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Madagaskar - Rundreise - TnT Travel - Unsere Reiseerlebnisse

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Wir waren im September 2015 für drei Wochen auf Rundreise in Madagaskar mit folgenden Stationen:
Das zentrale Hochland: Hauptstadt Antananarivo, Antsirabe, Fianarantsoa
Der Osten: Exotic-Park Mandraka, Périnet-Analamazaotra-Spezialreservat, Palmarium Reservat am Lake Ampitabe
Der Süden: Ambalavao mit dem Anja Community Reserve, Isalo Nationalpark, Ifaty
Der Norden: Diego-Suarez, Parc National Montagne D'Ambre, Tsingy Rouge, Ankify
Badeanschluss auf Nosy Be

Wir haben diesen Urlaub pauschal über Exotische Reisen gebucht.

Wenngleich es eine schöne Reise mit vielen Eindrücken wurde, würden wir mit diesem Veranstalter nicht mehr verreisen. Was uns dazu bewegt, beschreiben wir in den allgemeinen Informationen detaillierter.

Der lokale Reiseleiter war sehr gut.

Die Hin- und Rückflüge waren mit Kenia Airways. Alles hat einwandfrei funktioniert, das Fluggerät war modern und gut in Schuss. Das bedeutete allerdings einen Zubringerflug von Frankfurt nach Amsterdam mit KLM und im weiteren Verlauf einen Zwischenstopp in Nairobi.

Innerhalb Madagaskars wurden lange Strecken mit Air Madagascar zurückgelegt. Das ist ganz spannend, da notorisch unzuverlässig.


Die Reise bietet sehr interessante und abwechslungsreiche Landschaften und Tiere, die es sonst nirgendwo anders gibt.
Was man wissen sollte: Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unter einfachsten Bedingungen. Das merkt man unterwegs überall: Hier geht man noch täglich kilometerweit zu Fuß Trinkwasser holen, wäscht sich und Textilien im nächsten Bach, paddelt mit Nussschalen kilometerweit auf das Meer zum Fischfang. Am Straßenrand haltende Touristen werden schnell von Kindern umlagert und angebettelt. Regelmäßig gibt es Ausbrüche von Pest. Madagaskar ist schon lange ein touristischer Geheimtipp, ohne dass sich bislang Massentourismus eingestellt hätte. Das macht auch den Reiz der Reise aus, aber man sollte sich im Klaren sein, was einen erwartet und entsprechende Toleranz mitbringen.
Man ist viel unterwegs, Sitzfleisch also vonnöten. Die Straßenverhältnisse sind teilweise nicht gut. Im Minibus war der Fahrkomfort ordentlich.
Die Hotels waren in der Qualität unterschiedlich, aber in Summe überraschend gut.

Zusammengefasst war das eine etwas abenteuerliche Reise, die uns gut gefallen hat.
Wer viel Exotik zu vergleichsweise günstigem Preis sucht, dem sei Madagaskar wärmstens empfohlen. Touristische Infrastruktur ist dünn gesät, wo vorhanden aber gut.

Zu Fotos und ergänzenden Informationen klickt auf eine der folgenden Kacheln oder blättert auf dieser Seite weiter nach unten.

Früh geht es aus den Federn, denn der erste Flug nach Amsterdam startet bereits um 7:05 Uhr am Morgen. Das Flugzeug, eine Embraer 190 der Fluggesellschaft KLM Cityhopper, ist pünktlich und wir erhalten sogar ein leckeres Sandwich. In Amsterdam haben wir zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Der Weiterflug in einem Jumbo Jet von Kenya Airways startet um 11:15 Uhr. Wir haben glück und eine Zweierreihe für uns. Die Bordverpflegung ist gut, der Flug angenehm, die Bordunterhaltung bietet keinen Anlass zur Klage (es gibt viele Filme auch auf Deutsch). 20:20 Uhr Ortszeit (Zeitverschiebung +1 Stunde) landen wir in Nairobi. Der Flughafen hier ist einfach strukturiert und wir finden schnell unser Gate. Dort treffen wir auf den Reiseveranstalter, der uns diese Reise begleiten wird. 23:10 Uhr (eine halbe Stunde verspätet) hebt unsere Embraer 190 von Kenya Airways ab. Wir erhalten ein kleines Abendessen, freuen uns über die individuellen Bildschirme und können auch endlich etwas schlafen.



2:05 Uhr nachts landen wir in Antananarivo (kurz Tana), der Hauptstadt Madagaskars. Aufgrund der Höhenlage von gut 1.300 Metern ist es kühl, aber nicht unangenehm. Aufgrund des relativ kleinen Flugzeugs mit einer geringen Passagieranzahl dauern Passkontrolle, Visumeinholung und das Aufnehmen der Koffer nicht lang. Wir wechseln gleich einen großen Betrag in die Landeswährung Ariary. Nun sind wir in Landeswährung Millionäre und brauchen eine Plastiktüte für unseren Bargeldbestand. Ein Minibus erwartet uns bereits und wir lernen Reiseleiter und Fahrer kennen. 30 Minuten dauert die Fahrt zum Stadthotel Le Pavillon de l'Emyrne. 3:15 Uhr checken wir dort ein. Unser Zimmer Nr. 7 liegt direkt unter dem Dach und ist sehr geräumig. Es gibt Dusche und Badewanne, einen Flachbildfernseher und Insektenschutz. Wir legen unseren Fokus aber erstmal auf das zwei Meter breite Doppelbett, denn es gilt etwas Schlaf nachzuholen.

Bei Tageslicht sieht man, dass unser Hotel in ruhiger, aber zentraler Lage auf einem Hügel direkt oberhalb des Lac Anosy liegt. Das Hotelgelände ist überschaubar, aber sehr gepflegt. Bei einem kurzem frühmorgendlichen Spaziergang über einen Straßenmarkt und entlang des Sees trifft man keine anderen Bleichgesichter.

Kurz vom 10 Uhr gehen wir frühstücken. Die Auswahl ist in Ordnung und im Wintergarten sitzt man sehr angenehm. Unser Reiseleiter Lova holt uns um 11 Uhr ab. Wir spazieren zu einem Aussichtspunkt und dann über die Avenue de l'Indépendance zum Bahnhof. Die penetranten Bettler entlang des Weges sind nervig. Im edlen Grand Café de la Gare treffen wir uns mit Nary, dem Chef des lokalen Reiseveranstalters. Wir essen im Freien gut zu Mittag und können gleich lokale Speisen und Getränke testen. Ein großes Bier der Marke THB, ein kleines der Marke Gold, dazu ein geteiltes Zebufilet mit Kartoffelgratin kosten 34.000 Ariary (knapp 10 Euro).

Dann spazieren wir über den lebhaften Sonntagsmarkt. Das ist kein Touristenmarkt, daher ist das nett und im Getümmel bleiben wir von weiterer Bettelei unbehelligt. Häufig sieht man uralte französische Automodelle auf den Straßen. Das typische Taxifahrzeug ist ein Renault R4 (der seit 1994 nicht mehr hergestellt wird). Weiter geht es mit unserem Minibus zum Nachbau des ehemaligen Königspalastes der Merina-Könige, der Rova von Antananarivo. Dieser steht auf der höchsten Erhebung der Hauptstadt und bietet einen tollen Panoramablick. Nach einem kurzen Halt am Lac Anosy sind wir 16:15 Uhr zurück im Hotel. Getränke gibt es hier leider keine (außer aus der Minibar.

18 Uhr ziehen wir zum Abendessen los. Im nahe gelegenen Restaurant Le Ville gefällt es uns sehr gut. Zu Dritt nehmen wir drei Bier, sechs sehr gute Ti-Punch-Cocktails, Lasagne mit Zebuhackfleisch, Linsen mit Mettwürstchen, Salat mit Quiche und Kartoffeln für 103.000 Ariary (gut 30 Euro). 20:40 Uhr sind wir leicht angeschickert zurück im Hotel und packen für die Weiterreise am nächsten Tag.
6:30 Uhr stehen wir auf, gehen frühstücken und 7:30 Uhr fahren wir los auf die RN2 (Route nationale) Richtung Osten. Entlang der Straße sehen wir viele Brennöfen zur Herstellung von Backsteinen sowie Reisterrassen. An einem der vielen Bäche können wir ausgiebig der freundlichen Bevölkerung beim großen Waschtag zuschauen.

Die Landschaft ist schön und wir machen genügend Fotostopps. Das Wetter ist durchwachsen mit wenig Sonnenschein und gelegentlichen kurzen Regenschauern.

Unser erstes Ziel ist der Exotic-Park bei Mandraka. Wir sehen viele verschiedene Arten von Chamäleons, Blattschwanzgeckos, Tomatenfrösche, Tausendfüßer, riesige Schmetterlinge, Krokodile eine Boa und die igelartigen Tenreks. Die großen Gehege bieten gute Beobachtungs- und Fotografiermöglichkeiten. Wir haben zudem keinen Zeitdruck und ausgiebig Zeit für Aufnahmen aus allen Blickwinkeln. Sehr schön!

In einem Örtchen verbringen wir eine kurze Mittagspause, dann ist es nicht mehr weit zur abseits gelegenen Andasibe Forest Lodge. Die 800 Meter lange Zufahrtsstraße aus Lehm ist etwas abenteuerlich. Da es immer wieder mal geregnet hat, ist es matschig. Zehn sehr einfache Bungalows gruppieren sich entlang eines kleinen Teiches. Das ist kein großer Komfort, dafür ist der Empfang besonders freundlich. Hoffentlich ist das Mückennetz über dem Bett dicht, sonst wird das heute ein Festmahl für die Mücken. Strom gibt es ab 17:30 Uhr bis ... man wird sehen.

18 Uhr fahren wir ein kurzes Stückchen mit dem Minibus und beginnen dann, begleitet von einem lokalen Führer, unsere Nachtwanderung. Schon nach wenigen Metern wird es stockduster und nur der Schein der Taschenlampen durchstreift den Regenwald. Unser Führer zeigt uns eine Gottesanbeterin, einen kleinen Frosch und ein winziges Chamäleon. Wir sind überrascht, wie man die winzigen Tiere in der Nacht findet. Wir haben aber bald den Bogen raus und finden selbst etliche Frösche. Eigentlich suchen wir heute Abend insbesondere die kleinsten aller Lemuren, die Mausmakis. Dabei sind wir nicht allein, denn auch andere Touristengruppen laufen entlang der Straße und den angrenzenden Regenwald. Dann schlagen wir uns tiefer ins Gebüsch und finden endlich auch die winzigen Mausmakis. Zwei Exemplare sind in Ruhe und aus der Nähe zu betrachten. Zurück auf der Straße sehen wir in einer Baumkrone drei hell leuchtende Augenpaare, die zu einer anderen Lemurenart gehören. Das ist eine Szene wie aus einem Horrorfilm. 20:30 Uhr sind wir zurück im Hotel. Das war eine interessante Erfahrung.

Im Hotel wählen wir unser Abendessen und warten. Das war anders gedacht: Erst auswählen und bestellen, dann 45 Minuten warten, dann zum Essen kommen. Aber egal, wir haben nichts anderes vor. Wir trinken eine Flasche Rotwein (60.000 Ariary = 18 Euro). Das Essen ist o.k. Es gibt Gemüsesuppe, Baguette, geschnetzeltes Zebu mit Gemüse und Reis und eine karamellisierte Banane. Wir probieren noch einen Rum mit eingelegtem Ingwer und gehen 22:15 Uhr in unsere Hütte.



Wir stehen früh auf und bemerken besorgt den kräftigen Regen. Doch als wir um 7 Uhr zum Frühstück gehen, hört dieser pünktlich auf. 7:30 Uhr fahren wir los und treffen uns mit dem lokalen Führer Etienne am Eingang des Réserve spéciale d'Analamazaotra. Mehrere Rundwege von 2,5 bis 8 Kilometern Länge durchziehen den kleinen Park. Hier gehen wir auf die Suche nach dem Indri, dem größten noch lebenden Lemuren, dessen Kommunikationsschreie weit durch den Regenwald hallen. Wir finden zwei Indri-Gruppen und haben die Chance zu allerlei Aufnahmen. Dabei muss man aber ziemlich durch den Wald und das Unterholz klettern und trifft letztendlich auf etliche andere Touristen (in Summe nicht viel, aber natürlich alle bei den Indris). Nach drei Stunden haben wir den Rundweg absolviert, verabschieden uns von Etienne und fahren weiter Richtung Ostküste.
Die RN2 schlängelt sich vom Hochland stetig abwärts. In einem winzigen Dorf findet gerade ein farbenfroher Markt statt. Die Sonne scheint, also halten wir und schauen uns das an. Hier sind wir die einzigen Weißen weit und breit. Später halten wir in einem Städtchen, dessen Hauptstraße gesäumt ist von Ständen mit Bananen, Cherimoya, Jackfruit und diversen anderen Obst- und Gemüsesorten. Dann verlassen wir die RN2 und fahren über eine sehr schlechte Lehmpiste sieben Kilometer nach Manambato am Ufer des Lac Rasoabe. Hier müssen wir 45 Minuten überbrücken, denn das Zubringerboot wartet noch auf zwei weitere Touristen. Genug Zeit für ein kühles Bierchen. Dann überqueren wir im flachen Motorboot den See und fahren eine Stunde durch den Canal des Pangalanes zu unserer Lodge. Diverse Seen ziehen sich hier wie an der Perlenschnur über mehr als 600 Kilometer entlang Madagaskars Ostküste, nur durch eine 50 bis 100 Meter breite Düne vom Meer getrennt. Die Seen sind durch teils natürlich, teils künstlich angelegte Kanäle miteinander verbunden und erschließen so diese Region, in der es keine Straßen gibt. Dabei gilt es einige flache Stellen zu überwinden. Kurz nach 17 Uhr erreichen wir unsere Lodge, das Palmarium Beach Hotel direkt am schönen Strand des Lac Ampitabe. Die großen und urigen Bungalows bieten nicht viel Technik, aber eine Terrasse, direkten Strandzugang und sogar einen eigenen Strandpavillon.

Wir ordern das Abendessen für 19 Uhr. Das Restaurant liegt etwas erhöht auf einem Felsen. Nach einer leckeren Gemüsesuppe gibt es Fischfilet mit Gemüse, Garnelen mit Kartoffeln, gefolgt von Flan de Coco. Dann können wir uns nicht zwischen den aromatisierten Rumsorten entscheiden und testen aus kleinen Probiergläschen alle neun Varianten durch (Passionsfrucht, Papaya, Ingwer, Zimt, Litschi, Corossol ...), bevor wir uns entscheiden. Am späteren Abend sind wir die einzigen an der Bar verbliebenen Gäste. Es gibt mehrere Regenschauer. Eine Regenunterbrechung nutzen wir und gehen um 22 Uhr ins Bett. Essen, Trinken, Freundlichkeit runden unser positives Bild der Lodge ab. Hier gefällt es uns sehr gut!



Bei einem Morgenspaziergang sieht man, dass die Hotelanlage recht weitläufig ist. Vom Sonnenaufgang sieht man aufgrund der dichten Wolkendecke heute wenig. 7:30 Uhr gehen wir frühstücken, 8:30 Uhr startet unser heutiges Programm. Mit dem Boot fahren wir zur Schwesteranlage unseres Hotels. Beim Palmarium Hotel liegt Réserve Palmarium, ein Schutzgebiet für diverse halbzahme Lemuren. Kronenmaki, Mohrenmaki, Sifaka und Indri sowie Mischformen streunen durch die Anlage und werden mit Bananen angefüttert. Das ist zwar kein echtes Wildleben, bietet aber schöne Fotomotive. Die Tiere kennen keine große Scheu mehr, fressen teilweise aus der Hand und springen auch mal auf die Schulter. Bei einer kleinen Wanderung sehen wir eine Indri-Gruppe, eine Echse im Baum, Laubfrösche, ein Chamäleon und Kannenpflanzen. Zum Schluss füttern wir noch die Schildkröten und nehmen in diesem Hotel ein (gutes) Mittagessen ein.

13:20 Uhr fahren wir mit dem Boot weiter in das Fischerdorf Andranokoditra. Der Ortsvorsteher führt uns durch den Ort. Das ist interessant und wenig touristisch. Der wöchentlich hier haltende Zug ist die einzige reguläre Verbindung in die Außenwelt. Über eine Düne erreichen wir den Strand des Indischen Ozeans. Mit winzigen Einbaumbooten aus Balsaholz schippern die Fischer drei Kilometer auf das Meer hinaus, um große Raubfische zu jagen. Die bis zu 15 Kilogramm wiegenden Thunfische schafft noch ein Boot, für Rochen und Haie, die bis zu 50 Kilogramm wiegen, müssen zwei Fischerboote zusammen arbeiten. Dann fahren wir zurück zum Palmarium Hotel und haben zwei Stunden Freizeit.

17:30 Uhr beginnt der Ausflug zur Suche nach dem Aye-Aye, dem berühmten Fingertier. Nach wenigen Minuten Wanderung werden wir schon fündig und können ein Fingertier beim Fressen aus einer Kokosmuss ausgiebig beobachten. Das Licht von mitgebrachten LED-Leuchten ermöglicht auch Filmaufnahmen. Da stört auch ein leichter Regenschauer nicht.

19 Uhr sind wir nach einem Tag voller Eindrücke zurück in unserem Hotel. Dort hat man sich überlegt, ein paar Tische und Stühle an den Strand zu bringen und das Abendessen dort bei einem Lagerfeuer zu gestalten. Das ist eine tolle Idee, der wir natürlich zustimmen. Dazu klampfen und singen die Hotelangestellten madagassische Lieder. Das ist schön und auch romantisch. Das Essen ist sehr gut: Blumenkohlsoufflé, Crevetten-Curry, Hackfleischbällchen aus Zebufleisch, danach Papaya-Crêpes und flambierte Banane. Dazu gibt es chilenischen Rotwein. Um 22 Uhr bereitet ein Regenschauer der kleinen Runde (es sind nur sieben Gäste im Hotel) ein spontanes Ende. 22:45 Uhr gehen wir zu Bett.
Heute liegt eine lange Fahrstrecke vor uns, daher stehen wir um 5:30 Uhr auf, frühstücken um 6:30 Uhr und fahren kurz nach 7:00 Uhr ab. Es scheint endlich mal wieder dauerhaft die Sonne. Nach einer Stunde schöner Bootsfahrt erreichen wir Manambato und damit wieder eine Straße. Unser Minibus mit Fahrer Dina wartet schon auf uns. Bis 9 Uhr haben wir die sieben Kilometer lange Piste zur Route National 2 absolviert und fahren zurück Richtung Westen in das zentrale Hochland Madagaskars.

In Antsampanana legen wir einen kurzen Zwischenstopp ein. An den Obst- und Gemüseständen entlang der Straße erklärt uns Reiseleiter Lova einige Früchte und besorgt Kokosbonbons. Für 1.000 Ariary (30 Cent) kaufen wir leckere Bananen. Die Rückfahrt nach Antananarivo ist lang, wird aber durch etliche Fotostopps aufgelockert. Unterwegs finden wir eine Flasche des laut Reiseführer besten madagassischen Rum. Eine Flasche Dzama Cuvèe Noir kostet 10.000 Ariary (3 Euro).

In Ambanitsena probieren wir die lokale Spezialität: Wurst mit scharfer Sauce. Die Wurst wird direkt auf der Holzkohle erwärmt (ohne Rost dazwischen), wirkt hygienisch auf Anhieb nicht unbedenklich, schmeckt aber gut und erinnert an Chorizo.

In Antananarivo geraten wir in die Rush Hour und sind erst um 17:30 Uhr im Hotel Le Pavillon de l'Emyrne. Wir essen beim Vietnamesen um die Ecke. Hühnercurry, Hühnerschlegel mit Zitronengras, ein großes und ein kleines Bier, zwei Espresso für 40.000 Ariary (knapp 12 Euro). Danach setzen wir uns gemütlich in den Innenhof des Hotelrestaurants und trinken drei Cocktails (21.000 Ariary = 6,22 Euro). 22 Uhr gehen wir ins Bett.



6 Uhr aufstehen, 7 Uhr Frühstück, 7:30 Abfahrt zur Route National 7 Richtung Süden. Wir fahren durch eine immer karger werdende Landschaft und machen Fotostopps an malerischen Reisterrassen, für die der lokale Volksstamm der Betsileo bekannt ist. An einem kleinen Markt probieren wir frisch geschlagenes Zuckerrohr und genießen das bunte Treiben.

In Behenjy, dem madagassischen Zentrum für Foie Gras (Entenleberpastete), besuchen wir eine einheimische Bäckerei. Wir futtern die leckeren Backwaren, trinken Kaffee und besichtigen die wuselige Küche. Dann spazieren wir noch etwas durch das Städtchen. Unmengen Menschen sind auf der Straße. Auf einem zentralen Platz dreht sich alles um Fahrräder.

Gut eine halbe Stunde später erreichen wir Ambatolampy. Wir sehen, wie mit einfachsten Mitteln aus Altmetall Aluminiumguss-Töpfe hergestellt werden. Das ist alles Handarbeit, die Arbeiter hantieren barfuß mit dem glutflüssigen Metall. Sehr interessant! Von einer Brücke aus kann man den Waschtag der Einheimischen gut beobachten. Auf der einen Seite Textilien, auf der anderen Seite Ochsenkarren, etwas abseits Körperpflege.

14:45 Uhr kommen wir in Antsirabe an, der drittgrößten Stadt Madagaskars. Unser Bungalow im Couleur Cafe ist gut. Die gepflegte Anlage ist eine kleine Oase. Im Garten entdecken wir Nektarvögel und Bienenfresser. Hier wird qualitativ hochwertige Vanille angeboten. Wir kaufen 200 Gramm für 70.000 Ariary (21 Euro).

16:00 Uhr fahren wir in das Stadtzentrum. Mit Pousse-Pousse, den hier typischen Rikschas, machen wir eine kleine Stadtrundfahrt mit folgenden Stationen:
  • Bahnhof von Antsirabe
  • das traditionsreiche Hôtel des Thermes
  • die von norwegischen Missionaren erbaute Kathedrale Notre Dame de la Salette
  • Miniatur Mamy, wo mit einfachsten Mitteln aus Müll Miniaturmodelle von Rikschas und Autos hergestellt werden. Hier kaufen wir für kleines Geld ein Miniaturfahrrad.
  • Gleich nebenan wird ein weiteres lokales Handwerk ausgeübt: Die Herstellung von Schmuck- und Gebrauchsgegenständen aus Zebuhorn.

Zum Abendessen sind wir bei einem Bekannten unseres Reiseveranstalters eingeladen, der als einziger Deutscher mit seiner einheimischen Frau in dieser Stadt lebt. Üppiges BBQ, danach Käsekuchen und Mousse au chocolat ... alles lecker. Hier dürfen wir auch Wäsche abgeben, die bis zum nächsten Morgen fertig sein wird.

Das war ein Tag voller Eindrücke aus dem täglichen Leben und viel Lokalkolorit, bei dem wir von den Einheimischen genauso als Exoten bestaunt wurden wie umgekehrt. 22:30 Uhr begeben wir uns auf den Rückweg und sind um 23 Uhr im Bett.



Wir stehen um 6 Uhr auf, frühstücken, bekommen die frische Wäsche zurück und fahren dann zum Sabotsy, dem großen und bunten Markt von Antsirabe. Das stand eigentlich gar nicht auf dem Programm, war aber eine Empfehlung unseres gestrigen Gastgebers. Hier gibt es alles: Hühner, Gänse, Enten, Fleisch, Fishc, Haushalts- und Eisenwaren, Klamotten, Möbel und viele mehr. Das ist sehr interessant.
8:40 Uhr verlassen wir Antsirabe auf der RN7 südwärts, vorbei an malerischen Reisterrassen und anderen Fotomotiven. Im quirligen Ambositra machen wir kurz Mittagspause und erhalten einen Probierteller einheimischer Spezialitäten für 14.000 Ariary (4,15 Euro). Danach besuchen wir eine Holzschnitzerei.

Die Fahrt nach Fianarantsoa dauert lang. Zum Schluss wird der Straßenzustand sehr schlecht. Das Stadthotel Zomatel ist ordentlich, lässt aber an Charme vermissen. Das Abendessen ist heute nicht die Wallung. Immerhin können wir eine Flasche des lokalen Rotweins (Clos Malore) trinken (17.500 Ariary = 5,20 Euro). Nicht toll, aber trinkbar. 22:30 Uhr gehen wir zu Bett.



7:15 Uhr frühstücken wir. Dann fahren wir in die Oberstadt Fianarantsoas zu einem kleinen Rundgang, den lokale Jugendliche durchführen. Das ist durchaus interessant.

Wir fahren auf der RN7 weiter südwärts. Die Landschaft ist anfangs unverändert und mit vielen Reisterrassen durchsetzt, was wir zu einigen Fotostopps nutzen. Kurz vor Ambalavao wollen wir ein Weingut besichtigen, das aber leider sonntags geschlossen hat. So kaufen wir im nächsten belebten Kiosk einen Grand Vin de Madagascar für 10.000 Ariary (3 Euro). Nächster Stopp ist eine Papiermanufaktur des Volksstamms der Antaimoro. Im unaufdringlichen Ambiente kaufen wir ein paar Mitbringsel.

20 Kilometer weiter liegt der Parc Anja, heute offiziell Anja Community Reserve genannt. Die lokale Bevölkerung hat hier eine private Schutzinitiative zum Schutz der Kattas (Ringelschwanzmakis) gegründet. Zwei lokale Führer begleiten uns auf einem gut ausgebauten Rundweg und es dauert nicht lange, bis wir eine größere Gruppe Kattas mit vielen Jungtieren sehen. Wir haben genügend Zeit und engagierte Führer, so dass dieser Spaziergang sehr schön ist.

Die RN7 führt nun durch eine karge, aber eindrucksvolle Gebirgslandschaft. Unverändert bewegen wir uns auf ca. 1.000 Höhenmetern. Wir passieren das "Tor des Südens", eine Felsformation, die den Übergang in den trockenen Süden Madagaskars kennzeichnet. Wir machen etliche Fotostopps und köpfen dabei auch die Flasche des gekauften Rotweins, der recht ordentlich ist. Die Straße schraubt sich weiter auf die Hochebene und verläuft dort kilometerlang schnurgerade durch die topfbodenflache Grasland. Am Horizont taucht unser nächstes Ziel auf, das Isalo-Gebirge.

Kurz nach Sonnenuntergang erreichen wir unsere Unterkunft Le Jardin Du Roy. Die Anlage liegt in einem Talkessel und ist der Hit! Große und gepflegte Zimmer, Bar und Restaurant sehr schön gestaltet und jeweils mit Kamin ausgestattet. Das ist auch gut, denn es wird abends durchaus kühl. 20 Uhr gehen wir zum Abendessen. Das Essen ist top und auch optisch sehr ansprechend. Mit der (sehr guten) Zebuzunge ist auch wieder etwas bislang Unbekanntes dabei. Der Nachtisch krönt das tolle Essen. Dazu trinken wir südafrikanischen Rotwein (für 41.000 Ariary = 12,15 Euro) und bekommen einen Rhum Arrangé aufs Haus. Toll! Als mit Abstand letzte Gäste verlassen wir das Restaurant und gehen zu Bett.



Nach einem kurzen Spaziergang durch die Anlage gehen wir frühstücken. Dann müssen wir uns entscheiden, ob wir im Isalo-Nationalpark lieber eine kurze (ca. 3 Stunden) oder eine lange Wanderung machen wollen. Der erste Teil der Strecke ist identisch, aber bei der langen Wanderung geht es nicht zurück zum Start, sondern weiter durch ein Tal und der Bus holt uns dort wieder ab. 7:30 Uhr fahren wir nach Ranohira, um Eintrittstickets für den Nationalpark zu kaufen und den lokalen Guide abzuholen.

Ein Parkplatz kurz vor den ersten Felsen markiert den Start der Wanderung. Der Circuit Piscine Naturelle ist ein sehr gut ausgebauter Wanderweg, der anfangs stetig bergauf in die bizarren Sandsteinformationen führt. Aus einem Felsen liegt ein toller Aussichtspunkt mit beeindruckendem Rundumpanorama. Der Weg führt weiter an interessanten Felsformationen vorbei. Entlang des Weges stehen einige Särge, da der einheimische Volksstamm hier seine Toten zur letzten Ruhe bettet. Dann erreichen wir den natürlichen Swimmingpool, gespeist von einem kleinen Wasserfall. Das sieht von oben schon interessant aus. Man kann im Pool auch schwimmen gehen und neben der Erfrischung die Oasenkulisse genießen. Die kurze Wanderung endet hier und es ginge auf gleichem Weg zurück. Man trifft unterwegs immer wieder kleine Touristengruppen, man ist nie ganz allein.

Die lange Wanderung führt über eine Hochebene und einen weiteren Aussichtspunkt, bis der endlos erscheinende Abstieg über unzählige Stufen in einen Canyon beginnt. War die Landschaft vorher eher eine karge Steppe, trifft man hier wieder auf Wälder. Auf diesem Teilstück trifft man nur noch auf wenige andere Touristen.
Am Ende des Abstiegs liegt der Namaza-Picknickplatz, wo es ein Mittagessen gibt. Zebuspieß vom Grill, Reis, Salat und dazu Bananen. Einfach, aber gut! Hier trifft man wieder andere Touristen, denn das ist der übliche Treff- und Rastplatz. Braune Lemuren überfallen unseren Nachbartisch und Kattas begleiten uns beim Aufbruch, denn die Tour ist noch nicht zu Ende.

Der etwas glitschige, aber unverändert gute Weg führt zwei Kilometer durch den Grund des Namaza Canyons entlang eines Bachs. Am Ende trifft man auf zwei weitere natürliche Pools: Einen kleinen blauen und einen deutlich größeren grünlich-schwarzen Pool, der bis zu sechs Meter tief ist. Beide werden von Wasserfällen berieselt. Auf Karten findet man diese als "Piscine Bleue" bzw. "Blue Pool" und als "Piscine Noir" bzw. "Black Pool". Das Wasser ist schweinekalt, aber super klar. Alle Bademöglichkeiten werden ausgenutzt, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Vom Picknickplatz aus ist es noch ein weiterer Kilometer, dann sammelt unser Fahrer uns ein und 15:30 Uhr sind wir im Hotel. Eine sehr schöne Tour, absolut empfehlenswert!

Im Hotel kann man die Pferde der Anlage besuchen, auf der Terrasse die frei herum laufenden Ziegen empfangen oder Vögel beobachten. Wir fahren trotz Sicherheitsbedenken unseres Reiseleiters zum "Fenster von Isalo", einer markanten Felsformation mit einem Loch, das insbesondere zum Sonnenuntergang interessante Fotos ermöglicht. Heute ist der Sonnenuntergang aber eher unspektakulär.

Zurück im Hotel ist es uns noch etwas zu früh für das Abendessen. Also ab an die Bar, wo wir zum kühlen Bier noch Snacks (Würstchen im Schlafrock, Ingwerchips und Erdnüsse) gereicht bekommen. Nach dem erneut guten Abendessen (Schweinefleisch und Zebusteak) kehren wir an die nun leere Bar zurück und animieren den Service zu ein paar Cocktails. Im Zimmer packen wir schon unsere Koffer vor, denn morgen verlassen wir dieses super Hotel.



Nach einem kurzen Spaziergang zum Sonnenaufgang nehmen wir ein schnelles und frühes Frühstück ein. 7:30 Uhr brechen wir auf.
Auf dem Weg Richtung Süden durch die weite Trockensavanne passieren wir die Städte Ilakala und Manombo, wo sich vieles um das Schürfen von hier reich vorkommenden Edelsteinen dreht. Die hiesige Volksgruppe der Antandroy beerdigt die Toten in aufwändigen Gräbern, die nach den Vorlieben oder dem Beruf der Verstorbenen gestaltet sind (z. B. in Form eines Schiffs für einen Seemann).

Nach 215 Kilometern erreichen wir zur Mittagszeit das Arboretum d'Antsokay, einen privaten botanischen Garten unweit der Stadt Tuléar. Hier essen wir zu Mittag:  Gemüsesuppe, Couscous mit Gemüsecurry und ein großes Bier für 24.000 Ariary (gut 7 Euro). Danach folgt ein geführter Rundgang durch die Anlage. Wir sehen viele endemische Pflanzen und Tiere wie Chamäleons, Spinnen, Taggeckos, Echsen und Eidechsen sowie einen Weißkehl-Seidenkuckuck.

In der Provinzhauptstadt Tuléar halten wir nur kurz, um die Abflugbestätigung im Büro der lokalen Fluggesellschaft einzuholen. Ein Reifen unseres Busses verliert Luft, hält aber noch durch. Auf der Route National 9 fahren wir Richtung Norden nach Ifaty. Die Straße oder oft auch einfach Schotterpiste ist wirklich schlecht. Dann erreichen wir unser Hotel Le Paradisier. Wir erhalten eine zweigeschossige Hütte, die eher einfach gehalten ist. Aber die kleine Anlage liegt etwas erhöht direkt am Meer, es gibt einen Infinity-Pool, abends wird gelegentlich Unterhaltung geboten (Tänze und Gesänge der lokalen Volksgruppe), Essen und Getränke sind top. Das ist nicht luxuriös, aber uns hat es hier sehr gut gefallen.

Um 19 Uhr gehen wir auf der schönen Terrasse essen. Unser Reiseleiter informiert uns, dass die eigentlich geplante Walbeobachtungstour am nächsten Tag ausfallen muss, da außerhalb des Riffs vier Meter hohe Wellen die Fahrt im kleinen Motorboot zu gefährlich machen und die Walsaison eigentlich auch vorbei sei. Wir besprechen das Alternativprogramm, genießen das gute Abendessen und gehen um 22:30 Uhr zu Bett.



Nach dem Frühstück am nächsten Morgen steht also das Alternativprogramm an: Ein Ausflug mit einem Segelboot zum Schnorcheln und anschließendem Mittagessen in einem Fischerdorf. 8:30 Uhr legt unser einfaches Fischerboot ab und fährt anderthalb Stunden zu einem Schnorchelplatz. Die Sicht bei den Korallen ist eher schlecht und die Strömung heftig. Viel zu sehen gibt es auch nicht, also ein eher mittelprächtiges Schnorchelerlebnis. Aber das Segeln über das türkisfarbene Wasser ist einfach schön.

Wir landen ein ganzes Stück weiter an einem zu Ifaty gehörenden Fischerdorf. Bis das Essen fertig ist, dauert es etwas, denn alles wird frisch zubereitet. Wir machen einen Rundgang durch das Dorf, beobachten die wuselige Strandkulisse, wo neben den heimkehrenden Fischern viele Einheimische nach Muscheln zum Verzehr suchen, trinken in einer Kneipe einen Rumpunsch (Olala!), essen Maniok-Reibekuchen und spielen mit den Dorfkindern Tischfußballspiel.

Das Mittagessen wird derweil mit einfachsten Mitteln in kleinen Alu-Töpfen zubereitet. Die Zutaten wurden dabei frisch aus dem Meer gefangen. Zwei riesige Schmuck-Langusten werden gebraten, der Fisch (Plattkopf) wird zu einer Art Fischsuppe verarbeitet, dazu gibt es Reis. Wir haben noch eine Flasche Rumpunsch zum Weiterglühen mitgebracht. Direkt am Strand wird auf einem ausgebreiteten Segeltuch gegessen. Das Essen ist toll und überreichlich. Dann ist Zeit zum Ausruhen, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Aufgrund der guten Windunterstützung geht das deutlich schneller vonstatten. 15:10 Uhr landen wir direkt am Hotel. Das war ein schöner Ausflug mit viel lokaler Stimmung und sehr untouristisch.

Wir relaxen etwas bei strahlendem Sonnenschein am Pool, bis uns der schöne Sonnenuntergang auf die Restaurantterrasse lockt. Wir gehen gleich zum ersten Cocktail über, es folgt das Abendessen. Plötzlich spielt die Musik auf und eine Gesangs- und Tanztruppe bietet in den nächsten 45 Minuten die typische Musik der Vezo, des hiesigen Volksstammes, dar. Das ist ganz schmackig und gute Unterhaltung, auch wenn sich gegen Ende die anwesenden Touristen zum Hüftwackellegastheniker outen müssen. Egal, gute Unterhaltung. 22 Uhr gehen wir zu Bett.



Am nächsten Morgen bruzzelt die Sonne schon früh vom Himmel. Aufgrund der ausgefallenen Waltour wird auch heute noch etwas Programm geboten. Wir unternehmen einen Ausflug zum Dornenwald. Schon die Anreise in einem schrottreifen Auto, dessen Beifahrertür mit einem Draht fixiert werden muss, und dann weiter auf einem Ochsenkarren ist etwas abenteuerlich. Der einstündige Spaziergang ist interessanter als gedacht. Der Guide erläutert viel und spricht sogar Englisch. Wir sehen neben verschiedenen Baobab-Arten auch einen Wiedehopf und diverse endemische Tiere wie Elstervanga und Langschwanz-Erdracke, Weißfuß-Wieselmaki, Mausmaki, Kleinen Igeltenrek, Skorpion, Kung-Fu-Schrecke (Colossopus), skurrile Schmetterlingszikaden sowie Eidechsen und Geckos.

11:30 Uhr sind wir zurück im Hotel und gehen an den Pool. Am Strand bietet einer der Bootsbesitzer für 20.000 Ariary (6 Euro) einen Ausflug zum Riff an. Mit kleiner Tragehilfe ist das Boot schnell im Wasser. Wir fahren etwa 50 Minuten bis zum Riff. Die Wasserfarben sind eindrucksvoll und die lokalen Fischer sind gut bei ihrer Arbeit zu beobachten. Es gibt Unmengen großer Seesterne und diverse Seeigelarten zu sehen. Bei Ebbe reicht das Wasser in Riffnähe nur bis zu den Knien, man kann also aussteigen und durch das Wasser warten. Nach drei Stunden endet der schöne individuelle Ausflug.

Wir gehen nochmal an den Pool und bestaunen den schönen Sonnenuntergang. Dann wechseln wir zum Abendessen, das wieder gut ist. Auch die Flasche südafrikanischen Rotweins für 45.000 Ariary (13,30 Euro) schmeckt uns. 21:30 Uhr gehen wir in unsere Hütte und packen die Koffer, bevor wir um 23 Uhr zu Bett gehen.

6 Uhr stehen wir auf, 7 Uhr Frühstück, 7:30 Uhr fahren wir los. Die Fahrt zum Flughafen dauert 75 Minuten. Wir checken schnell und unkompliziert ein und warten auf das Boarding ... vergeblich. Kurz vor dem geplanten Start verkündet eine (für uns unverständliche) Ansage, dass der Flug heute komplett ausfälle. So entsteht etwas Hektik und wir fahren zum Büro der Fluggesellschaft in Tuléar. Am Folgetag soll es einen Ersatzflug geben. Bis dahin werden wir in das überraschen gute Victory Hotel in Tuléar einquartiert. Die Übernachtung dort und alle Speisen zahlt Air Madagaskar.

Die nun gewonnene Zeit nutzen wir für einen spontanen Ausflug nach Sarodrano zum hübschen Hotel Eden an einem einsamen Strand. 18:45 Uhr essen wir im Hotel zu Abend, trinken noch einen Cocktail und gehen früh um 22:15 Uhr ins Bett, denn ...



... schon um 5 Uhr müssen unserer Koffer vor der Tür stehen. Reiseleiter Lova fährt mit den Koffern zum Flughafen vor, damit wir den Ersatzflug, der für 8:15 Uhr angesetzt ist, auch sicher wahrnehmen können. Dann würden wir in Antananarivo noch unseren regulären Anschlussflug in den Norden nach Diego-Suarez erwischen.
5:30 Uhr gibt es bereits ein kleines Frühstück im Hotel. Pünktlich 6:15 Uhr werden wir vom Flughafenshuttle abgeholt und stehen ganz vorn in der Schlange. Schnell sind wir im Wartebereich für das Boarding, Gepäck und Bordkarten sind bis Diego-Suarez (in Landessprache Antsiranana) durchgecheckt. Der Flieger hebt pünktlich ab, 90 Minuten später sind wir in Antananarivo. Hier verlässt uns der junge, aber hervorragende Reiseleiter Lova und sein erfahrener Kollege Nary übernimmt. Auch der Folgeflug ist pünktlich und so landen wir zwei Stunden später in Diego Suarez.
Diego-Suarez heißt heute in der Landessprache Antsiran̈ana, allerdings hat sich der alte Name bis heute erhalten. Unsere Koffer haben die Anreise ebenfalls mitgemacht, worauf wir nicht gewettet hätten. Ein Geländewagen wartet bereits vor dem Flughafen auf uns. Man sitzt etwas beengt, aber wir fahren nur ein kurzes Stück bis zu einem Restaurant für ein Mittagessen. Das hätten wir nicht gebraucht, aber dann soll es wohl so sein. Und die Garnelen sind wirklich hervorragend.

Nach dem Essen fahren wir durch die Stadt, die noch etwas koloniales Flair hat, auch wenn der Verfall allgegenwärtig ist. Das sieht man insbesondere am einst prächtigen Kolonialbau des Hotels de la Marine. Aber die Wasserfarben in der Bucht, mit etwa 30 Kilometern Durchmesser einer der größten natürlichen Häfen der Welt, sind sehr schön. Der lokale Markt ist ganz lebendig und wirkt untouristisch. Dann geht es zu den "traumhaft schönen Baobabs der Region" (Auszug aus der Reisebeschreibung). Das sind dann drei Baobabs an einem Hügel, die man aus schlechtem Blickwinkel und ungünstigem Licht vom Straßenrand aus sehen kann. Enttäuschend! Auf Nachfrage erfahren wir, dass es in der Region schon mehr Baobabs gibt, aber eben nicht hier. Auf dem Rückweg halten wir am Rand einer wilden Müllkippe zum Fotografieren der Zuckerhut-Insel in der Bucht.

Wir fahren dann knapp eine Stunde über schlechte Straßen stetig bergauf nach Joffreville. Kurz nach 18 Uhr erreichen wir die Nature Lodge am Rand des Parc National de la Montagne d'Ambre. Die kleine Anlage ist schön und bietet zwölf große rustikale Bungalows. Es gibt viele Mücken, aber zum Glück auch ein gutes Moskitonetz über dem Bett. Die Lodge hat aktuell nur wenige andere Gäste. Das Abendessen (Zebuspieß als Hauptgericht) ist lecker, aber schlicht zu viel. Ein riesiger farbiger Taggecko verlässt sein Domizil in der Lampe und läuft die Wand hoch, eine Eule testet die Stabilität der Fensterscheibe ... hier wird etwas geboten. 22 Uhr gehen wir zu Bett.



In der Nacht ist es sehr stürmisch, so dass der holzgedeckte Bungalow ordentlich knarzt. 7:30 Uhr gehen wir frühstücken, 8 Uhr fahren wir los. Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Eingang zum Parc National de la Montagne d'Ambre, der gut 1.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Wir kaufen Tickets, nehmen unsere lokale Führerin auf und starten unsere dreistündige Wanderung durch den hier noch gut erhaltenen Primärwald, ein Überbleibsel des ursprünglichen Regenwaldes. Wir sehen viele verschiedene Chamäleonarten (bzw. bekommen sie gezeigt, denn selbst würden wir sie meist übersehen). Insbesondere das wirklich winzige kleinste Chamäleon der Welt ist ohne Hilfe nicht zu finden. Aber auch Blattschwanzgeckos machen es einem nicht einfacher. Der erste Teil der Wegstrecke führt entlang der Straße, dann biegen wir auf den botanischen Lehrpfad "Chemin des milles arbes" (Pfad der tausend Bäume) ab. Unterwegs sehen wir zwei Wasserfälle. Für die größeren Wasserfälle oder die Kraterseen im Park reicht leider die verfügbare Zeit nicht aus. Dennoch ist das ein gelungener Ausflug.

Wir fahren zurück zur Lodge, ziehen uns um und fahren zum bekannten Strand von Ramena. Die Wasserfarben in der Bucht sind heute besonders schön. Unglücklich ist nur, dass wir fast die komplette Strecke des Vortags wiederholen. Heute ist Sonntag und der schöne Strand wimmelt von Einheimischen. Das macht es aber nicht weniger interessant, denn so erleben wir viel quirliges Lokalkolorit: Citroën 2CV ("Ente") im Einsatz, ein Mann liegt Arm in Arm mit einer Kuh am Strand und reibt sie (für beide offensichtlich genüsslich) mit einem runden Stein ab, hübsche junge Mädels gönnen sich Masonjoany, aufwändige Gesichtsbemalungen.

Aufgrund einiger Verzögerungen gegenüber dem geplanten Ablauf fahren wir erst spät die 90 Minuten zurück zur Lodge und erreichen diese um 19 Uhr. Also erneut keine Chance, den Sonnenuntergang zu genießen.

Wir essen wieder gut zu Abend und trinken dazu einen ordentlichen südafrikanischen Rotwein. 22:30 Uhr gehen wir zu Bett. Der Wind hat wieder aufgefrischt und so erwartet uns erneut eine stürmische und somit laute Nacht.



Nach dem Frühstück verlassen wir die Lodge und fahren um 7:40 Uhr los zu den Roten Tsingys. Die Fahrt dauert zweieinhalb Stunden und geht stellenweise über Stock und Stein. Zuerst schauen wir uns die in einem Tal gelegene Karstformation aus weichem Lateritgestein von oben an. Ein Stück weiter führt ein kleiner Spaziergang hinunter ins Tal. Hier kann man die vergänglichen Kunstwerke der Natur direkt aus der Nähe sehen. Das ist schön und eindrucksvoll. Aber hier im Tal, wo kein Lufthauch weht, ist es ziemlich heiß. Noch im Parkgelände essen wir unerwartet gut (und preislich inkludiert) zu Mittag: Mit Krabbenfleisch gefüllte Tomaten, Wildschwein und gebackene Bananen sind lecker, wenn man sich der bettelnden Perlhühner zu erwehren weiß.
Nach den Tsingy Rouge folgt eine Gewalttour: Fast sechs Stunden ununterbrochene Fahrt nach Ankify an der Nordwestküste. Dort kommen wir erst nach Sonnenuntergang an. Wir erhalten im Le Baobab Hotel einen Einzelbungalow direkt am Strand. Dieser ist nicht luxuriös, aber für eine Nacht völlig in Ordnung. Das riesige Bett wird von einem ebenso riesigen Moskitonetz bedeckt, das ist schon mal gut. Das Abendessen (gegrillter Fisch) ist wirklich lecker. Wir leeren noch unseren Rumvorrat und gehen um 22:30 Uhr ins Bett.



Am Morgen erkennt man die schöne Lage des Hotels direkt an einem sehenswerten Strand. Um 8 Uhr holt uns ein Schnellboot direkt am Strand vor den Bungalows ab. Das ist mal was anderes. Das Gepäck wird eingeladen und zügig fahren wir los. Unterwegs überholen wir die reguläre Fähre und sind froh, uns diesem Seelenverkäufer nicht anvertrauen zu müssen.

Wir fahren nach Nosy Komba (das heißt übersetzt Lemureninsel, der offizielle Name lautet Nosy Ambariovato), um dort die sehr zutraulichen Mohrenmakis zu sehen. Mit einem lokalen Führer durchqueren wir das ganz am Tourismus orientierte Dörfchen und steigen den Hügel hinauf, wo wir schnell auf eine zutrauliche Gruppe Lemuren mit vielen Jungtieren treffen. Die Tiere werden angefüttert und sind Menschen gewöhnt. Schnell hat man einen Maki auf dem Arm, auf der Schulter, auf den Kopf. Das ist schön, denn wir können uns viel Zeit nehmen. Der Rückweg führt über eine landestypische Touristenmall, wo man aber nicht bedrängelt wird. Wir kaufen ein farbenfrohes Bild für 15.000 Ariary (4,50 Euro).

Wir besteigen wieder unser Boot und fahren nach Nosy Tanikely, einem Schnorchelparadies. Bei sehr klarem Wasser sind schöne Korallen und Fische zu sehen. Ein Picknick mit Fisch und Garnelen ist gut und erneut im Preis inkludiert. Nur das (schön kühle) Bier muss man selbst zahlen. Ein kurzer Spaziergang führt zum kleinen Leuchtturm auf der Insel, wo man mit einem schönen Panoramablick belohnt wird.

13:30 Uhr legt unser Boot ab und bereits eine knappe halbe Stunde später erreichen wir Hell-Ville, die Hauptstadt von Nosy Be. Diese Insel ist die touristisch erschlossenste Region Madagaskars. Ein klimatisierter Minibus erwartet uns bereits. Nach einem kurzen Halt am Denkmal für die hier während des Russisch-Japanischen Kriegs (1904-1905) verstorbenen russischen Seeleute fahren wir 17 Kilometer zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage, dem tollen Vanila Hotel & Spa. Unser Zimmer mit der Nummer 27 ist sehr schön, geräumig und modern ausgestattet, hat einen großen Balkon und Blick auf das Meer. Wir erkunden die Hotelanlage, die einen sehr schönen Garten, zwei Pools und zwei Restaurants bietet. Im Garten gibt es Chamäleons, Landschildkröten und Vögel zu entdecken. Am Strand wird man direkt von Einheimischen zu Bootstouren angesprochen. Wir relaxen im Restaurant bei Caipi und Margarita und genießen danach das ordentliche Büffet und den schönen Abend.



Am nächsten Tag gibt es kein Programm, das ist auch mal ganz schön. So lassen wir uns viel Zeit beim Frühstück, bevor wir an den Pool gehen. Dort spaziert gerade in aller Ruhe ein Chamäleon vorbei. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen mit Blick auf das Meer. Es ist zwar sehr warm, aber der stetig wehende Wind macht das gut erträglich. So vergeht ein Tag mit plantschen, Pool, Garten, Bar ... schön und geruhsam. Das Abendessen wird heute im anderen Restaurant angerichtet. Leider wieder nur Büffet (nicht, weil das schlecht ist, sondern weil a la carte auch mal schön wäre). Dazu werden zwei große Fische frisch gegrillt. Wir machen früh (21:30 Uhr) Schluss, sind aber dennoch die letzten Gäste.



Am nächsten Morgen vereinbaren wir mit Jackson, einem der am Strand patroullierenden Tourverkäufer, für 20 Euro pro Person einen Bootsausflug zur Nachbarinsel Nosy Sakatia. Um 8 Uhr gehen wir frühstücken, um 9 Uhr startet unser kleiner Ausflug direkt am Strand vor dem Hotel. Das Boot tuckert 20 Minuten zur Südspitze von Nosy Sakatia. Hier sehen wir beim Schnorcheln wirklich große Meeresschildkröten, die im flachen Gewässer gemächlich grasen. Nur der Ein- und Ausstieg in das Boot gestaltet sich aufgrund unserer pantherhaften Agilität schwierig. Dann stoppen wir am einzigen Dorf der Insel und machen einen Rundgang durch die Hüttenansammlung (immerhin mit Primärschule und Krankenstation) und die umliegenden Felder. Nun wäre eine Strandpause möglich, aber wir fahren lieber gleich zum zweiten Schnorchelstopp bei einem kleinen Korallengarten. Die Sicht ist zwar nicht perfekt und es schieben sich immer mal Wolken vor die Sonne, aber dennoch ist das in Ordnung. Der Ausflug ist schön und nur für uns, ohne größere Gruppe. Das Geld ist gut investiert.

Zurück am Hotelstrand kaufen wir an den kleinen Strandständen ein paar kleine Mitbringsel ein. Dafür haben wir nicht genug Bargeld dabei. Ist aber kein Problem, die Einkäufe können wir gleich mitnehmen, wir sollen dann später zahlen.

Für 14 Uhr ist ein Reitausflug gebucht. Wir warten an der Rezeption, aber niemand kommt. Da kommt der Hotelmanager vorbei und fragt, ob jemand einen Reitausflug gebucht habe. Der Guide und die Pferde würden am Strand warten. Da hätte man drauf kommen können. Also aufgesessen und los geht es. Auch das ist wieder eine individuelle Tour, nur mit dem Guide und keine anderen Touristen. Am Strand kann etwas galoppiert werden, dann geht es gemütlich über Trampelpfade in die Berge zum heiligen See unterhalb des Mont Passot. Hier ist die Aussicht toll. Gegen Ende der Tour sind wir unweit des Hotels wieder am Strand und der Guide fragt, ob man Lust habe, mit dem Pferd baden zu gehen. Schnell ist das leichtfertig bejaht. Absteigen, absatteln, ohne Sattel wieder aufsteigen und ab geht ins Wasser. Das Pferd rollt sich mehrfach ab und steht wieder auf. Mit mehr Glück als Geschick gelingt es, immer noch richtig herum drauf zu sitzen. Tolles Erlebnis, die 50 Euro war es wert.

Wir genehmigen uns Cocktails und Bier an der Hotelbar und minimieren die örtlichen Erdnussbestände. Zum Abendessen gibt es diesmal kein Büffet, das ist gut. Dazu singen zwei junge einheimische Damen Karaoke zu madagassischen und internationalen Schnulzen - gar nicht mal schlecht. 21:45 Uhr verlassen wir - wieder einmal als letzte Gäste - das Restaurant.



Nach dem reichhaltigen Frühstück werden wir um 9 Uhr zur Inselrundfahrt abgeholt. Unsere Stationen sind:
  • Dzamandzar: An diesem Ort an der Westküste treffen wir unsere lokale Führerin Alima. Wir schauen uns die ehemalige Rumfabrik und die sonderbaren zyklon-sicheren Betoniglus an, die als Unterkünfte für die Fabrikarbeiter errichtet wurden. Wir spazieren durch den Ort, sehen einen Edelholzschnitzer bei der Arbeit und bekommen einiges erzählt.
  • Hell-Ville: Die quirlige Markthalle der Inselhauptstadt bietet eine letzte gute Gelegenheit zum Einkauf von Gewürzen.
  • Arbre Sacré de Mahatsinjo: Der etwa 200 Jahre alte heilige Banyan-Baum darf auf einer Inseltour nicht fehlen.
  • Ylang-Ylang-Plantagen: Diese Pflanzen liefern einen wichtigen Grundstoff zur Parfümherstellung und sind einer der Exportschlager von Nosy Be (30% der gesamten Weltproduktion stammen von hier).
  • Kratersee: Wir stoppen an einem der zwölf Kraterseen und sehen tatsächlich eines der hier lebenden Krokodile. Zugegeben, das haben wir vorher für ein Ammenmärchen gehalten.
  • Mont Passot: Auf der Ostseite Nosy Be liegt dieser höchste Gipfel von Nosy Be. Der Ausblick von hier auf die Kraterseen ist toll, aber auch denn umliegende Inselwelt ist gut zu erkennen, denn bis zu 60 Kilometer weit reicht hier die Aussicht.
  • Landestypisches Mittagessen: Vorab gibt es Tomatensalat mit Karotten. Zum Hauptgang gibt es nur Languste oder gegrillten Fisch mit einer Riesenportion Reis als Beilage. Als Abschluss wird frisches Obst gereicht. Das ist alles lecker, aber für uns viel zu viel. 30.000 Ariary (knapp 9 Euro) pro Person für das Essen und 4.000 Ariary (1,20 Euro) für ein Bier sind für hiesige Verhältnisse auch nicht billig.
  • Andilana Beach: Ganz im Nordwesten liegt dieser schöne Strand, der allerdings von Verkaufsständen gesäumt ist.

Fazit: Besondere Höhepunkte hat Nosy Be nicht zu bieten. Die Rundfahrt war individuell nur für uns und völlig stressfrei. Gekostet hat das 150.000 Ariary (45 Euro) für den Fahrer und 50.000 Ariary (15 Euro) für die Führerin. Für eine individuelle Tour völlig in Ordnung und empfehlenswert.

15:45 Uhr sind wir zurück im Hotel und genießen noch etwas die Sonne und die schöne Anlage. 18:15 Uhr zieht es uns an die Bar, wo heute Sandkünstler ihr Handwerk vorführen und entsprechend gestaltete Fläschchen ab 10.000 Ariary (6 Euro) verkaufen. Zum Abendessen reicht uns heute ein Hauptgericht statt eines kompletten Menüs. Das Zebufilet ist auf den Punkt gebraten und schmeckt sehr gut. 21 Uhr sind wir hinreichend müde und gehen schlafen.



Unser letzter Tag auf Nosy Be beginnt mit einem gemütlichen Frühstück. Dann werden die Koffer gepackt und vertreiben uns die Zeit mit einem Strandspaziergang und auf den Hotelliegen. Schön ist, dass wir die Zimmer nicht früh verlassen müssen. So können wir vor der Abreise noch mal duschen. Beim Checkout erhalten wir noch Tee und Vanillezucker als Abschiedsgeschenk vom tollen Hotel. Pünktlich 13:30 Uhr ist unser Minibus da. Nach 40 Minuten Fahrt erreichen wir den - noch geschlossenen Flughafen. Nach wenigen Minuten öffnen die Pforten und wir können schnell und unkompliziert einchecken. In dem kleinen Gebäude gibt es keine Möglichkeiten zum Zeitvertreib, also Dösen oder Lesen. Pünktlich landet das Flugzeug, 16 Uhr heben wir ab und nach einer Zwischenladung in Morondava erreichen wir Antananarivo zum Sonnenuntergang. Ein Minibus erwartet uns bereits und bringt uns zum Hotel Raphia, wo ein Tageszimmer reserviert ist. Das Hotel ist einfach und in indischer Hand, was man am guten und wirklich indischen Essen im Restaurant merkt. Wir schlafen noch etwas, denn wir werden erst um Mitternacht abgeholt.



Durch die nun leeren Straßen erreichen wir schnell den Flughafen, wo überraschend viel Betrieb ist. Dank des großen Zeitpuffers bleibt alles stressfrei. Einer unserer Reiseführer taucht sogar noch auf, um sich zu verabschieden. 3:30 Uhr heben wir pünktlich ab. In Nairobi haben wir zum Glück nur einen kurzen Aufenthalt. Für die Langstrecke fliegen wir erstmals in einem Boeing-Dreamliner, also sehr komfortabel und modern ausgestattet. In Amsterdam ist der Aufenthalt ebenfalls recht kurz und um 18:40 Uhr endet unser Urlaub mit der Landung in Frankfurt/Main.
Kosten
Die Reise war pauschal relativ teuer.
Madagaskar ist dennoch ein sehr kostengünstiges Reiseland, da das Preisniveau vor Ort gravierend niedriger ist als bei uns. Das betrifft Ausgaben für Essen und Trinken ebenso wie Ausflüge.

Geld kann man direkt am Flughafen tauschen. In großen Städten gibt es zudem Wechselstuben.
In den Städten gibt es auch Geldautomaten. Diese funktionieren aber nicht immer und nicht mit jeder Karte, liefern nicht allzu viel Bargeld und berechnen Gebühren.
Natürlich kann man auch in Banken Geld tauschen, aber hier muss man mit Wartezeiten und Formalitäten rechnen und die Öffnungszeiten sind limitiert.
Man sollte hinreichend lokale Währung in bar vorrätig haben, denn Umtauschmöglichkeiten sind selten und man braucht - außer in den Hotels - Bargeld.
Wir haben 700 Euro für zwei Personen getauscht (damaliger Kurs: 1 Euro = 3.375 Ariary).

Trinkgeld
Ist üblich und wird erwartet, aber nicht ungewöhnlich oder ungebührlich.

Reisezeit
September war eine sehr gute Reisezeit. Es kann immer mal regnen, aber es gibt auch viel Sonnenschein und die Temperaturen sind gut auszuhalten.

Essen und Trinken
Wir haben meist im Hotel gegessen (auch mangels Alternativen), lediglich in den großen Städten auch mal in Restaurants.
Die Auswahl an Gerichten auf der Speisekarte ist oft übersichtlich. Neben Fisch oder Garnelen gibt es Gerichte mit Hühner- und Zebufleisch. Als Beilage gibt es meist Reis, aber auch Kartoffeln oder andere Gemüse. Wir haben das Essen gut vertragen und fanden es lecker. Hier darf man kein Fine Dining erwarten, aber ordentliche Verpflegung.
Es gibt gute lokale Biere, besonders verbreitet ist THB.
Auf Madagaskar wird zwar Wein angebaut, aber in den Hotelrestaurants gibt es eher ordentlichen südafrikanischen Wein.
Gute Hotels / Restaurants bieten auch Cocktails an, günstig und lecker.
Rhum Arrangé (mit Gewürz oder Obst aromatisierter Rum) ist das typische Starkgetränk nach dem Essen.

Unterkünfte
Der Veranstalter hat jeweils gute Unterkünfte gewählt. Man muss dabei bedenken, dass es in Madagaskar relativ wenig touristische Infrastruktur gibt. Wo es Hotels gibt, sind sie aber überraschend ordentlich. Nachstehend unsere Bewertung der Hotels, die wir auf der Rundreise genutzt haben:
  • Hotel Le Pavillon de l'Emyrne in Antananarivo
    Liegt ruhig und dennoch zentral, hat schöne Zimmer und Restaurants in fußläufiger Entfernung, aber kein eigenes Restaurant im Haus.
    Unsere Bewertung: gut
  • Andasibe Forest Lodge bei Andasibe
    Kleine Lodge bietet Hütten mitten in der Natur.
    Unsere Bewertung: Basic, aber in Ordnung.
  • Palmarium Beach Hotel an der Ostküste
    Rustikales Hotel in wunderschöner Lage in der Natur, bietet geräumige Bungalows und gute Küche.
    Unsere Bewertung: sehr charmant
  • Couleur Cafe in Antsirabe
    Schöne Bungalowzimmer in einem gepflegten Garten mitten in der Stadt.
    Unsere Bewertung: gut
  • Hotel Le Jardin Du Roy in Isalo
    Tolle Anlage mit sehr schönen Zimmern in einem Talkessel. Ordentlicher Pool, sehr gutes Restaurant.
    Unsere Bewertung: super
  • Hotel Le Paradisier in Ifaty
    Einfache Bungalows mit zwei Ebenen, Infinity-Pool, Lage direkt am Strand, gutes Restaurant, abends gelegentlich Events.
    Unsere Bewertung: charmant und gut
  • Victory Hotel in Tuléar
    Ordentliche Zimmer, Pool, gutes Restaurant.
    Unsere Bewertung: gut
  • Nature Lodge bei Diego-Suarez
    Schöne und große Bungalows an einem Hügel, weit außerhalb der Stadt, nahe dem Nationalpark. Gutes Restaurant.
    Unsere Bewertung: gut
  • Le Baobab Hotel in Ankify
    Einfache Bungalows direkt am Strand. Leckeres Essen.
    Unsere Bewertung: Basic, aber in Ordnung
  • Vanila Hotel & Spa auf Nosy Be
    Schöne und geräumige Zimmer mit Balkon und Meerblick, mehrere Pools, sehr gepflegte Gartenanlage. Gutes Restaurant, gute Cocktails.
    Unsere Bewertung: super

Transfer
Da es keine weiteren Gäste gab, waren wir in einem Minibus unterwegs. Das war hinreichend komfortabel.
Größere Strecken werden mit der lokalen Fluggesellschaft bewältigt. Diese gilt jedoch als notorisch unzuverlässig. Man sollte also Puffer in die Reise einplanen.

Sauberkeit/Hygiene
Wir haben das Essen wunderbar vertragen.
Wasser aus der Leitung ist nicht zum Trinken geeignet.

Gesundheit
Wir wurden nicht krank und das ist gut so. Die gesundheitliche Versorgung ist außerhalb der Hauptstadt sehr dünn.
Wasser trinkt man ausschließlich aus versiegelten Wasserflaschen.
Für eine Reise nach Madagaskar lohnt sich eine professionelle Impfberatung und man sollte gut durchgeimpft sein.
Beispiele: Im ganzen Land gibt es ganzjährig Malariagefahr. Der nächste Akutimpfstoff gegen Tollwut ist erst auf dem afrikanischen Kontinent zu erhalten, also nicht schnell genug im Fall einer Infektion.

Veranstalter
In der Einleitung steht, dass wir mit Exotische Reisen nicht wieder fahren würden. Das bedarf einer Erläuterung:
  • Dies war unsere erste Reise mit dem Veranstalter, wir kannten also dessen Setup nicht aus eigener Erfahrung.
  • Er vermittelte und buchte auch die internationalen Flüge, jedoch außerhalb der Pauschalreise. Damit liegt ein Teil des Risikos beim Kunden. Die Vorab-Auskunft über voraussichtliche Flugkosten war zu optimistisch.
  • Vor Reisebeginn wurden wir informiert, dass sich leider außer uns Zwei kein Interessent für die Reise gefunden habe. Man würde sie gegen einen Mehrpreis dennoch nur für uns durchführen. Dadurch wurde die Reise zwar teurer, aber das fair und löblich.
  • Die Reisebegleitung bestand aus dem Geschäftsführer des Reiseveranstalters, einem jungen lokalen Reiseleiter, einem erfahreneren Chef der lokalen Agentur und einem Fahrer. Das erschien uns für zwei Personen überdimensioniert. Im Reiseverlauf wurde uns klar: Der deutsche Reiseveranstalter war selbst noch nie in Madagaskar. Er wollte diese Reise auch dazu nutzen, passendes Foto- und Filmmaterial für die Eigenwerbung zu erstellen (was häufig zu viel Zeit in Anspruch nahm). Er hatte auch keine praktische Erfahrung mit der Reiseagentur vor Ort, denn dies war die erste Rundreise des Veranstalters in Madgaskar. Wir haben kein Problem damit, Kunden einer Pilotreise zu sein. Dies wird aber üblicherweise vorher deutlich kommuniziert.
Tatsächlich war die Reise aber sehr schön: Die Unterkünfte, der Transfer, die Organisation an sich, die beiden sehr gutes Deutsch sprechenden lokalen Reiseleiter (vor allem der Jüngere, für den es die erste Rundreisebegleitung dieser Art war, war sehr engagiert und super) ... das hat uns alles sehr gut gefallen.

Sonstiges

Brauche ich einen Adapter? Ja, es gibt leider in Madagaskar weder eine einheitliche Stromspannung (127 oder 220 Volt) noch einheitliche Steckertypen. In manche Dosen passen unsere deutschen Stecker, in andere nicht. Daher brauchst Du einen Universaladapter. Eine eigene Mehrfachsteckdose kann nicht schaden, wenn man mehrere Geräte parallel zu laden hat.

Internet vor Ort? War zum Zeitpunkt unserer Reise noch nicht so verbreitet. Das mag sich seitdem geändert haben.

Wie sieht es mit der Sprache aus? Ideal sind Französischkenntnisse, da dies zweite Amtssprache in Madagaskar ist. Auch mit Englisch kommt man oft weiter. Die Reiseleiter sprachen perfekt Deutsch, in Hotels und Restaurants kannst Du das aber nicht erwarten.
Wird man angebettelt? In den Städten passiert das gelegentlich. Aber vor allem wenn man bei Überlandfahrten eine Pause macht dauert es nicht lange und man wird von bettelnden Kindern (später stoßen dann auch die Erwachsenen dazu) umringt, selbst wenn vorher kein Mensch zu sehen war. Unsere Reisebegleiter hatten hierzu eine gute Philosophie: Bettelnden wird aus Prinzip nichts gegeben. Sonst merken vor allem die Kinder, dass man mit Betteln einfacher zu Geld kommt als mit Ausbildung und Arbeit. Wer dagegen ein paar Brocken Englisch lernt und einen Service für die Touristen erbringt, bekommt gerne Geld dafür. Den Kindern kann man lieber einen Kugelschreiber geben statt Süßigkeiten. Deren Verpackung landet sofort als Müll in der Natur.

Zusammenfassung
Als sich der indische Subkontinent vor gut 150 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent löste und gen Norden driftete, war Madagaskar Teil davon. Vor 90 Millionen Jahren spaltete sich Madagaskar von Indien ab und kam als viertgrößte Insel der Welt wenige 100 Kilometer vor der afrikanischen Küste, getrennt durch die Straße von Mosambik, zur Ruhe. Seitdem entwickelte sich die Tier- und Pflanzenwelt hier völlig losgelöst, so dass viele Arten nur hier existieren. Das macht Madagaskar sehr interessant.
Landschaftlich ist mit Hochland, Regenwäldern, Feucht-, Trocken- und Dornstrauchsavannen, Inseln und Stränden viel Abwechslung geboten.
Die Reise war gut organisiert und kann weiterempfohlen werden. Zum Veranstalter haben wir ja separat etwas erläutert.
Auch wenn Madagaskar seit vielen Jahren als Geheimtipp für Urlaubsreisen gilt, will sich der Massentourismus nicht einstellen. An den touristischen Hotspots (Nationalparks, Ifaty, Nosy Be ...) trifft man andere Touristen, große Reisegruppen haben wir dagegen nicht gesehen. Und wenn man einen Ausflug bucht, landet man nicht in einer multinationalen Gruppe, sondern bekommt einen Führer und bleibt unter sich. Das fanden wir sehr angenehm.
Ob man den relativ hohen Preis für die umfassende Pauschalreise ausgeben will, muss man selbst entscheiden. Wir fanden es toll, in einer Reise auch den Osten, den Süden, den seltener besuchten Norden und den Badeanschluss auf Nosy Be erleben zu können. Wenn man mit weniger zufrieden ist, kann man Geld sparen.

Alle Infos hier ausreichend? Falls Du Fragen hast, kontaktiere uns gerne.
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