zurück im Hotel, wo wir packen, uns abreisefähig machen und schnell schlafen gehen, denn um 3 Uhr geht unser Wecker.
Die Hotelrechnung ist schnell bezahlt, 3:40 Uhr sitzen wir im Taxi und 25 Minuten später (und 44 A$ = 30 Euro ärmer) sind wir am Flughafen. Das Einchecken braucht etwas Zeit, da ein ganzes Jugendorchester vor uns dran ist. Pünktlich 6:30 starten wir und kommen planmäßig nach Singapur. Unser nächstes Gate liegt nur wenige Schritte entfernt, sehr komfortabel. 14:15 Uhr startet der Flug nach Frankfurt, wo wir 20:40 Uhr landen.
Kosten
Eine Reise nach Australien ist nicht billig. Der weite Flug, dazu Hotel- und Automietkosten, die Ausflüge ... alles hat seinen Preis.
Das Essen ist Restaurants unterwegs war mindestens genauso teuer wie bei uns in Deutschland.
Etwas Geld haben wir gespart, indem wir uns gelegentlich selbst mit Frühstück versorgt haben (Butter, Toast, Marmelade und Käse im Supermarkt gekauft, fertig). Die meisten Zimmer sind entsprechend ausgestattet. Das Frühstück ist im Übernachtungspreis üblicherweise nicht inkludiert und kostet ab 15 A$ aufwärts, das ist es nicht immer wert.
Sinnvoll und als Tipp: Wir haben uns vorab online einen Western Australia National Park Pass besorgt. Dieser erlaubt für den gewählten Zeitraum (bei uns 4 Wochen) den Zugang zu vielen (aber nicht allen) Nationalparks. Nach der Bestellung kann man den Pass vor der Abreise ausdrucken und dann im Mietwagen in der Scheibe auslegen. Das ist nicht nur deutlich billiger als die einzelnen Tageseintritte, sondern auch unkompliziert und beschleunigt die Abwicklung vor Ort.
Zum Zeitpunkt unserer Reise war der Umtauschkurs 1 Australischer Dollar (A$) für 0,67 Euro. Wir haben direkt am Flughafen Geld getauscht. Es gibt zusätzlich Banken und Wechselstuben. Kreditkarten werden fast überall angenommen.
Trinkgeld ist in Australien unüblich.
Reisezeit
Die Reisezeit war im Prinzip gut, man muss aber Kompromisse eingehen. Wir wollten Walhaie sehen und diese kommen zur Korallenlaiche an das Ningaloo Reef, also April bis Juli. Somit war unsere Reisezeit im australischen Winter, die regenreichste und kälteste Jahreszeit. Grundsätzlich gilt:
- Desto weiter man im Süden ist, desto regnerischer und auch kälter wird es. Tagsüber meist noch ganz angenehm um 20° C, aber mit Sonnenuntergang kühlt es schnell auf bis zu 10° C ab.
- Desto weiter man im Norden ist, desto subtropischer wird das Klima. Da kann es tagsüber locker 25° C haben.
- Im australischen Hochsommer wäre es zwar in Perth sehr schön, aber weiter im Norden dann brütend heiß Richtung 40° C. Das sollte man vermeiden.
Hier muss jeder selbst entscheiden. Wenn man nicht auf die Walhaie fixiert ist, kann eine wärmere Jahreszeit interessanter sein.
Gleiches gilt auch für die Wassertemperatur, die im australischen Sommer 3 bis 4° C höher ist als im Winter. Das Wasser war zu unserer Reisezeit recht kühl und es bedurfte eines Neoprenanzugs (zumindest ein Shorty).
Was man nicht vergessen sollte: Von Oktober bis Mai ist in Westaustralien Quallensaison. Würfelquallen (insbesondere der Art Irukandji) und Seewespen sind hochgefährlich. Das war ein weitere Grund für uns, die Reise im Juni zu machen.
Essen und Trinken
Australien hat keinen eigenen Küchenstil, angeboten wird meist eine internationale Mischung aus den Kulturen der Einwanderer. Neben italienischen (Pasta, Lasagne, Pizza) und gelegentlich britischen Wurzeln findet man viele asiatische Einflüsse aus Thailand oder Indien. Ansonsten gibt es Burger und Steaks, manchmal sogar aus heimischen Wildarten (Wildschwein, Kamel, Känguru, Büffel, Emu, Krokodil).
Besonders hervorzuheben sind hier an der Küste natürlich die frischen Fische und Meeresfrüchte.
Für unseren normalen westlichen Gaumen ist das nicht allzu exotisch und gut bekömmlich.
Das lokale Bier ist sehr gut. Aufgrund der britischen Historie sind Ale, Pale Ale, Lager und IPA sehr verbreitet. Es gibt in vielen Hotels, Bars und Restaurants eine für uns ungewohnt große Auswahl diverser Fassbiersorten. Hier muss man sich einfach durchprobieren.
Der australische Rot- und Weißwein ist hochwertig und lecker, allerdings auch nicht billig.
Ansonsten gibt es alles an Getränken, was wir bei uns auch kennen.
Vorherige Reiseplanung
Wir waren sehr glücklich über die kompetente Beratung durch den Veranstalter. Wir hätten aus Unwissenheit einiges anders gemacht und damit Fehler gemacht. Daher hier die Probleme, in die wir gestolpert wären:
- Wir hatten überlegt, nach der Landung in Perth gleich nach Exmouth oder Broome im hohen Norden weiter zu fliegen, dann einen Mietwagen zu nehmen und von Nord nach Süd bis Perth zurück zu fahren. Gute Idee, aber:
- Für den Mietwagenverleih gibt es in Australien vier Tarife.
- Ausschlaggebend ist, wo man das Auto entleiht: Der billigste Tarif gilt in der Großstadt, dann gibt es einen für andere Städte, einen für entlegenere Orte und der teuerste Tarif gilt für das Outback.
- In Westaustralien gibt es faktisch nur zwei Tarife: Den billigsten bei Entleihung in Perth, den teuersten an allen anderen Orten. Das ist ein wesentlicher Kostenfaktor.
- Wenn man den Mietwagen nicht dort abgibt, wo man ihn entleiht (also Einwegmiete), ist eine Rückführungsgebühr fällig. Bei Ausleihung in Exmouth und Rückgabe in Perth wären das 1.100 Australische Dollar gewesen, umgerechnet zum Zeitpunkt unserer Reise fast 740 Euro.
- Der Flug von Perth nach Exmouth hätte auch noch mal 200-300 Euro pro Person gekostet.
- Bei einer Entleihe in Exmouth hätten wir also einen wesentlich teureren Tarif zahlen müssen, dazu 740 Euro Rückführungsgebühr plus Flug.
- Da haben wir uns dann entschieden, den Mietwagen lieber gleich in Perth zu nehmen und die Strecke nach Exmouth mit diesem zurückzulegen.
- Wir hatten überlegt, die Strecke von Perth nach Exmouth (1.250 Kilometer) locker mit einer Übernachtung zu schaffen. Der Highway ist gut ausgebaut. Das hat uns die Beraterin schnell ausgeredet, weil viel zu blauäugig. Ihre Erläuterung: Wir besuchen Australien in dortigen Winter. Die Tage sind kurz, es wird erst spät hell und früh wieder dunkel. Tagsüber ist das Autofahren problemlos. Sobald die Dämmerung einsetzt, verspürt die Tierwelt Australiens aber eine nachhaltige Todessehnsucht und begibt sich auf die Straße. Nachts fährt man im PKW nach Möglichkeit gar nicht, denn Emus, Wombats, Kängurus finden Straßen endgeil. Nachts brausen nur Roadtrains, ultralange LKWs, über die Highways, die für kein Tier bremsen müssen. Das ist mit nur einer Übernachtung nicht entspannt und sicher zu schaffen. Und man hätte auch keine Zeit, sich zwischendurch mal etwas anzuschauen.
- Bei dieser Diskussion ist auch die Idee entstanden, die Fahrt nach Norden und zurück nach Süden so zu konzipieren, dass man nach Möglichkeit unterschiedliche Strecken und Übernachtungsorte einplant. So haben wir für den Hinweg nach Exmouth die schnellste Möglichkeit über die National Route 1 gewählt, zurück aber sobald möglich die Küstenstraße via Kalbarri und Cervantes genommen. Das war eine gute Entscheidung.
- Wir hatten eigentlich vor, unsere Tour noch weiter im Norden in Broome zu beginnen. Das sieht auf der Karte gar nicht weit von Exmouth entfernt aus. Das sind aber 1.400 km einfache Strecke und es gibt kaum etwas Sehenswertes dazwischen. Damit wäre unsere Reise (wir hatten bis zu vier Wochen zur Verfügung) zwar noch möglich, aber viel enger getaktet. Wir haben uns dagegen entschieden und die Beratung war hierbei sehr hilfreich.
- Wichtig ist auch die Grundsatzentscheidung, welches Auto man nimmt. Normale Autos sind ausschließlich für asphaltierte Straßen zugelassen und versichert. Fährt man ins Outback, muss man ein geeignetes allradgetriebenes Auto nehmen, zu deutlich höheren Kosten. Das hatten wir zwar nicht vor, aber Achtung: Sobald man die Hauptstraßen verlässt, um zum Beispiel zu einem Aussichtspunkt zu fahren, ist man auf einer "unpaved road" unterwegs. Eigentlich nicht erlaubt, keineswegs versichert. Und in den Nationalparks gibt es üblicherweise keine asphaltierten Straßen. Wir haben uns dennoch für einen normalen kleinen SUV (Mitsubishi ASX) entschieden, waren damit zufrieden und würden das wieder so machen. Das Risiko sollte man aber kennen.
- Wir waren unsicher, welchen Autovermieter wir nehmen sollten. Die Reiseberaterin wusste, dass eigentlich keiner gut ist, sie aber bei AVIS noch die wenigsten Beschwerden hatte.
- Bei der Automiete muss man eine Versicherung abschließen. Diese CDW (Collision Damage Waiver) entspricht einer Vollkaskoversicherung mit 1.000 Australischen Dollar Selbstbehalt. Bei Buchung über Explorer erhielten wir eine Zusatzversicherung über eine Allianz-Tochter zur Absicherung des Selbstbehalts. Das war gut so, denn wir hatten einen Defekt, der im Rahmen des Selbstbehalts aus unserer Tasche zu zahlen war und den wir von der deutschen Versicherung zurück erhielten. Basis dafür ist die zugehörige Rechnung sowie ein Damage Report des Autovermieters (erhält man auf explizite Anfrage bei der Rückgabe des Mietwagens).
Unterkünfte
Die Hotels/Motels der Rundreise waren gut. Man ist aber auf die wenigen Städte / Ortschaften (oder wenige Roadhouses) angewiesen. Einfach mal unterwegs einkehren ist nicht möglich, weil es nichts auf der Strecke gibt.
Die Hotels außerhalb Perth/Fremantle haben immer genug Parkplätze, meist gleich am Zimmer. Das ist eher amerikanischen Motels entsprechend und ganz praktisch. Man merkt, dass hier fast jeder mit dem Auto reist.
Frühstück ist fast immer im Übernachtungspreis exkludiert, kann man also vor Ort nach eigenem Ermessen zubuchen.
Mietwagen
Wir waren mit einem Mitsubishi ASX unterwegs. Das ist ein kleiner SUV. Der Wagen war sehr gut ausgestattet (Klimaanlage, Automatik, Audioanlage) und gut in Schuss. Man ist ordentlich motorisiert und der Verbrauch war mit 8 Liter pro 100 Kilometer völlig in Ordnung. Ein kleineres Auto wäre möglich gewesen, aber man spart nicht viel Geld und wir fanden es gut, dass Koffer und auch Handgepäck so problemlos Platz finden und man nicht bei jedem Ein- und Ausräumen Tetris mit dem Gepäck spielen muss.
Wir haben ein kostenpflichtiges Navigationssystem dazu genommen. Das wäre unterwegs nicht wirklich nötig gewesen, da man sich kaum verfahren kann und die Beschilderungen sehr gut sind. Aber in und um Perth war das eine gute Unterstützung und wir fühlten uns so sicherer.
Die Hauptstraßen waren in sehr gutem Zustand. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sollte man einhalten. Auf langen Strecken kann das schnell langweilig werden, daher fanden wir ein Fahrzeug mit Automatik und Tempomat sehr passend.
Auf der von uns unternommenen Strecke war das Autofahren entspannt und einfach. Man muss sich aber bei der Routenausarbeitung vorher schlau machen und gut recherchieren. Sonst landet man schnell auf Straßen, die mit einem normalen PKW nicht mehr befahrbar sind.
Wir raten, die Reise zeitlich nicht zu eng durchzutakten. Auf unserer Tour sind ca. 5.000 Kilometer zusammen gekommen. Da gibt es Gelegenheiten genug für eine Autopanne oder einen Starkregen mit unpassierbarer Straße. Alle paar Tage sollte man einen Puffer haben, wo man das Auto nicht zwangsweise zum Weiterkommen benötigt und nicht voll verplant ist.
Achte bei der Reise auf Tankmöglichkeiten: Entlang der Highways gibt es gute Tankstellen, aber nur in großen Abständen. Daher Tankgelegenheiten lieber wahrnehmen.
Der Autoverleiher AVIS war in Ordnung. Man war korrekt und freundlich, wenngleich nicht übermäßig bemüht. Das Problem unserer kaputten Frontscheibe konnte zum Glück gelöst werden, aber das war eine knappe Sache. Wäre bei anderen Anbietern aber nicht besser gewesen.
Sauberkeit/Hygiene
Man kann überall bedenkenlos essen, die Qualität und Sauberkeit entspricht den bei uns gewohnten Standards.
In städtischen Gebieten ist das Leitungswasser zum Trinken geeignet. Wir haben überall das Leitungswasser zum Zähneputzen genutzt, aber zum Trinken auf Mineralwasser zurück gegriffen.
Öffentliche Toiletten gibt es an vielen touristischen Hotspots in oft sehr gutem Zustand.
Gesundheit
Das Gesundheitssystem ist Australien ist sehr gut, aber außerhalb der Städte entsprechend dünn.
Australien hat den Ruf vieler giftiger Tiere. Das ist nicht übertrieben und entsprechende Vorsicht ist geboten. Also niemals in uneinsehbare Ecken greifen (Spinnen) oder durch dichtes Gras oder Buschland stapfen (Schlangen).
Im Meer drohen Quallen, insbesondere die Irukandji-Qualle. Diese Würfelquallen sind sehr klein (2,5 cm), haben aber lange Fangarme, die man im Wasser kaum sehen kann. Kontakte zu Würfelquallen sind medizinische Notfälle und bedürfen schneller Behandlung, da sie enorme Schmerzen auslösen. An vielen Stränden hängen Flaschen mit Weinessig. Damit kann man, sollte es zu einem Quallenkontakt kommen, die Nesselzellen deaktivieren und die Quallen abwaschen. Gegen das bereits injizierte Nesselgift hilft das aber nicht, also direkt danach zum Arzt oder ins Hospital.
Zur Beruhigung: Insekten, Schlangen und Quallen greifen nicht aktiv von sich aus an, sind also nicht wirklich aggressiv. Unfälle mit Vergiftungen passieren, wenn Menschen mit den Tieren in Kontakt kommen, oftmals ohne sich dessen bewusst zu sein. Mit etwas Vorsicht und genauem Hinschauen lässt sich unliebsamer Kontakt vermeiden.
Krokodilkontakte sind in Westaustralien nicht das Thema, Haiangriffe gibt es durchaus.
Schnorcheln
War an vielen Stellen (Cape Range National Park, Coral Bay, auf Bootsausflügen, bei Kalbarri, auf Rottnest Island) möglich.
Aber: Beim Schnorcheln während der Bootstouren gab es Wellengang und Wind und somit allenfalls mittelprächtige Sichtverhältnisse. Zudem machten kräftige Strömungen das Schnorcheln anstrengend.
Schön ist, dass das Ningaloo Reef direkt vor der Küste liegt (grob beschrieben 250 km entlang der Küstenlinie von Exmouth bis Coral Bay) und man nicht (wie beim Great Barrier Reef) erst mal stundenlang anreisen muss. Aufgrund der Wassertemperatur ist ein Neoprenanzug anzuraten. Der schützt dann auch gegen Quallenkontakte.
Sonstiges
Brauche ich einen Adapter? Ja, in Australien wird Steckertyp I mit 3 Kontakten genutzt. Daher ist ein entsprechender Adapter erforderlich. Die Stromspannung entspricht unserer (230 Volt / 50 Hertz).
Internet vor Ort? WLAN im Hotel gibt es oft (aber nicht immer), die Anbindung weiter im Norden ist aber nicht gut. Es gibt keinen guten Durchsatz und gelegentlich Volumenbeschränkungen.
Wenn ich vor Ort Hilfe brauche? Australier sind extrem hilfsbereit. Keiner wird an einer Autopanne vorbei fahren. Wenn man sich unsicher ist, einfach einen Einheimischen fragen und um Unterstützung bitten.
Fazit und weitere Tipps
Wir haben einen Großteil der Ausflüge schon von Deutschland aus über den Veranstalter Explorer vorgebucht. Wir wollten vor Ort keine Zeit damit verplempern, Ausflüge organisieren zu müssen (Anbieter finden, Touren vergleichen usw.), da unsere Zeitfenster am jeweiligen Ort begrenzt waren. Uns hat das so gefallen. Man muss dann nur noch vorher anrufen und Uhrzeiten bzw. Treffpunkte in Erfahrung bringen.
Für Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke sollte man vorher einen Reiseführer lesen bzw. im Internet recherchieren.
Sicherheit wird in Australien groß geschrieben. Trails und Aussichtspunkte sind in der Regel gut kenntlich gemacht, mit Informationen versehen und hervorragend erschlossen.
An manchen Nationalparks findet sich eine Registration Station, wo man sich selbst registrieren muss.
Australien ist für Selbstfahrer perfekt geeignet, das würden wir wieder so machen.
Unsere persönlichen Highlights waren:
- François Peron Nationalpark: landschaftlich toll
- Monkey Mia: Delfine
- der Süden rund um Pemberton: gewaltige Karri-Bäume
- Kalbarri-Nationalpark: landschaftlich auch toll
- Rottnest Island: touristisch, aber dennoch ein kleines Juwel
Wenn man nicht genug Zeit hat, könnte man die Tour nach der Rückfahrt in Perth enden lassen und den Süden aussparen. Man verpasst dann eine gänzlich andere Landschaft, aber das ist entscheidbar.
Alle Infos hier ausreichend? Falls Du Fragen hast, kontaktiere uns gerne.