Wir waren im Oktober 2016 gut drei Wochen auf verschiedenen Inseln der Seychellen unterwegs, um die paradiesischen Strände und die reiche Unterwasserwelt zu genießen.
Wir haben diese Reise pauschal über Seyvillas gebucht, einen Spezialisten für Reisen auf die Seychellen.
Dieser Veranstalter bietet vorkonfigurierte Urlaubsreisen für verschiedene Budgets und Interessen auf verschiedenen Inseln an, die aber alle beliebig geändert werden können. So hat man eine tolle Auswahl.
Die Pauschalreise beinhaltete den internationalen Flug, die Fährüberfahrten, die Hotels sowie den jeweiligen Transfer. Wir haben die Hotels jeweils mit Frühstück gebucht (das ist optional, da viele Unterkünfte für Selbstversorger geeignet sind).
Auf den Webseiten des Veranstalters sind enorm viele Informationen zu den Inseln, Stränden, Ausflugszielen und Hotels vorhanden.
Die Beratung bei der Ausarbeitung der Reiseroute war vorbildlich und es hat alles wie erwartet geklappt.
Die Hin- und Rückflüge waren mit Emirates. Das ist eine sehr gute Airline. Das bedeutete natürlich einen Zwischenstopp in Dubai.
Die Reise bietet einige der schönsten Strände der Erde und trotzdem (durch die verschiedenen besuchten Inseln) auch viel Abwechslung. Die tollen Wasserfarben, gute Schnorchelmöglichkeiten und gutes Essen runden den Besuch ab. Sehr gut haben uns die kleinen Hotels gefallen, die freundliche und unaufdringliche Behandlung der Touristen und die - das ist heutzutage nicht zu unterschätzen - geringe Risiko- und Kriminalitätssituation.
Zusammengefasst war das eine tolle Reise mit großem Erholungsfaktor.
Zu Fotos und ergänzenden Informationen klickt auf eine der folgenden Kacheln oder blättert auf dieser Seite weiter nach unten.
Der Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates startet in Frankfurt/Main um 15:15 Uhr Das Essen und die Sitzfreiheit sind in Ordnung. Das moderne Unterhaltungsangebot bietet auch viele aktuelle Filme auf Deutsch. Wir landen um 23:20 Uhr Ortszeit (Zeitverschiebung +2 Stunden) in Dubai bei hiesigen 33° C. Wir müssen mit dem Bus in ein anderes Terminal des riesigen Flughafengeländes wechseln. Mit 20 Minuten Verspätung startet der Weiterflug, diesmal in einer Boeing 777-300GR) um 2:25 Uhr. Diese leichte Verspätung holt der Flieger aber wieder raus und wir landen sogar etwas verfrüht um 6:16 Uhr Ortszeit (ohne weitere Zeitverschiebung) auf Mahé, der Hauptinsel der Seychellen und dem einzigen internationalen Flughafen des kleinen Landes. Die Temperatur um diese frühe Uhrzeit hat bereits 27° C. Die Einreiseprozedur ist unkompliziert, zügig und kostenfrei. Dafür lässt die Kofferausgabe etwas auf sich warten.
Der lokale Veranstalter Creole Travel Services (der größte der Seychellen) nimmt uns gleich in Empfang, übergibt Informationsmaterial und geleitet uns zum Bus. Durch die kleine Rush Hour der Hauptstadt Victoria fahren wir zum Inter Island Quay, dem Fährterminal. Wir erhalten die Tickets für die Fähre und haben nun zwei Stunden Wartezeit zu überbrücken, denn die nächste Katamaranfähre Cat Cocos legt erst um 10:20 Uhr ab. Es ist warm, aber bewölkt. Das Meer ist etwas kabbelig, so dass so mancher einen Kotzbeutel (Entschuldigung: den Seasick Bag) braucht. Nach einem Zwischenstopp auf der Nachbarinsel Praslin erreichen wir La Digue um 12:15 Uhr. Die Wasserfarben am Hafen sind der Hammer und geben uns einen Vorgeschmack auf den Urlaub.
Ein geräumiges Taxi bringt uns in das fünf Minuten entfernte Gästehaus "Cabanes des Anges". Wir werden sehr nett empfangen. La Digue ist eine typische Fahrradinsel. Autos fahren nur wenige, alles ist mit dem Fahrrad gut erreichbar. Daher leihen wir gleich für die Dauer unserer Anwesenheit Fahrräder aus. Uns fällt auf, dass es keine Schlösser gibt, also fragen wir nach. Lachend erhalten wir die Antwort: "Schlösser wozu? Bei uns wird nichts gestohlen. Was sollte auch jemand mit dem Fahrrad machen, es bleibt ja doch auf unserer Insel. Ihr könnt das Fahrrad überall einfach abstellen, es wird nachher noch dort stehen."
Im überraschend gut sortierten Supermarkt kaufen wir ein paar Snacks, Trinkwasser und eine Flasche des lokalen Rums der Marke "Takamaka". Nur einen kurzen Spaziergang (10 Minuten) entfernt liegt das Veuve Nature Reserve. Glück muss man haben, denn wir sehen gleich einen Seychellen-Paradiesschnäpper, mit geschätzt 250 Exemplaren eine der seltensten Vogelarten überhaupt. Aber auch Flughunde und die farbenprächtigen Madgaskarweber sieht man hier.
Wir gehen im Restaurant "Chez Marston" essen. Dann nehmen wir auf unserer Terrasse noch ein Schlückchen Rum und plantschen im Pool unter dem schönen Sternenhimmel. 21:30 Uhr sind wir allerdings platt und fallen ins Bett.
Die Geschichte zum ersten Frühstück muss erzählt werden: Wir fragten bei der Ankunft, wie es denn mit dem Frühstück läuft. Wir sollen einfach anrufen. Um 9 Uhr sind wir soweit, rufen an und werden gefragt: "Kaffee oder Tee, Saft oder Obst, wollt Ihr Eier, gekocht, Spiegelei, Rührei, Omelette ...?" Danach endet das Telefonat. Also warten wir mal ab. Wenige Minuten später wird das Frühstück direkt auf unsere Terrasse gebracht. Wir müssen uns nur hinsetzen und können loslegen. Was machen wir, wenn wir fertig sind? Nichts, der Zimmerservice wird sich darum kümmern. Einfach stehen lassen. Das ist toll!
Mit dem Fahrrad besuchen wir die Grand Anse ganz im Süden der Insel. Das sind 3,6 Kilometer auf ordentlich ausgebauter Straße, aber es gilt einen Hügel zu überwinden. Ja, am Veuve Nature Reserve kann man Pause machen. Ja, das wissen auch die hiesigen Mücken! Nach erfolgter Blutspende erreichen wir den herrlichen und fast menschenleeren Strand. Am kleinen Strandrestaurant gönnen wir uns eine Erfrischung und spazieren dann am Strand entlang und durch das Wasser. Grand Anse wird nicht durch ein Riff geschützt, daher gibt es ordentliche Wellen. Schwimmen soll man hier nicht, da es sehr gefährliche Strömungen gibt.
14:30 Uhr sind wir zurück in unserer Unterkunft. Da bleibt noch Zeit für eine weitere Fahrradtour über das Nordkap entlang der östlichen Strände (gut 5 Kilometer). Diese sind sehr hübsch, haben meist ein eigenes Restaurant und gelegentlich sieht man sogar eine Aldabra-Riesenschildkröte am Weg. Ganz umrunden kann man La Digue so nicht, die Straße endet unvermittelt.
Wir buchen einen Ausflug beim vom Reiseveranstalter empfohlenen Jonathan für übermorgen und gehen zum Abendessen in das Restaurant "Fish Trap". 20:40 Uhr sind wir zurück auf unserer Terrasse, 21:30 Uhr gehen wir zu Bett.
Vor dem Frühstück wird die Fahrradtour in den Osten der Insel nochmal wiederholt. Da ist es noch nicht so warm, menschenleer und die Sonne steht günstig für schöne Strandfotos. 8:30 Uhr bestellen wir unser Frühstück. Dann schwingen wir uns auf die Fahrräder und fahren zum berühmten Anse Source d'Argent, der zu den schönsten Stränden der Welt zählt. Der Weg dorthin führt durch das Union Estate-Gelände, deren Passage 100 Rupien pro Person kostet (6,38 Euro). Nach gut zwei Kilometern ist das Ende des Weges erreicht, den Rest muss man zu Fuß zurücklegen.
Der Reiseführer verspricht nicht zu viel: Die Kombination aus Granitfelsen, Wasser und Strand ist bezaubernd. Genug Schatten findet man hier auch. Es ist gerade Ebbe, so dass man nur an wenigen Stellen bequem ins Wasser gehen kann. Beim Schnorcheln sind wir positiv überrascht, denn wir sehen durchaus viele verschiedene Fische und insbesondere die Fledermausfische haben eine respektable Größe. Gegen 14:30 Uhr packen wir unsere Sachen und fahren zurück.
Heute Abend wollen wir im Restaurant "Zerof" essen gehen, wo es das beste kreolische Büfett der Insel geben soll. Wir fahren mit dem Fahrrad hin, denn der Weg zieht sich doch etwas. Wir sind etwas zu früh da, denn das eigentliche Büfett startet erst um 19:30 Uhr und ist gut besucht. Nach zwei Stunden sind wir rundum gesättigt und fahren - dank unserer mitgebrachten Lampen auch recht gut beleuchtet - zurück und sind um 21:45 Uhr im Bett.
Wir stehen um 7 Uhr auf, denn die Bootstour mit Jonathan steht auf dem Programm (hier beschrieben). Wir sind um 16:30 Uhr zurück in La Passe und gehen noch etwas an den Pool. Für das heutige Abendessen haben wir das italienische Restaurant "La Repaire" ausgewählt. Danach gehen wir früh zu Bett.
Wir fahren noch einmal in das Vogelschutzgebiet, dann zum Friedhof und zum Schluss zum Anse Sévére, einem schönen Strand. Am Strandkiosk nehmen wir noch eine kleine Erfrischung zu uns, dann fahren wir zurück zum Gästehaus. Später fahren wir nochmal kurz nach Grand Anse. Heute gehen wir früh zum Abendessen. Wir wollten nochmal zum Italiener "La Repaire", der aber heute Ruhetag hat. So gehen wir wieder Richtung Hafen zum "Fish Trap", bekommen Logenplätze zum Sonnenuntergang und trinken ein paar Cocktails, bevor wir zum Abendessen wechseln. So geht der Tag gut und gemütlich zu Ende.
Am nächsten Morgen wird früh nochmal der Anse Source d'Argent besucht, der noch fast menschenleer ist. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Rad zum winzigen Strand Anse Patates. Dort ergattern wir einen schönen Platz im Schatten, nur bedroht von den über uns hängenden Kokosnüssen. Hier kann man gut Schnorcheln, wir sehen sogar eine kleine Wasserschildkröte. Wir fahren dann weiter zum Anse Sévére, aber hier hat die Ebbe zugeschlagen und der Einstieg ins Wasser ist nicht einfach. Daher fahren wir lieber zurück in unsere Unterkunft und steigen nochmal kurz in den Pool. Eine Fahrt auf den Hausberg bietet eine schöne Aussicht, ist aber auch anstrengend. Das ist zwar keine große Entfernung, aber der Weg ist ziemlich steil. Am Abend essen wir Pizza im "La Repaire".
Am nächsten Morgen fehlt ein Schuh von der Veranda. Den hat wohl der Haushund verschleppt. Eine Suchaktion des Personals stöbert ihn aber schnell wieder auf. Wir frühstücken wie immer auf unserer Veranda, dabei gibt es sogar für wenige Minuten einen kleinen Regenschauer. Dann checken wir aus und verlassen die Insel La Digue.
Unterkunft "Cabanes des Anges":
- geräumige und gut ausgestattete Reihenbungalows (35 m²)
- große Terrasse mit Wäschereck, zwei Korbsesseln und niedrigem Tisch, zwei Korbstühlen und großem Tisch
- Klimaanlage und Ventilator
- Safe
- Kühlschrank
- Satelliten-TV
- hübscher Pool im Garten
- Fahrradverleih
- keine direkte Strandlage
- Supermarkt 200 Meter entfernt
- Restaurant, Take-Aways und das Zentrum des ruhigen Ortes La Passe liegen nur wenige Fußminuten entfernt
- Ordentliches Frühstück, direkt auf der eigenen Terrasse serviert. Super stressfrei!
Restaurants auf La Digue:
- Chez Marston: 500 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Man sitzt ganz nett an der Hauptstraße. Der kreolisch gegrillte Fisch ist ordentlich. Das Hühnercurry enthält leider nur grob zerteiltes Fleisch mit vielen Knochen. Cocktails sind lecker. Die beiden Hauptgerichte mit zwei Cocktails und zwei Bier kosten 800 Rupien (56 Euro). Kann man machen.
- Fish Trap: 750 Meter von unserer Unterkunft entfernt, direkt am Hafen mit tollem Blick auf den Sonnenuntergang. Das Beefsteak ist ordentlich, das Prawn Curry sogar hervorragend. Man sitzt sehr angenehm und die Drinks sind gut. Mit zwei Bier und sechs Cocktails kommen 2.000 Rupien (127 Euro) zusammen. Sehr schön!
- Zerof: 950 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Gut besuchtes Büfett ab 19:30 Uhr. Es gibt Fisch und Hähnchenkeulen vom Grill, Rind-, Ziegen- und Fischcurry und Beilagen wie Reis, Nudeln, gelbe Linsen sowie Salate. 300 Rupien (gut 19 Euro) pro Person für all-you-can-eat sind sehr fair. Mit zwei Bier, einem Cocktail und einem Rhum Arrangé zahlen wir 1.248 Rupien (80 Euro). Hier macht man nichts verkehrt.
- La Repaire: Drei Minuten Fußweg von unserer Unterkunft entfernt. Im italienischen Restaurant sitzt man sehr angenehm. Nudelgerichte, Pizza und Cocktails sind wirklich gut. Zwei Nudelgerichte, eine große Flasche Wasser und vier Cocktails kosten 1.200 Rupien (76 Euro). Empfehlenswert.
Fazit zu La Digue:
- wundervolle Insel
- die Insel ist klein: fünf Kilometer Länge, drei Kilometer Breite, knapp zehn Quadratkilometer Fläche. Alles ist nah beisammen, die Entfernungen sind gering
- kaum Autoverkehr, ideal zum Radfahren
- schnell sind verschiedene wundervolle Strände erreicht, so dass es genug Abwechslung gibt
- Hafen und Hauptort ist La Passe, der einzige richtige Ort auf der Insel, die insgesamt nur 2.200 Einwohner hat
- genügend touristische Infrastruktur, dennoch immer stressfrei und nicht überlaufen
- lediglich zur Hauptessenszeit abends können die Lokale schon mal voll werden (vor allem im Zerof zu spüren)
Diese Bootstour hatte der Reiseveranstalter empfohlen. Sie kostet rund 100 Euro pro Person. Wir treffen uns kurz nach 9 Uhr am Maki-Shop. Heute sind insgesamt acht Teilnehmer auf diesem Ausflug. Das Boot ist nicht sehr groß, aber mit zwei 150 PS-Außenbordmotoren kräftig ausgestattet. Zusätzlich wird ein kleines Beiboot mitgeschleppt. Die Tour dauert bis 16:30 Uhr und endet wieder im Hafen von La Passe. Unsere Stationen auf dem Tagesausflug sind:
- Félicité: Die Insel liegt ca. drei Kilometer nordöstlich von La Digue. Hier können wir vom Boot aus schnorcheln.
- Marianne: Liegt gut drei Kilometer weiter östlich. Dort müssen wir mit dem Beiboot anlanden, da das Wasser über den Korallenbänken zu flach ist. Auf der Insel gibt es einen wunderschönen Strand. Da nur unsere Gruppe hier ist, hat man das Idyll ziemlich für sich allein.
- Mittagessen auf Marianne: BBQ aus Fisch und Hühnchen mit Beilagen
- Spaziergang quer über Marianne: Dieser musste entfallen, da im Wald Seidenspinnerraupen mit stark nesselnden Haaren vorkommen, mit denen Jonathan schon unangenehme Bekanntschaft machen durfte.
- Schnorcheln vor Marianne
- Île de Cocos: Wie von Riesenhand ins Meer gewürfelte Granitfelsen, Teil des Île Cocos Marine National Park. Gilt als eines der besten Schnorchelziele. Wir fanden leider überwiegend kaputte Korallenbänke vor. Fische gab es zwar nicht in großer Menge, aber durchaus abwechslungsreich. Nicht schlecht, aber wir hatten uns mehr davon versprochen.
Wir bringen noch zwei Mitreisende nach Praslin, bevor die Tour endet.
Fazit: In Summe ein guter Ausflug, aber auch nicht billig.
10:20 Uhr werden wir abgeholt und sind wenige Minuten später am Jetty. Das Einchecken auf die Fähre ist schnell erledigt und 10:30 Uhr legen wir ab. Die Überfahrt von La Digue nach Praslin dauert mit dem schnellen Katamaran nur 10 Minuten. Wir werden direkt in Empfang genommen, dem richtigen Bus zugeteilt und 15 Minuten später sind wir im nächsten Gästehaus "L'Hirondelle" am Rand der Ortschaft Anse Volbert Village. Wir werden sehr nett mit Erfrischungstüchern und einem Drink empfangen. Unser Zimmer liegt im Erdgeschoss. Das ist schön, denn so haben wir direkt vor unserer Veranda noch einen Gartenanteil.
Wir richten uns ein und gehen zur ersten Orientierung in das kleine Örtchen. Es gibt hier ca. zwölf Hotels, zehn Restaurants, mehrere Supermärkte und drei Geldautomaten. Perfekt, denn es ist ruhig, aber dennoch touristisch erschlossen.
Nur über die Straße liegt direkt der breite Strand Anse Volbert (wird auch Cote d'Or genannt). Feiner Sand, tolle Wasserfarben, zudem ist das Wasser hier sehr ruhig und perfekt zum Baden. Schatten gibt es auch. Wir springen in die Fluten und merken, dass es hier sehr flach ins Wasser geht. Ein kleiner Rochen springt direkt neben uns aus dem Wasser.
Wir versuchen erfolglos im hübsch aussehenden Strandrestaurant "Village du Pêcheur" essen zu gehen, überbrücken die Zeit mit ein paar Cocktails in der Pizzeria am Rand des Berjaya-Hotels und kommen im Restaurant "Pirogue Restaurant & Bar" unter. Die zusätzlichen Cocktails hier machen uns hinreichend knülle. 22:30 Uhr sind wir im Zimmer und schnell eingeschlafen.
Die Geschichte zum Frühstück geht in die zweite Runde: Wir fragten bei der Ankunft, wie es denn mit dem Frühstück läuft. Wir sollen einfach an der Rezeption anrufen. Um 8:15 Uhr sind wir soweit, rufen an und werden gefragt: "Kaffee oder Tee, Saft oder Obst, wollt Ihr Eier ...?" Danach endet das Telefonat. Das kennen wir ja alles schon, also machen wir schon mal die Tür zur Terrasse auf, wo bestimmt bald jemand an Frühstück anliefert. Falsch geraten, denn wenige Minuten später klingelt (!) es an der Eingangstür. Dort steht eine junge Dame mit einem Korb, darin eine Schale Kaffeepulver, Toastbrot (ungetoastet), rohe Eier. Jetzt sind wir gespannt. Sie geht in unsere Küche, holt den Toaster, den Wasserkocher, eine Pfanne raus und fängt an, das Frühstück direkt in unserem Zimmer zuzubereiten. Daneben deckt sie draußen noch den Frühstückstisch ein. Hilfe wird abgelehnt, wir hätten schließlich Urlaub. Also setzen wir uns auf die Terrasse an den eingedeckten Tisch. Sobald das Frühstück fertig ist, bringt sie alles zu uns. Auch hier gilt: Nichts abwaschen oder abräumen, einfach stehen lassen. Der Zimmerservice wird sich später darum kümmern. Klasse, so muss Urlaub sein!
Wir haben für heute einen Bootsausflug nach Curieuse & St. Pierre gebucht. 9:30 Uhr treffen wir an der Rezeption unseren Bootsführer und erkennen ihn gleich wieder, da er am Vorabend im Restaurant volltrunken über der Toilettenschüssel hing. Da sind wir gespannt ...
Nach dem Ende der Tour entspannen wir auf unserer Terrasse, wo wir diesmal nicht von Eidechsen, sondern von einem frechen Madagaskarweber besucht werden, der schnell aus der Hand frisst und für die nächsten Tage unser Adoptivvogel sein wird. Nach dem reichhaltigen Mittagessen auf dem Ausflug verzichten wir heute auf das Abendessen. Im Supermarkt kaufen wir eine Flasche Wein und genießen den lauen Tropenabend auf der Terrasse.
Für den nächsten Tag haben wir kein Programm. Wir fragen an der Rezeption nach Essensempfehlungen und man rät uns zum "Les Lauriers". Dort wäre eine Reservierung erforderlich, was man auch gleich für uns erledigt.
Wir haben einen Traumstrand direkt vor unserer Nase und das nutzen wir heute aus. Beim Schnorcheln direkt vom Strand aus gibt es zwar nur wenig Fische zu sehen, aber immerhin einen großen Rochen. Wir lassen den Nachmittag auf unserer Terrasse ausklingen. Dann glühen wir einen Cocktail in der Pizzeria vor, gut wie immer. Im Restaurant "Les Lauriers" ist es proppenvoll und betriebsam. Gegen 22 Uhr fallen wir voll gesättigt ins Bett.
Wir stehen heute relativ früh auf, denn schon um 8:20 Uhr werden wir zur Creole Travel-Inselrundfahrt abgeholt. Am fortgeschrittenen Nachmittag sind wir zurück, so dass wir heute erst spät zum Abendessen losziehen. Wir möchten ins direkt nebenan liegende Restaurant "La Goulue", aber hier sind alle Tische besetzt. Also ziehen wir weiter zum "Pirogue Restaurant & Bar", wo es diesmal gar nicht sooo voll ist. Wir sind wieder sehr zufrieden und der Abend geht schön zu Ende.
Für den Folgetag haben wir einen Mietwagen geordert. Dieser wird morgens zum Hotel gebracht und abends wieder dort abgeholt, also ganz entspannt. Allerdings kommt er schon mal verspätet und ist erst kurz nach 9 Uhr da. Der kleine Kia Picanto mit Automatikgetriebe und Klimaanlage ist für uns völlig ausreichend. Wir fahren Richtung Südosten zum Anse La Blague, dann durch Baie Ste. Anne an die sehr hügelige Südküste bis Grand Anse. Das ist nett, aber es gibt kaum Haltemöglichkeiten oder Aussichtspunkte. Am Ende der Straße drehen wir um und nehmen zurück die Route durch das Vallée de Mai, bis wir uns wieder unserem Startpunkt nähern. Am Ende unseres Hausstrandes nehmen wir eine Auszeit und entspannen etwas. Dann fahren wir Richtung Norden auf die steile Straße zum Zimbabwe Point (auch Grand Fond genannt), einem Hügel mit einer Radarstation. Das ist ein kleines Abenteuer, denn die Straße wird zunehmend schlechter, bis riesige Schlaglöcher ein Weiterkommen gänzlich unmöglich machen. Leider gibt es auch hier keine perfekte Stelle für einen Panoramablick. 14:30 Uhr beenden wir unsere Tour, denn wir haben nun jede mit dem Auto erreichbare Stelle von Praslin besucht. Allerdings sind viele schöne Strände nicht einfach zugänglich. Fazit: Das sind alles keine großen Entfernungen. Eine Tagestour mit dem Mietwagen kann man problemlos machen, ist aber kein Muss (wenn man schon vieles von der Insel gesehen hat).
Bei einem Strandspaziergang am Anse Volbert sehen wir auf einer Sandbank fünf Rochen.
Für 19:30 Uhr haben wir einen Tisch im "Le Goulue Café Creole Restaurant" reserviert, da ist der Weg denkbar kurz. Zum Glück ist der komplette Außenbereich überdacht, denn während des Essens geht ein kräftiger Schauer nieder. Wir trinken noch einen Schlummertrunk auf unserer Terrasse und gehen um 22 Uhr zu Bett.
Für den nächsten Tag haben wir eine Bootstour nach Cousin Island gebucht. Der schöne Halbtagesausflug startet um 9:30 Uhr und endet um 13 Uhr. Wir springen direkt nach der Rückkehr nochmal ins Meer. Das ist eine gute Wahl, denn ein kleiner Schauer zieht vorüber. Danach folgt ein Strandspaziergang zur Sandbank, wo die Rochen vom Vortag nun durch drei kleine Haie abgelöst wurden. Schön! Allerdings ist das Meer von Wind und Wetter aufgewühlt und die Sicht heute entsprechend schlecht.
Wir essen ein Eis bei "Da Luca" und genehmigen uns einen Cocktail an der Strandbar, bevor wir 19:10 Uhr zum Abendessen erneut in das Restaurant "Les Lauriers" gehen (und somit die ersten Gäste sind). Nach hervorragendem Essen kugeln wir uns schnell ins Bett.
Wir reisen heute von Praslin ab und müssen das Zimmer bis 10 Uhr räumen. Da wir erst um 14:10 Uhr abgeholt werden, müssen wir noch etwas Zeit überbrücken:
- Wir besuchen das winzige und unspektakuläre Praslin Museum, das erst geschlossen hat, dann aber doch für uns öffnet (180 Rupien = 11,50 Euro pro Person Eintritt).
- Wir bummeln noch etwas durch das Dörfchen und kaufen ein paar kleinere Souvenirs.
- Wir essen ein letztes Eis (Eisbecher und Eiskaffee je 165 Rupien (ca. 10,50 Euro).
Der Bus kommt pünktlich vorgefahren und bringt uns zur Fähre.
Unterkunft "L'Hirondelle":
- geräumige und gut ausgestattetes Appartement (52 m²) auf zwei Ebenen mit vollwertiger Küche
- kleine Anlage mit nur elf Zimmern
- große Terrasse mit zwei Liegesitzen und niedrigem Tisch, drei Stühlen und großem Tisch
- Klimaanlage und Ventilator
- Moskitonetz
- Kühlschrank
- TV
- kein Pool
- direkte Strandlage, nur durch die Straße vom großen und schönen Anse Volbert getrennt
- Geschäfte und Restaurants liegen nur wenige Fußminuten entfernt
- Ordentliches Frühstück, direkt auf der eigenen Terrasse serviert. Wunderbar!
Restaurants in Anse Volbert Village auf Praslin:
- Pirogue Restaurant & Bar: 300 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Thunfisch, Hühnerbrust a la Tandoori und Chicken & Prawn Curry sind gut. Leckere Cocktails. Man sitzt hier nett. Gut!
- Les Lauriers: 550 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Gut besuchtes kreolisches Büfett, dessen Komponenten wechseln, so dass es nicht langweilig wird. Beim ersten Besuch gab es unter anderem Fisch und Schweinesteaks vom Grill sowie Fischlasagne, alles super lecker. Beim zweiten Besuch waren roher Thunfisch, butterzartes Rindersteak, Hähnchen, Jackfish und ein toller Barracuda fast noch besser. Dazu gibt es gute Beilagen u. a. aus Süßkartoffel und Kürbis. Leider werden die Beilagen danach nicht weiter aufgefüllt. Am Ende kann man noch aus drei verschiedenen Nachtischen wählen (wir wählten beim ersten Besuch Tarte Lemon und ein Eis, beim zweiten dann flambierte Bananen und Tarte Cocos). Leider ist alles etwas hektisch. Mit je einer Flasche recht guten Rotwein (beim zweiten Besuch allerdings locker 10° C über der empfohlenen Trinktemperatur) und Wasser sowie zwei Rhum Arrangé zahlen wir umgerechnet 107 Euro, das ist angemessen. Vom Essen her klasse, jedoch wenig geruhsam. Lohnt sich aber auf jeden Fall.
- Le Goulue Café Creole Restaurant: 50 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Essen ist in Ordnung, Preise sind vergleichsweise günstig: Zwei Hauptgerichte mit Nachtisch und Getränken für 885 Rupien (55 Euro). Kann man machen.
- La Mer Pizzeria: 500 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Aufgrund der mäßigen Kritiken im Internet haben wir hier nie gegessen, sondern immer nur etwas getrunken. Sehr leckere Cocktails.
- Village du Pêcheur: 400 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Gegessen haben wir hier nicht, können es aber aufgrund des Service nicht empfehlen! Wir sind um 18:15 Uhr dort zum Essen und werden abgewiesen, da das Abendessen erst 19:00 Uhr bis 19:30 Uhr starte. Reservieren können wir nicht, da man viele Hausgäste erwarte. 20:30 Uhr sind wir zurück und hoffen, nun dem ersten Ansturm ausgewichen zu sein. Aber nein, man sei voll besetzt. Wir schauen uns kurz um und sehen, dass mindestens ein Viertel der Tische weder besetzt noch reserviert ist. Den Vorschlag, wir könnten ja für einen Folgetag reservieren, lehnen wir lächelnd ab. Es gibt im Ort sicher Alternativen mit mehr Interesse an Gästen.
Fazit zu Praslin:
- auch eine schöne Insel mit tollen Stränden
- Deutlich größer als La Digue und bietet mehr Ausflugsmöglichkeiten. Sie ist immer noch klein: zwölf Kilometer Länge, fünf Kilometer Breite, knapp 38 Quadratkilometer Fläche. Die Entfernungen sind gering, aber hier bewegt man sich eher mit dem Auto als mit dem Fahrrad.
- Auf Praslin (gut 7.000 Einwohner) gibt es mehrere Örtchen. Anse Volbert ist eine gute Wahl. Der Ort bietet genug touristische Infrastruktur (ca. zwölf Hotels, zehn Restaurants, mehrere Supermärkte, drei Geldautomaten, Ausflugsanbieter, Bars, Eiscafé ...) und der Strand ist klasse.
- Das ist noch kein Massentourismus, aber an den touristischen Schwerpunkten wie Curieuse Island, Vallée de Mai oder Anse Lazio ist schon einiges los.
- Zur Hauptessenszeit abends kommt man nicht immer ohne Reservierung zum Zuge.
Auch diese Bootstour hatte der Reiseveranstalter empfohlen. Sie kostet rund 70 Euro pro Person. Wir werden 9:30 Uhr an der Hotelrezeption abgeholt. Die Tour dauert bis 16:00 Uhr und endet direkt am Strand vor unserer Unterkunft. Unsere Stationen auf dem Tagesausflug sind:
- Curieuse Island: Die Insel liegt nur einen Kilometer von Praslin entfernt und gehört zum Curieuse Marine National Park. Auf der nur drei Quadratkilometer großen Insel leben ca. 300 Aldabra-Riesenschildkröten. Wir landen mit vielen anderen Touristen am Anse Papaie, wo viele Schildkröten anzutreffen sind. Die Tiere sind Touristen gewohnt, nicht scheu und lassen sich sogar anfassen. Als eine junge Dame jedoch so dreist wird, auf einer Schildkröte reiten zu wollen, wird sie zum Glück schnell zurechtgewiesen.
- Spaziergang über Curieuse: Ein gut ausgebauter Pfad führt entlang der Mangroven und über einen Hügel auf die andere Seite der Insel. So kann man sich das Tempo selbst einteilen und sieht etwas Natur außerhalb einer geführten Gruppe. Aber natürlich hat man so auch keinen Führer, der Sachen erläutert. In einer Bucht sehen wir einen 50 Zentimeter langen Baby-Zitronenhai.
- Anse St. Jose: Der Spaziergang endet am hübschen Anse St. Jose, wo man etwas Zeit überbrücken muss. Hier gibt es ein Besucherzentrum, wo das Mittagessen für alle Tagesausflügler vorbereitet wird.
- Mittagessen auf Curieuse: Es gibt Fisch und Huhn vom Grill, dazu Salat, Reis und als Nachtisch Bananen. Einfach, aber durchaus gut. Es gibt leider keine klare Ansage, wann es weitergeht. So warten wir 45 Minuten bei brütender Hitze auf unseren Bootsführer, bevor es weitergeht.
- St. Pierre Island: Die kleine Felseninsel liegt nur wenige 100 Meter vor der Küste Praslins und ist schnell erreicht. Auch hier ist viel Betrieb. Das Schnorcheln ist durchwachsen, denn auch hier sind viele Korallen tot. Aber immerhin sehen wir Kalmare, das ist für uns neu.
Fazit: Das ist schon interessant und sehenswert. Allerdings besuchen viele Tagesausflügler Curieuse und St. Pierre, erwarte also keine Einsamkeit. An konkreten Zeitabsprachen (wann trifft man sich wieder, wann geht es weiter) mangelt es. So gab es gefühlt ziemlich viel Wartezeit (auf Mittagessen, auf Weiterfahrt). Hier ist organisatorisch Luft nach oben. In Summe ein vergleichsweise günstiger Ausflug, aber auch nicht der Kracher. Kann man durchaus machen.
Der lokale Veranstalter Creole Travel hatte diesen Ausflug in seinem Programm. Er kostet gut 130 Euro pro Person. Wir werden 8:20 Uhr mit einem Bus an der Hotelrezeption abgeholt. Man ist in großer und internationaler Gruppe unterwegs: Am ersten Stopp warteten wir auf einen zweiten Reisebus und wir waren schon entsetzt ob der Personenanzahl. Dann aber Glück für uns: Die Gruppe wird aufgeteilt in einen französisch-sprachige (riesig) und einen englisch-sprachige (nur acht Personen) Teil. Die Tour dauert bis 17:00 Uhr. Unsere Stationen auf dem Tagesausflug sind:
- Vallée de Mai: Begleitet von unser englisch sprechenden Führerin spazieren wir gemütlich 90 Minuten durch den tropischen Regenwald. Dieser Naturpark gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Es gibt viele Palmen und vor allen die Seychellenpalme mit der sagenumwobenen Coco de Mer, den größten Samen der Pflanzenwelt (reifen sieben Jahre, wiegen bis zu 25 Kilogramm). Wir sehen auch einen der seltenen Rabenpapageien (werden hier schwarze Papageien genannt, sind aber eher dunkelgrau oder dunkelbraun). Unser Guide Luisa erläutert sehr gut. Ohne Führer würden wir hier wahrscheinlich nicht viel entdecken. So sehen wir auch Seychellen-Bülbül, Eidechsen, Geckos und die endemischen Paradies-Fruchttaube. Die Wege sind gut angelegt und der Aussichtspunkt offenbart ein grünes Panorama. Das ist wirklich schön!
- Anse Lazio: Die Entourage wird eingesammelt und nach 30 Minuten erreichen wir Anse Lazio, einentraumhaft schönen Strand im Norden Praslins. Ein 50 Meter breites Areal ist mit einem Hainetz gesichert, da hier vor ein paar Jahren zwei Touristen Opfer von Haiangriffen wurden. Wir bleiben hier vier Stunden. Das ist angenehm lang, so kommt keine Hetze auf. Schatten gibt es am Strand auch. Das gefällt uns gut. Schnorcheln ist hier lohnenswert, direkt um das Netz wimmelt es von Fischen. 16:30 Uhr werden wir dann eingesammelt und zu den Hotels zurück gebracht.
Fazit: Sowohl Vallée de Mai als auch Anse Lazio sind sehr interessante und schöne Ziele. Und die Führung durch das Vallée de Mai war sehr gut. Also ein guter Ausflug, wenn auch recht teuer. Fairerweise muss man sagen, dass schon der Eintritt in den Park fast 30 Euro pro Person kostet.
Auch diese Bootstour hatte der Reiseveranstalter empfohlen. Um 09:30 Uhr ist unser Boot bereit zur Abfahrt. Ein anderer Tourist wird noch nach Curieuse gebracht, danach sind wir zwei allein mit unserem Bootsführer. Über etwas raue See benötigen wir 45 Minuten bis Cousin Island. Boote dürfen hier nicht direkt anlegen, damit keine Schädlinge eingeschleppt werden. So steigen wir von unserem Boot auf ein Boot der Parkranger um, das dann mit Vollgas auf den Strand fährt.
Wir werden in mehrere Gruppen aufgeteilt und knapp anderthalb Stunden über die Insel geführt, auf der viele Vögel ihr Zuhause gefunden haben. Wir sehen Noddis, Feenseeschwalben, die am Boden brütenden Weißschwanz-Tropikvögel, Seychellen-Rohrsänger, Seychellendajale, Krebse, Skinke und Aldabra-Riesenschildkröten. Die Führung ist gut, es wird viel (in Englisch) erläutert und die Tiere zeigen keine Scheu. Das ist ein bisschen wie Galapagos in den Tropen, ein tolles Erlebnis.
Die Rückfahrt gestaltet unser Bootsführer langsam, so dass wir die schönen Buchten Anse Georgette und Anse Lazio vom Wasser aus sehen und ablichten können. Um 13 Uhr sind wir zurück am Strand vor unserem Hotel.
Fazit: Das ist ein tolles Erlebnis und ein Muss für Vogelfreunde und Ökotouristen. Dieser Halbtagesausflug ist nicht billig, aber die Insel ist in Privatbesitz (einer Tierschutzorganisation) und der Eintritt kostet schon gut 33 Euro. Die Tour ist nur vormittags möglich, da nur dann die Insel für Besucher geöffnet ist. Man ist hier nicht allein unterwegs, sondern immer in einer Gruppe. Den Ausflug sollte man machen!
Am Kai können wir diesmal direkt an Bord des Cat Cocos-Katamarans gehen und haben so freie Platzwahl. Die Überfahrt zurück nach Mahé verläuft problemlos. Nach Ankunft werden wir gleich von der Reiseagentur in Empfang genommen, müssen aber noch so lange auf unsere Koffer warten, dass uns ein Regenschauer erwischt. Dann werden noch zwei weitere Mitreisende vergeblich gesucht. Endlich geht es im Minibus los und 20 Minuten später sind wir am Eden Island Jetty, wo wir eine Stunde auf unser Transferboot zur Île au Cerf warten müssen. Im Hafenbecken sehen wir einen kapitalen Kofferfisch.
Die Bootsfahrt nach Cerf dauert nur 15 Minuten. Am Bootssteg unseres Hotels "L'Habitation" werden wir empfangen. Um die Koffer müssen wir uns nicht kümmern. Hier gibt es keine Straßen, nur Strand und Trampelpfade. Nach einem Drink in der Lobby beziehen wir das Standardzimmer 210. Verglichen mit den vorherigen Unterkünften ist diese Anlage schon eher ein richtiges Hotel und die Zimmer deutlich kleiner, aber völlig in Ordnung.
Heute Abend gibt es im Hotelrestaurant um 20 Uhr ein kleines kreolisches Büfett, das wir gleich buchen. Danach schauen wir uns den in der Nacht beleuchteten Steg an, aber es herrscht kräftiger Wind und so sind keine Tiere im Wasser zu sehen.
Am nächsten Morgen spazieren wir durch den Garten und orientieren uns. Das ist schnell erledigt. Im Wasser ist ein Schnorcheltrail angelegt. Die Sicht unter Wasser ist nicht wirklich gut und an der Oberfläche schwimmt viel losgerissenes Seegras. Das ist nicht so toll, wie wir uns das vorgestellt hatten. Relativ weit draußen gibt es dann ein paar Korallen und viele Fischchen. Die Rückkehr an den Strand erweist sich jedoch als echte Herausforderung, da das Wasser über dem Riff bei Ebbe extrem flach wird. Also beim Baden und Schnorcheln besser die Flut abwarten.
Nach kurzem Sonnenbad folgen wir dem schmalen Wanderpfad über die Insel. Vorbei an einem alten Friedhof erreicht man den View Point, der ein tolles Panorama auf weitere Inseln des Ste. Anne Marine National Parks wie Sainte Anne, Moyenne Island, Round Island und Long Island. Weiter geht es den Hügel hinab zum Stand auf der anderen Seite der Insel. Dieser kleine Hiking Trail ist aufgrund der Hitze durchaus schweißtreibend, aber aufgrund der Aussicht lohnend.
Der Rest des Tages vergeht am Pool und Strand sehr ruhig. Etwas nervig ist, dass bereits am Nachmittag Kellner regelmäßig nachfragt, ob man denn das Abendessen ordern will. 19:30 Uhr startet dann das Abendessen, 22 Uhr gehen wir zu Bett.
Das Hotel bietet (ohne zusätzliche Kosten) eine geführte Schnorcheltour durch eine junge Meeresbiologin an. Für 10:30 Uhr haben wir uns angemeldet und bleiben auch die einzigen Teilnehmer. Das ist nett, wir sehen zwei Rochen und eine Meeresschildkröte. Allerdings ist bei Ebbe die Rückkehr an Land wieder schwierig.
Wir machen einen Strandspaziergang Richtung Osten zur Île Cachée, der versteckten Insel. Das ist ein Spaziergang, den man besser bei Ebbe macht, denn der Strand ist nicht durchgängig, sondern hat felsige Stellen und man muss gelegentlich ins Wasser ausweichen. Über eine Sandbank kann man zu der kleinen Insel hinüberlaufen.
Geht man vom Hotel aus in die andere Richtung (Westen / Norden), folgen weitere kleine Hotelanlagen bis zum Cerf Island Resort. Wir genießen einen entspannenden Tag. Zum Sonnenuntergang "schweben" noch malerisch fünf Rochen über die Korallenstöcke ein.
Am Abend gibt es wieder ein Büfett im Hotelrestaurant. Diesmal probieren wir dazu einen recht leckeren Weißwein. Kurz nach 22 Uhr gehen wir zu Bett.
Das Hotel vermittelt mehrere Ausflüge. Wir haben uns für einen Bootsausflug nach Moyenne mit Bootsführer James entschieden. Unser Gang zum Frühstück verzögert sich, da ein kräftiger Schauer niedergeht. So müssen wir erst mal die Wäsche retten und abwarten. Nach gut zehn Minuten ist der Regenguss vorbei und wir gehen frühstücken. Dann rettet James noch schnell eine große Krabbe aus dem Pool. 10 Uhr fahren wir ab, 15:30 Uhr sind wir zurück im Hotel. Noch ein Schnorchelgang am Hausriff, dann setzt die bekannte Verfolgung zur Bestellung des Abendessens ein. Dann Abendessen mit ein paar Cocktails und wieder ist ein Tag vorüber.
Heute probieren wir ein frühes Schnorcheln aus. Da ist die Sicht noch ganz gut. Kalmare und Rotfeuerfische sind zu beobachten. Dann relaxen wir im Schatten auf den gemütlichen Liegen. Am Nachmittag schnappen wir uns eines der kostenfrei verfügbaren Kanus und paddeln gegen den Wind los. Das ist aber eine echte Plackerei und wir geben bald auf. Immerhin sehen wir unterwegs eine kurz auftauchende Meeresschildkröte. Zurück im Hotel sind wir mit dem Wind im Rücken ganz schnell. 19:30 Uhr gibt es Abendessen. Heute probieren wir neben Cocktails eine Flasche Rotwein.
Wir stehen früh auf und packen unsere Koffer. So können wir noch gemütlich frühstücken. Wir zahlen die in den vergangenen fünf Tagen aufgelaufene Rechnung in Höhe von 6.810 Rupien (405 Euro). An der Rezeption holen wir uns noch Tipps für eine individuelle Inselrundfahrt auf Mahé, da die beiden von uns angeschriebenen Führer bereits verplant sind. Unsere Koffer werden zum Boot gebracht und 9:15 Uhr verlassen wir die Île au Cerf.
Unterkunft "L'Habitation":
- kleine, aber nette Standardzimmer
- kleine Anlage mit nur 14 Zimmern
- kleine Terrasse mit zwei Korbsesseln und kleinem Beistelltisch
- Klimaanlage und Ventilator
- TV
- Kühlschrank
- Garten mit hübschem und gepflegtem Pool
- reichlich Liegen und genügend Schatten
- direkte Strandlage, allerdings kommt man zum Schwimmen nur schwer ins Meer, da es viele flache Korallenstöcke gibt
- Zum Restaurant:
- Man sitzt hier hier sehr angenehm.
- Das Frühstück in Büfettform ist ordentlich, mehr nicht. Auch über das Abendessen kann man nicht klagen:
- Alle paar Tage gibt es ein kreolisches Büfett, dessen Bestandteile bis auf die Nachspeisen gleich bleiben: Jobfish mit Knoblauchbutter, Chicken Curry, Papayachutney, Chou Chou (ein Kürbisgewächs, schmeckt ähnlich wie Kohlrabi), Reis, Smoked Fish, Spaghetti Bolognese und verschiedene Nachtische.
- Beispiele für Vorspeisen a la carte: gebackene Auberginen mit würziger Sauce und geräucherten Fischsalat
- Beispiele für Hauptgerichte a la carte: Thunfischsteak, Schweinecurry (beides ordentlich, ohne zu begeistern), ganzer Papageifisch mit leckerer Würzung (sehr gut)
- Beispiele für Nachspeisen a la carte: Banana Tarte, zweierlei Mousse mit Früchten, Joghurt
- Weißwein und Rotwein waren lecker, das lokale Bier sowieso.
- Cocktails gehören nicht zu den Kernkompetenzen: Wir haben diverse probiert und keiner hat überzeugt.
Weitere Restaurants gibt es in den anderen Hotelanlagen auf Cerf (oder halt mit einem Bootstransfer auf Mahé). Wir sahen aber keinen Anlass zum Wechsel.
Fazit zur Île au Cerf:
- Die winzige Insel mit Korallenriff im Privatbesitz liegt vier Kilometer vor Mahé und gehört zum Sainte Anne Marine National Park
- Es gibt hier keine Straßen, keine Autos. Die Île au Cerf ist klein (1,7 Kilometer lang, 1,1 Kilometer breit, 1,27 Quadratkilometer Fläche).
- Es gibt 100 Einwohner und einige wenige Hotels mit ihren Restaurants, mehr nicht.
- Hierher kommt man zum Entspannen, Sonnenbaden, Schnorcheln.
- Wer einkaufen oder Ausflüge machen möchte, fährt mit dem Boot nach Victoria.
Diese Bootstour wurde im Hotel angeboten. Sie ist überraschend günstig (25 Euro pro Person inklusive der Landing Fee auf Moyenne). Um 10:00 Uhr fahren wir bei mittlerweile wieder strahlendem Sonnenschein in einem kleinen Holzboot los. Die Fahrt ist gemütlich und es sind keine großen Strecken zurückzulegen, da die Inseln im Sainte Anne Marine National Park nur wenige hundert Meter voneinander getrennt liegen. Die Programmpunkte auf diesem Ausflug sind:
- Wir halten an einer Sandbank und füttern dort die Fische (nein, das ist keine Umschreibung für Übelkeitsanfälle ... wir füttern Fische mit Weißbrot).
- Moyenne Island: Hier gibt es einen Rundwanderweg, der in knapp einer Stunde an schönen Aussichten vorbei führt. Unterwegs begegnet man den hier zahlreich frei lebenden Aldabra-Riesenschildkröten. Am (Piraten-) Friedhof gibt es eine kleine Kapelle.
- Schnorcheln: Zurück am Strand wollen wir zum Schnorcheln ans Riff, aber gerade erreicht die Ebbe ihren Tiefstand und man findet kaum einen Einstieg. Das ist blödes Timing! Als wir es endlich ans Riff geschafft haben, ist das Schnorcheln hier nicht schlecht mit vielen Fischen und akzeptabler Sichtweite.
- Mittagessen: Um 13:30 Uhr startet das nicht inkludierte Mittagessen in der "Jolly Roger Bar", dem einzigen bewirtschafteten Gebäude auf Moyenne. Es gibt Fischcurry, Fischsteak und Fischkebap, gegrilltes Hähnchen und allerlei Beilagen. Das ist gut und für 250 Rupien (16 Euro) pro Person auch günstig. Vorsicht vor dem lokalen Guinness-Bier ... das ist zwar lecker, aber ein Starkbier mit 7,5% Alkoholgehalt.
15 Uhr holt uns Bootsführer James wieder ab und wir sind schnell wieder auf Cerf.
Fazit: Das ist zwar kein spektakulärer Ausflug, aber nett, entspannt und preisgünstig. Empfehlenswert!
Die Überfahrt zur Eden Island Marina auf Mahé dauert wie gewohnt nur kurz. In den Reiseunterlagen steht, dass wir dort um 10 Uhr abgeholt werden, daher machen wir uns auf eine Wartezeit gefasst. Aber nichts da: Kaum stehen wir auf dem Steg, fährt auch schon ein Minivan vor und bringt uns in nur 15 Minuten direkt zum Beach House Beau Vallon. Dieses Gästehaus ist unsere einfachste Unterkunft auf den Seychellen. Heute ist zudem das Wetter erstmals ganztägig schlecht: Es nieselt immer wieder und die Sonne zeigt sich heute gar nicht.
Der tolle Strand Beau Vallon beginnt direkt am Hotel, nur durch eine Straße getrennt. Hier liegen malerisch ein paar Felsen über den Strand verteilt und im Wasser lädt ein Saumriff zum Schnorcheln ein. Baden kann man besser ein paar hundert Meter weiter zum Zentrum des Strandes hin, da dort keine Korallen oder Steine den Badespaß trüben.
Wir trinken im Restaurant "Boat House" ein Bier. Dann sehen wir, dass es hier täglich eine Happy Hour gibt. Die Cocktails kosten günstige 100 Rupien (6,38 Euro) und sind recht ordentlich, brauchen aber ihre Zeit. Im Minimarkt kaufen wir etwas zu trinken und zu knabbern ein. Mittlerweile hat sich der noch im Hotel auf Cerf empfohlene Privatführer Benedict gemeldet. Wir vereinbaren eine private Inselrundfahrt in vier Tagen.
Wir wechseln in das indische Restaurant "Mahek". 21:15 Uhr sind wir zurück im Zimmer, fangen noch eine Riesenschabe von der Wand ein und schlafen dann schnell ein.
In der Nacht regnet es wieder, am Morgen scheint dann aber auch mal die Sonne. Nach dem recht leckeren Frühstück ziehen wir an den Strand. Leider ist es oft bewölkt, aber man kann hier sehr schön baden gehen und das nutzen wir auch aus. Ein bisschen schnorcheln wir auch, aber heute ist einfach nicht genug Sonnenschein dafür. Am späten Nachmittag wird das Wetter dann ganz kurios: Fast zwei Stunden scheint die Sonne und es regnet gleichzeitig. Aber das ist nur ein ständiges Nieseln, kein Tropenschauer. Wir nutzen im "Boat House" abermals die Happy Hour und schauen und den Sonnenuntergang am Strand an.
Wir essen in der gelobten "Baobab Pizzeria" zu Abend. Dann noch ein Absacker auf der Terrasse unseres Zimmers, 21:30 Uhr gehen wir zu Bett. Obwohl die Klimaanlage läuft, kühlt es nicht so richtig ab.
Wir haben im Tauchzentrum einen Schnorchelausflug in den Baie Ternay Marine National Park gebucht. Da müssen wir früh los, denn das sind über 20 Minuten Fußweg. Um 13 Uhr sind wir zurück am Beau Vallon Strand. Hier bleiben wir noch einige Zeit und trinken an einer Strandbar leckere Cocktails (75 Rupies = 5,50 Euro).
Nach einer Fotosession zum Sonnenuntergang gehen wir in das Restaurant "La Plage" essen. Dann trinken wir noch einen Takamaka Rum auf unserer Terrasse und gehen kurz nach 22 Uhr ins Bett.
Am nächsten Morgen herrscht strahlender Sonnenschein ... Kaiserwetter mit über 30° C. Wir genießen einen geruhsamen Strandtag. Das Schnorcheln am Saumriff des nördlichen Beau Vallon ist sehr schön und überraschend abwechslungsreich.
Wir schlürfen ein paar Cocktails von der Strandbar, die wir am Vortag entdeckt hatten. An jedem Sonntag findet der Bazar Labrin statt. Entlang der Strandpromenade sind viele zusätzliche Buden aufgebaut, die Bier, Cocktails oder Snacks anbieten. Es ist deutlich mehr Betrieb, da auch viele Einheimische unterwegs sind. Daher bleiben wir gleich hier, das ist ganz spannend. Wir essen zwei Hühnerspieße mit Pommes und eine Wurst mit chinesischen Nudeln für 14 Rupien (8,93 €). Der Carlsberg-Stand bietet Cocktails zum Dumpingpreis von 60 Rupien (3,82 Euro) an, da probieren wir uns durch. Eine kleine Bühne ist aufgebaut und es gibt anfangs gute Musik, bis dann die Krönung der Karaoke-Sängerin des Abends beginnt. Ein guter Moment für den Absprung. Kurz nach 22 Uhr sind wir zurück im Gästehaus und schauen mal, was die Klimaanlage heute macht. Es bleibt dabei, richtig kühl wird die Luft im Zimmer nicht mehr.
Heute sind wir für 9:30 Uhr mit Benedict zur Inselrundfahrt verabredet, so dass wir in Ruhe vorher frühstücken können. Benedict hatten wir schon auf Cerf mehrfach gesehen, konnten aber Namen und Person nicht in Verbindung bringen.
Zurück vom Ausflug in unserer Unterkunft erhalten wir die Bestätigung, dass die Klimaanlage defekt ist und repariert werden muss. Bis dahin müssen wir sie ausgeschaltet lassen. Da wartet eine warme Nacht auf uns. Da das Essen zur Mittagszeit reichlich war, gehen wir im "Boat House" nur noch zwei Cocktails trinken, die aber auch gut Wirkung zeigen. Nach unserem gewohnten Terrassenabsacker gehen wir kurz nach 22 Uhr zu Bett.
Heute haben wir erst für den Nachmittag eine zweite Schnorcheltour gebucht. So wird zuerst ausgiebig am Hausriff geschnorchelt, wo heute die Sicht besonders gut ist. Dann spazieren wir etwas am langen Strand entlang, kommen aber nicht weit, weil direkt am Strand kleine Haie gut zu beobachten sind. 14 Uhr startet die Schnorcheltour.
Nach der Rückkehr entdecken wir an einer Hotelbar eine Bierzapfanlage verschiedener Seybrew-Varianten, so dass wir neben dem bekannten Lager auch ein Pilsner und ein dunkles Bier lokaler Hersteller probieren können. Das runden wir mit einer Margarita ab und wechseln dann zu unserer Standard-Strandbar für einen letzten Beach Mojito zur untergehenden Sonne. Wir reservieren sicherheitshalber einen Tisch im Restaurant "La Plage", weil es uns dort so gut geschmeckt hat.
Leicht angeschickert ziehen wir uns auf unser warmes Zimmer zurück.
Zum Abendessen trippeln wir zurück in den Ort und bekommen einen sehr schönen Tisch mit Strandblick. Zurück im Zimmer brennt das Licht und uns erwartet eine positive Überraschung: Die Klimaanlage wurde tatsächlich repariert, läuft und vor allem kühlt wieder. Wir leeren die Takamaka-Flasche und sind um 22:45 Uhr im Bett.
Unser letzter Urlaubstag bricht an. Wir können unser Zimmer bis zur Abreise nutzen. Die dafür eigentlich fälligen 25 Euro werden uns aufgrund der zeitweise defekten Klimaanlage erlassen. Wir wollen heute mit dem Taxi nochmal gezielt die schönsten Ecken der Insel für letzte Fotoaufnahmen anschauen.
16 Uhr sind wir zurück und können so das letzte Bier köpfen, die letzte Tüte Chips futtern und gemütlich die Koffer packen und duschen. Wir sollen 18:35 Uhr abgeholt werden, daher nutzen wir die Gelegenheit zu letzten Sonnenuntergangsaufnahmen. Unser Abholservice kommt 30 Minuten zu früh, aber wir sind ja schon abreisefertig. Gut eine halbe Stunde später sind wir am Flughafen und schnell und unkompliziert eingecheckt.
Wir verbringen noch etwas Zeit im kleinen Restaurant und spielen Triomino, dann schauen wir uns im Duty Free-Bereich um. Als letztes Mitbringsel wird eine Flasche des "besten" einheimischen Rum (Takamaka St. André) für 30 Euro gekauft. Blöd ist nur, dass beim Boarding ein wahrer Wolkenbruch niedergeht. So wird schon der Gang vom Flughafengebäude zum Flugzeug zu einem nässetriefenden Abenteuer und beim Betreten des Flugzeugs muss ein Wasservorhang durchquert werden. So haben wir zumindest nochmal eine Dusche vor dem Abflug erhalten. 21:45 Uhr heben wir pünktlich ab und landen vor der geplanten Zeit um 2 Uhr in Dubai. Das ist auch ganz gut, denn so haben wir zum Umsteigen etwas mehr Zeit. Schnelles Shopping im Duty Free, dann Wechsel des Terminals (diesmal mit der Bahn) und pünktlich mit Erreichen des Gates startet das Boarding der Economy Class. Pünktlich 3:55 Uhr heben wir ab und landen um 8 Uhr (20 Minuten verfrüht) in Frankfurt.
Unterkunft "Beach House Beau Vallon":
- recht einfache Anlage mit nicht allzu großen, aber hinreichenden und netten Zimmern
- Zimmer liegen direkt zur (wenig befahrenen) Straße
- Terrasse mit zwei Sesseln und genügend Abstellmöglichkeiten
- Klimaanlage und Ventilator
- Kühlschrank
- kein Pool
- am nördlichen Ende des Strandes Beau Vallon, nur durch die Straße von diesem getrennt
- perfekte Lage zum Schnorcheln
- beste Strandlage findet sich wenige hundert Meter weiter südlich
- Geschäfte und Restaurants liegen nur wenige Fußminuten entfernt
- ordentliches Frühstück auf der erhöht liegenden Terrasse
Restaurants in Anse Volbert Village auf Praslin:
- Boat House: 400 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Gegessen haben wir hier nie. Cocktails zur Happy Hour sind günstig und ordentlich.
- Mahek: 900 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Indisches Restaurant. Das Thali sieht klein aus, ist aber sehr sättigend. Dazu gehören ein Lassi und ein Nachtisch. Mit zwei Bier zahlen wir genau 1.000 Rupies (63,80 Euro). Lecker!
- Baobab Pizzeria: 400 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Liegt recht hübsch. Eher einfaches Lokal mit kleiner Karte. Die Pizza nach Art des Hauses gab es gar nicht, die Biere waren nicht wirklich kalt. Dafür aber vergleichsweise preisgünstig. Kann man machen.
- La Plage: 500 Meter von unserer Unterkunft entfernt. Tolle Lage direkt am Strand, etwas edleres Ambiente. Schwertfischteller als Vorspeise (Satay, Thai-Fischküchlein und Medaillons), Yellow Fin Tuna, Grouper, dazu eine Flasche Trebbiano kosten 1.800 Rupien (114 Euro). Bei einem zweiten Besuch probieren wir südafrikanischen Rotwein, Thunfisch-Carpaccio mit Sesam und Ingwer in einer Soja-Vinaigrette und geschmorte Lammschulter. Das kann auch alles überzeugen. Nicht billig, aber seeehr gut!
Fazit zu Mahé:
- Die größte Insel der Seychellen hat mehrere touristische Zonen, ist aber weit entfernt von überlaufen.
- Bei 28 Kilometern Länge, 8 Kilometern Breite, einer Küstenlänge von 111 Kilometern und einer Fläche von knapp 155 km² kann man Mahé an einem Tag mit dem Auto gut erkunden.
- Tolle Strände
- Die Hauptstadt Victoria ist mit 25.000 Einwohnern die einzige Stadt der Seychellen.
- Beau Vallon ist der bekannteste und touristischste Strand. Wir hatten vorher ein bisschen Befürchtung, dass es hier zu turbulent sein könnte, aber das war überhaupt nicht der Fall. Gute touristische Infrastruktur und dennoch perfekter Strand. Parallel zum Strand verläuft eine kleine Promenade, wo kleine Stände günstige Getränke anbieten. Man merkt, dass hier typischerweise kein all-inclusive angeboten wird und die Touristen auch außerhalb der Hotelanlage nach Unterhaltung suchen. Insgesamt eine sehr gute Wahl!
- Zur Hauptessenszeit abends kann eine Reservierung (je nach Lokal) sinnvoll sein.
Wir haben die Schnorcheltouren im Tauchzentrum ziemlich in der Mitte des Strandes gebucht. Man fährt hier verschiedene Schnorchelspots an, mal als Tour nur mit Schnorchlern, mal gemischt mit Tauchern, auch zu verschiedenen Preisen. So kann man aber durchaus mehrere Schnorchelausflüge buchen und sieht trotzdem unterschiedliches. Abfahrt und Ankunft ist jeweils beim Tauchzentrum, also von unserem Gästehaus am Ortsrand ca. 20 Minuten Fußweg.
Die erste Schnorcheltour kostet 55 Euro pro Person (40 Euro für die Bootstour selbst, 15 € Nationalparkgebühr) und startet um 10 Uhr morgens. Allerdings zieht es sich etwas hin, bis wir tatsächlich losfahren. Unser starkes Boot (mit zwei 140 PS-Außenbordmotoren) ist mit nur vier Personen besetzt, alles Schnorchler. Das ist schon mal gut. Der erste Schnorchelgang findet nach 20 Minuten schneller Fahrt über einem Riff in der Baie Ternay statt, die im gleichnamigen Marine National Park liegt. Die Sicht ist gut und vor allem Kalmare sind schön zu beobachten. Der zweite Schnorchelgang findet am Leuchtturm statt, wo die Granitfelsen schnell in tiefes Wasser übergehen. Hier sieht man auch größere Fische. Wir sehen zudem zwei Adlerrochen in einem großen Fischschwarm und drei Delfine. Schöne Tour!
Die zweite Schnorcheltour kostet 25 Euro pro Person und startet um 14 Uhr nachmittags. Die Gruppe ist größer und enthält sowohl Schnorchler als auch Taucher. Das Coral Garden genannte Revier (wahrscheinlich, weil es hier kaum Korallen gibt) ist nett, mehr aber auch nicht. Es liegt gar nicht so weit von Beau Vallon entfernt.
Beide Touren sind ein netter Zeitvertreib. Die erste war deutlich schöner, aber halt auch teurer. Und schön schnorcheln kann man auch direkt am Beau Vallon.
Benedict holt uns wie vereinbart und sehr pünktlich um 9:30 Uhr am Gästehaus ab. Die heutige Inselrundfahrt ist individuell nur für uns, was angenehm ist. Sie kostet für uns beide 155 Euro inklusive Mittagessen und dauert bis ca. 16 Uhr. Wir sehen dabei:
- Hindu-Tempel Arul Mihu Navasakthi Vinayagar in der Hauptstadt Victoria
- Sir Selwyn Selwyn-Clarke Market (oder kurz Victoria Market), der quirlige Hauptmarkt in Victoria
- Mission Lodge: ein Aussichtspunkt, über steile Serpentinen der Sans Soucis Road zu erreichen (schön, aber leider ist es ziemlich bewölkt)
- Anse Soleil: wunderschöner Strand in der Baie Lazaire
- Mittagessen im "The Deck Restaurant" am Anse Soleil (im Preis inkludiert, sehr gut)
- Schnorcheln am Anse Soleil (gutes Schnorchelerlebnis)
Dann fahren wir über Victoria zurück. Viel zu schnell ist der Ausflug zu Ende.
Fazit: Ja, der Ausflug ist ganz nett und das kann man machen. Der Preis ist in Ordnung (immerhin ist das eine Privattour und ein gutes Mittagessen gibt es auch). Wir hätten uns erhofft, noch etwas mehr von Mahé zu sehen, denn ganz in den Süden der Insel kamen wir nicht.
Wir sagen dem Taxifahrer grob, was uns interessiert (letzter Tag, nochmals schöne Stellen für Fotoaufnahmen, 16 Uhr wollen wir zurück sein) und lassen ihn machen. Im Prinzip umrunden wir die Insel einmal im Uhrzeigersinn und schauen uns folgendes an:
- Sunset Beach: schöner Strand weiter im Norden von Mahé
- Strand am (ehemaligen) Coralia Resort: Wie alle Strände ist auch dieser öffentlich, aber der Zugang ist nur durch das Hotel möglich.
- Wasserreservoir für die Stadt Victoria
- Neubausiedlung auf einer aufgeschütteten und somit künstlich geschaffenen Insel
- Fahrt entlang der Ostküste von Mahé in den Süden entlang einiger schöner Strände
- Anse Petite Police: Ganz im Sünden Mahés rollen die Wellen mit voller Wucht in die Bucht. Das ist malerisch schön.
- Anse Intendance: sehr schöner Strand mit ordentlichem Wellengang und Strömungen
- Anse Takamaka: schöne kleine Bucht
14 Uhr kippt das Wetter. Wir können in einem Gehege Riesenschildkröten beim Paarungsakt sehen (und hören), dann brechen wir auf. Es beginnt nun kräftig und dauerhaft zu regnen, so dass uns die weiteren Strände entlang der Strecke nicht reizen können. Wie gewünscht erreichen wir Beau Vallon kurz vor 16 Uhr.
Kosten
Eine Reise auf die Seychellen ist insgesamt teuer. Die Seychellen präsentieren sich eher als Luxus- und Individualreiseziel und wollen keinen Massentourismus. Das klappt recht gut, muss man aber bezahlen.
Essen, Trinken, Ausflüge sind grundsätzlich eher hochpreisig.
Der Reiseveranstalter Seyvillas bietet verschiedene Inselkombinationen zu attraktiven Preisen an (das inkludiert dann Fährüberfahrten und Transfers).
Viele Anlagen sind auf Selbstversorger eingerichtet. So könnte man das Budget wesentlich entlasten. Haben wir nicht gemacht, da wir den Urlaub genießen wollten.
Das Frühstück ist im Übernachtungspreis üblicherweise nicht inkludiert, kann aber oft hinzugebucht werden.
Zum Zeitpunkt unserer Reise war der Umtauschkurs 100 Seychelles Rupees für 6,38 Euro.
Der Umtausch von Bargeld klappt am besten in Wechselstuben. An touristischen Orten gibt es auch genügend Geldautomaten.
Viele Ausflüge kann man auch gleich in Euro zahlen.
Trinkgeld wird gern genommen, aber nicht exzessiv erwartet.
Reisezeit
Die Reisezeit war gut. Auf Mahé hatten wir zwei Tage mit ausgiebigem Regen. Auch sonst kann es immer mal einen Schauer geben. Meist schien aber die Sonne. Allerdings war es zu unserer Reisezeit sehr windig, was das Meer teilweise unruhig machte (vor allem auf Cerf).
Die Wassertemperatur war sehr angenehm. Zum Schnorcheln brauchte man keinen Neopren-Anzug.
Bei längeren Schnorchelsessions ist eine Rashguard-Kombination (Oberschenkel bedeckende Hose und Shirt) aus Lycra zu empfehlen, um sich keinen Sonnenbrand einzuhandeln.
Essen und Trinken
Hier bleiben keine Wünsche offen. Die lokale Küche ist kreolisch, die Speisen sind afrikanisch, indisch, europäisch und asiatisch beeinflusst. Es gibt aber auch indische und italienische Restaurants. Besonders gut sind naturgemäß frischer Fisch und Meeresfrüchte.
Qualität und Sauberkeit sind völlig klaglos, wir haben alles problemlos vertragen.
Das lokale Bier ist gut. Fast überall gibt es Seybrew Lager aus der Flasche. Seltener gibt es Bier vom Fass oder alternative Sorten wie Eku Bavaria, kenianisches Tusker oder Guinness Starkbier.
Es wird ordentlicher Wein angeboten (häufig aus Südafrika).
Cocktails werden ebenfalls oft angeboten. Das ist wie bei uns: Manche Gaststätten können gute Cocktails, andere nicht. Muss man ausprobieren.
Ansonsten gibt es alles an Getränken, was wir bei uns auch kennen.
Reiseplanung
Telefonische Beratung, Mailverkehr mit und Organisation durch den Veranstalter SeyVillas waren vorbildlich.
Auf dessen toller Internetpräsenz gibt es viele Informationen, Fotos und Videos zu den Inseln, Stränden und Unterkünften. Exzellent!
Vor Ort arbeitet SeyVillas mit dem größten lokalen Anbieter, Creole Travel Service zusammen. Das war alles sehr professionell organisiert und die Transfers sehr pünktlich. Allerdings gab es ab Cerf keine Besuche der lokalen Vertreter mehr im Hotel. Nachteil des Marktführers: Alle Ausflüge werden in sehr großen Gruppen durchgeführt. Auch auf Wunsch gibt es keine individuelleren Angebote. Daher empfehlen wir, durchaus kleinere lokale Anbieter vor Ort und die in jedem Gästehaus vorhandene Mappe mit Ausflugsangeboten in Betracht ziehen. Man spart zwar kaum Geld, aber kann in kleineren Gruppen oder ganz individuell unterwegs sein.
Unterkünfte
Hübsche kleine Anlagen, gute Ausstattung, wirklich schöne Zimmer ... alles sehr komfortabel und entspannt.
Es gibt keine riesigen Hotelanlagen auf den Seychellen. Viele Unterkünfte haben eher den Charakter gehobener Ferienwohnungen mit dem gewissen Etwas.
Manche größere (und namhafte) Hotels haben eine komplette Bucht für sich. Das klingt zwar toll, aber es gibt dann auch keine alternativen Ausgehmöglichkeiten.
Würden wir nochmal auf die Seychellen reisen, würden wir wahrscheinlich die gleichen Gasthäuser wieder besuchen: Klein, am Rand der Ortschaften und in fußläufiger Entfernung zu Bars und Restaurants.
Sauberkeit/Hygiene
Man kann überall bedenkenlos essen, die Qualität und Sauberkeit entspricht den bei uns gewohnten Standards.
Leitungswasser sollte man nicht trinken. Wir haben das Leitungswasser zum Zähneputzen genutzt, aber zum Trinken auf Mineralwasser zurück gegriffen.
Gesundheit
Es gibt wenig gesundheitliche Risiken. An Land kann es nesselnde Raupen geben (wie bei uns auch).
Im Wasser gibt es prinzipiell Haie und auch verschiedene giftige Tiere (Steinfisch, Rotfeuerfisch, Stachelrochen ...). Man sollte aufmerksam und angemessen vorsichtig sein. Wir fühlten uns aber nirgendwo sonderlich unsicher.
Es gibt an jedem Ort Ärzte und Apotheken.
Schnorcheln und Strände
Es gibt sehr viele wunderschöne Strände. Anse Lazio und Anse Source d'Argent seien als Beispiele aufgeführt. Manche Strände sind gut besucht, aber niemals überlaufen. Man findet aber auch durchaus fast menschenleere Bilderbuchstrände. Was die Schönheit der Strände angeht, waren die Seychellen von all unseren Urlauben unübertroffen.
Allerdings sind nicht alle Strände gut zum Schwimmen geeignet: An manchen gibt es gefährliche Strömungen, dann wieder ist bei Ebbe das Wasser zu flach bzw. das Riff zu nah. Zum Schwimmen und Baden waren Anse Volbert auf Praslin und Beau Vallon auf Mahé sehr gut geeignet.
Schnorcheln war an vielen Stellen möglich, nicht überall gleich gut. Es gab wirklich viele bunte Fische. Die Korallen sind vielerorts leider tot. Die Sichtverhältnisse unter Wasser hätten wir uns besser vorgestellt. Das lag vor allem am teilweise kräftigen Wind (und dem hierdurch aufgewühlten Wasser und losgerissenem Seegras).
Ebbe und Flut sind zu beachten: An manchen Orten (Cerf, Moyenne) kommt man bei Ebbe kaum ins Wasser (oder wieder heraus). Über das Saumriff des Beau Vallon kann man bei Flut schwimmen, bei Ebbe nur vom Riffrand drauf schauen. Der niedrigere Wasserstand macht aber das Licht unter Wasser schöner.
Überraschenderweise war das Riff im Norden des Strands Beau Vallon auf der Hauptinsel Mahé besonders interessant zum Schnorcheln.
Sonstiges
Brauche ich einen Adapter? Ja, auf den Seychellen sind die britischen Steckdosen des Typs G im Einsatz. Daher ist ein entsprechender Adapter erforderlich. Die Stromspannung entspricht fast unserer (240 Volt / 50 Hertz).
Internet vor Ort? WLAN in der Unterkunft war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so verbreitet (und noch nicht so gefordert).
Wenn ich vor Ort Hilfe brauche? Die Gästehäuser / Hotels helfen jederzeit weiter. Es gibt kaum Kriminalität auf den Seychellen.
Fazit und weitere Tipps
Die Seychellen sind für einen stilvollen und stressfreien Strandurlaub perfekt und mit Insel-Hopping auch abwechslungsreich genug für drei Wochen Urlaub.
Es wäre schade, nur eine Insel zu besuchen. Die Kombination Mahé (meiste Infrastruktur), La Digue (kleine Insel, perfekt zur "Entschleunigung") und Praslin (tolle Natur) ist perfekt. Cerf fanden wir eine schöne Ergänzung, ist aber kein Muss.
Fünf Tage pro Insel sollte man schon einplanen.
Es lohnt sich, vor Ort Ausflüge zu machen und noch weitere kleine Inseln anzuschauen.
Auf Mahé fanden wir zudem eine individuelle Inselrundfahrt eine schöne Möglichkeit, ohne Reisegruppe unterwegs zu sein.
Mögliche Ausflüge kann man sich vorab auf der Website des Reiseveranstalters anschauen. Das muss man nicht vorab buchen, hat aber schon mal einen Überblick über die Alternativen.
Speziell beim Abendessen wird es in den Restaurants schnell voll. Frühzeitige Reservierung ist durchaus zu empfehlen.
Alle Infos hier ausreichend? Falls Du Fragen hast, kontaktiere uns gerne.